Roundforest

eine Spielerezension von Jörn Frenzel - 12.01.2021
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Roundforest - Ausschnitt - Foto von Piatnik
Lesezeit: ca. 5 Minuten

Ach, schööön! Im verwunschenen Wald, dem Roundforest, versuchen wir, alles mögliche zu sammeln, um am Ende drei goldene Äpfel vorweisen zu können. Diese sind dem Waldgeist zu übergeben. Denn der gibt dafür den legendären Smaragdring heraus. Wer diesen bekommt, gewinnt das Brettspiel von Pierrot (Piatnik). Hört sich das nicht märchenhaft an? Und in gewisser Weise wirkt das Material auch so? Ja? Besser noch: Da in diesem Wald nichts gleich bleibt, wird auch die Suche nach den Äpfeln nicht einfach, denn Wege verändern sich. Das was eben noch zum Greifen nah war, ist plötzlich verschwunden ...

Spielablauf von Roundforest

Wir starten auf unserem Rucksack in der Ecke des Roundforest und dürfen diesen Rucksack dann nur noch zum Sammeln der gefundenen Gegenstände nutzen. Dabei gilt: Nur ein schwerer Gegenstand darf gelagert werden und insgesamt bis zu drei Gegenstände. Auch die Münzen und die später getauschten goldenen Äpfel finden dort Platz. Die Waldteile werden - mit vier Brunnen in der Ecke des Plans - gleichmäßig aus- und eine Feentafel bereitgelegt. Dort legt man je drei Gegenstände in drei Reihen aus. Diese sind aufsteigend zu "bezahlen", wenn wir sie während der Partie tauschen sollten.

Roundforest - Aufbau - Foto von Jörn Frenzel

Bewegung im Wald

Jedes Waldfeld im Roundforest wird mit einem zufälligen farbigen Chip belegt, jeder bekommt noch zwei Kompasse und dann heißt es, sich auf die Suche zu begeben. Da muss man sich in seinem Zug entscheiden, ob man sich bewegen und eine Aktion ausführen möchte oder ob man pausiert und auf dem Waldteil stehen bleibt. Der Clou dabei: Auf den einzelnen Waldfeldern ist vorgegeben, wohin man vom jeweiligen Feld nur ziehen darf. Da die Felder jede Spielrunde neu ausgelegt werden, finden wir immer eine neue Spielsituation vor. Denn nichts bleibt in dem Wald, wie es war.

Wenn wir uns bewegen, wird als erstes das Plättchen, auf dem wir stehen, um 90 Grad gedreht. Dadurch werden immer neuer Felder für die Weiterbegehung freigegeben und andere gesperrt. Kann sein - muss aber nicht! Die Punkte auf den Waldfeldern geben uns dann die Richtung vor. Das farbige Plättchen auf dem Waldfeld bestimmt, womit wir es zu tun haben. Blauer Chip heißt, wir sammeln Gegenstände, die wir entweder in unseren Rucksack packen oder liegen lassen oder auf der Feentafel tauschen. Dabei gilt: Nur ein schwerer Gegenstand im Rucksack, der eine gelbe Untergrundfarbe auf dem Pappplättchen aufweist. Diese können wir dafür nutzen Waldfelder so liegenzulassen, wie sie sind und damit Wege beizubehalten. Natürlich kann man diese auch wieder in einem anderen Zug entfernen. Haben wir leichte Gegenstände, können wir diese gegen zwei Kupfermünzen auf dem Brunnenfeld tauschen. Drei Kupfermünzen können wir auch gegen eine Silbermünze auf dem Brunnenfeld umwandeln und diese wiederum dort gegen einen goldenen Apfel.

Doch nicht so einfach!

Roundforest - Karten - Foto von  Jörn Frenzel

Wäre das der einzige Weg, um an Äpfel zu kommen, wäre Roundforest ein ziemlich einfaches Lauf- und Sammelspiel. Aber wir finden auch noch rote und gelbe Chips. Die gelben geben uns nur noch mehr Gegenstände, die wir auf eine andere Stelle der Waldfelder legen. Die roten Chips bringen Charaktere ins Spiel. Dabei können freundliche und feindselige Charaktere auftauchen. Die freundlichen tauschen gerne bestimmte Gegenstände gegen goldene Äpfel oder geben uns bestimmte Gegenstände. Die feindlichen Charaktere verlangen Tribut und - sollten wir den nicht leisten können  - bleiben uns am Bein hängen, also vor uns liegen, und als Chip auf dem jeweiligen Feld. Denn auch unsere Mitspieler können diese Charaktere bedienen. Auch dort gibt es übrigens Äpfel.

Helfende Charaktere bringen uns im Spiel auch weiter voran. Sollte mal ein Weg nicht begehbar sein, helfen uns unsere beiden Kompasse. Denn gegen Abgabe eines Kompasses dürfen wir auch unerlaubte Wege gehen, aber eben nur zwei Mal. Danach sind Sie verwirkt. Eine Partie im Roundforest endet, wenn ein Spieler drei goldene Äpfel gesammelt hat, bei keinem Charakter mehr in der Schuld steht und dem Waldgeist die drei goldenen Äpfel im Tausch gegen den Siegessmaragdring übergibt.

Roundforest - Spielszene - Foto von  Jörn Frenzel

Lohnt sich das Familienspiel Roundforest?

Als Familienspiel angelegt, müssen die Kinder hier schon etwas Ausdauer beweisen. Denn eine Partie kann sich ziehen. Zu zweit in einer Erwachsenenpartie verkam es zum reinen Lauf und Tauschspiel, ohne dass wir jemals wirklich Charaktere mit einbezogen haben. Da war das Spiel ganz nah am Abbruch, weil jeder vor sich hinspielte und nur sammelte. Dafür war es dann zu wenig.

Mit mehreren Personen und Kindern kam schon etwas Spannung auf. Denn wenn die Charaktere dazukommen, bekommt Roundforest etwas Spannung. Meistens können wir diese nicht mit den passenden Gegenständen bezahlen, sodass wir zu bestimmten (Um-) Wegen gezwungen werden. Da kam auch etwas Druck auf, wer denn nun schneller ist.

Das Material ist schön gestaltet und der Wald erinnert mich an das alte Spiel Ringgeister von Queengames. Die Mechanismen greifen gut ineinander und man kriegt so einige Zwänge, sofern zu mehreren gespielt wird. Zu zweit würde ich das Spiel nicht mehr anfassen, aber mit mehreren schon. Wobei ein Kind in der Runde dann eben spieleerfahren sein sollte, sonst kann es zu langatmig werde.

Roundforest - Schachtel - Foto von Piatnik

Im allgemeinen war der Tenor mal wieder so: Kann man mal spielen, muss man aber nicht. Das hatte aber etwas mit der Spiellänge zu tun, denn der Mechanismus ist interessant. Die Länge ist zu ausufernd. Denn Märchen enden eben irgendwann und das Spiel hat gefühlt etwas von der unendlichen Geschichte ...

Video: 

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Grafik: 
Spielerzahl: 
2-4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
8
Spieldauer (Minuten): 
60
Jahrgang: 
2020
Spielkategorisierung
Fotos
Roundforest - Aufbau - Foto von Jörn Frenzel
Roundforest - Spielszene - Foto von  Jörn Frenzel
Roundforest - Schachtel - Foto von Piatnik
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