Die Tribute von Panem

Überleben in Distrikt 12

eine Spielerezension von Silke Groth - 21.12.2013
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Die Tribute von Panem  von Kosmos
Lesezeit: ca. 4 Minuten

Wer bei einem Spiel zur Panem-Trilogie, beziehungsweise der Verfilmung des ersten Bandes, befürchtet, in einer Arena auf andere Spieler losgehen zu müssen, sei hiermit ausdrücklich beruhigt. Das Brettspiel Die Tribute von Panem – Überleben in Distrikt 12 (Kosmos) umfasst lediglich das erste Drittel des ersten Teiles und bildet somit quasi die Vorgeschichte zu den Arenakämpfen. Das Leben in Distrikt 12 ist, wie der Untertitel schon andeutet, aber auch kein Zuckerschlecken. Wichtige Ressourcen fehlen (Nahrung, Kleidung, Medizin und Brennstoff) und in regelmäßigen Abständen fordert die Obrigkeit von dem Wenigen auch noch ihren Teil ein. Die Spieler versuchen, möglichst wertvolle Ressourcen zu sammeln und damit die meisten Punkte zu erringen, während das Damokles-Schwert der Glaskugel über ihnen hängt, aus der ein Spieler am Spielende als Tribut ausgelost wird und somit direkt verliert.

So wird Die Tribute von Panem - Überleben in Distrikt 12 gespielt

Die Tribute von Panem ist ein sehr gestrafftes Worker-Placement-Spiel in dem über zwölf Runden Karten gesammelt werden. Diese Überlebenskarten besitzen Werte zwischen einem und drei  Punkten (was vor der Abschlusswertung ohne Bedeutung ist) und entsprechen den oben genannten benötigten Ressourcen im Distrikt 12. Mit drei dieser Karten startet jeder Spieler. Zusätzlich erhalten die Spieler Karten, die einen permanenten Vorteil bei einer bestimmten Aktion im Spiel geben. Da jeder Spieler nur eine Spielfigur besitzt, beschränkt sich das komplette Spiel auf lediglich zwölf Aktionen. Es gibt sechs Aktionsfelder, die mit den Spielfiguren angesteuert werden können (ein freies Plätzchen vorausgesetzt) um die Aktion zu nutzen. Fünf dieser Orte lassen Karten ziehen (an der Bäckerei zum Beispiel alle ausliegenden) oder austauschen. Ort Nummer sechs lässt die Nutzung eines schon besetzten Feldes einmalig pro Spiel zu. Die Karten liegen, von Ort zu Ort unterschiedlich, mal verdeckt und mal offen aus. Runde um Runde kommen Karten auf bestimmte Felder hinzu, meist sind dies weitere Überlebenskarten, teilweise aber auch Vorteilskarten, die am Spielende zusätzliche Punkte für einen bestimmten Kartentyp geben.

Alle drei Runden müssen die Spieler eine Abgabe leisten, die im Laufe des Spieles ansteigt. Wird nach Runde drei nur eine Karte Nahrung gefordert, so sind es bei Spielende vier Karten (eine Karte jeder Ressource). Wer die Abgabe nicht leisten kann oder will (um sich die Karte für die Schlusswertung aufzusparen), muss ein Los in seiner Farbe (pro nicht bezahlter Karte) in die Glaskugel legen. Karten horten lohnt sich nicht, da sich nach jeder Abgabe die Kartenhand auf maximal sechs Karten verringert. Nach der letzten Abgaberunde kommt es zur Abrechnung. Alle Lose der Glaskugel (mindestens eins pro Spieler ist enthalten) werden gemischt und der gezogene Spieler hat die ehrenvolle Aufgabe seinen Distrikt bei den nächsten Hungerspielen zu vertreten. Leider kann er dadurch aus terminlichen Gründen nicht mehr an der Endwertung teilnehmen und verliert direkt. Alle noch vertretenen Spieler zählen nun ihre Punktewerte zusammen, addieren gegebenenfalls Punkte durch ihre Vorteilskarte und der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt.

Fazit: So gut ist Die Tribute von Panem - Überleben in Distrikt 12

Spielfigur setzen - Karten nehmen oder tauschen – der nächste bitte - wiederhole zwölfmal. Großartige Spannung kommt, anders als in der literarische Vorlage, bei Tribute von Panem leider nicht auf. Es funktioniert und der Einstieg fällt leicht, aber die Aktionsmöglichkeiten sind derart eingeschränkt und offensichtlicher Natur, dass es eigentlich schon egal ist, was man denn so macht – ein auch nur ansatzweises Eintauchen in die Geschichte findet so zu keiner Zeit statt. Die Krönung ist dann das Spielende – einen Spieler ausscheiden zu lassen mag thematisch stimmig sein, ist jedoch sehr unbefriedigend, zumal es meist nur zufällig den Spieler trifft, der am meisten Lose in der Kugel hatte.

Die Interaktion beschränkt sich, bis auf die Möglichkeit hin und wieder Karten untereinander zu tauschen, darauf, anderen die Spielfigur vor die Nase zu setzen und somit eine Aktion zu blockieren. Viel Zufall (verdeckte Karten), kaum Planung und der monotone Ablauf sorgen dafür, dass die Tribute von Panem schnell langweilig wird. Das Positivste ist noch die kurze Spieldauer, weshalb der krude Spielendemechanismus auch schon fast wieder egal ist. Das Spiel überzeugt weder spielerisch, atmosphärisch, noch optisch (Filmfotos) und ist daher einzig etwas für Spieler, die entweder einmal auf einfachste Weise in die Welt der Worker-Placement-Spiele hereinschnuppern wollen (aber da gibt es qualitativ deutlich bessere Einstiegsspiele), oder für schmerzfreie Fans der Panem-Trilogie.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spielerzahl: 
2-4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
10
Spieldauer (Minuten): 
30
Jahrgang: 
2013
Spielkategorisierung
Spielefamilie: 
Spielethema: 
Spielegattung: 
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