Yucatan

eine Spielerezension von Johannes Halbig - 14.11.2010
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Yucatan von Wolf Fang
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Vom 4. bis zum 10. Jahrhundert war Yucatán ein Zentrum der Maya-Kultur. Den meisten ist diese Halbinsel, die den Golf von Mexiko vom karibischen Meer trennt, wahrscheinlich bekannt durch die vielen archäologischen Stätten, die dort heute noch zu bewundern sind. Das Spiel versetzt uns in die Anfänge dieser Zeit, als die ersten Zivilisationszentren entstanden. Alles dreht sich um den Bau einer heiligen Pyramide.

Je nach Spielerzahl beginnt das Spiel mit zwei, drei oder vier steinernen Städten. Zu Beginn erhält jeder Spieler fünf Pyramidenteile, acht Dorfplättchen, neun Krieger und einige neutrale Dorfplättchen (variiert mit der Spielerzahl). Die Dorfplättchen sind doppelseitig, auf der einen Seite ein kleines Dorf und auf der anderen ein großes Dorf. Die Krieger gehören einer von drei verschiedenen Gilden an, angezeigt durch das Symbol auf der Unterseite des Spielsteines. Zwei eigene Dorfplättchen, alle neutralen Dorfplättchen und zwei Krieger werden am Anfang auf dem Spielplan platziert. Dann beginnt das Spiel. Bei jedem Zug kann der Spieler eine aus fünf verschiedenen Möglichkeiten auswählen.

Entweder gründet man ein weiteres Dorf (wobei natürlich die Dorfgründungsregeln beachtet werden müssen: kein Dorf darf an ein anderes oder an eine Stadt angrenzen) oder man baut ein schon vorhandenes Dorf aus, indem man ein Dorfplättchen umdreht. Man kann sich aber auch um seine Krieger kümmern, indem man entweder einen neuen Krieger in den Dschungel schickt (das geht jedoch nur, wenn man genügend Dörfer besitzt, jeder Krieger erfordert ein Dorf oder eine Stadt) oder einen schon auf dem Plan befindlichen Krieger um ein Feld bewegt. Trifft man dabei auf einen fremden Krieger, kommt es zum Kampf. Der Kampf wird nach dem prinzip „Papier-Stein-Schere“ ausgetragen. Dazu offenbaren die Krieger ihre Symbole auf der Unterseite. Bei Gleichheit gewinnt der Verteidiger. Der besiegte Krieger wird vom Spielplan entfernt, der Sieger erhält ein Gefangenenplättchen. Ein Krieger kann bis zu drei Gefangene mit sich führen. Erst wenn er diese in einer Stadt abgeliefert hat, kann er wieder neue Gefangene machen. Drei Gefangene in einer Stadt erlauben den Bau eines weiteren Pyramidenteils. Man kann aber auch mit seinem Krieger in ein Dorf einmarschieren und dort fette Beute machen. Wer seine fünfteilige Pyramide als erster errichtet hat, gewinnt das Spiel.

Den Erwartungen, die das Spielmaterial (viel Holz, solide Pappe) und die grafische Gestaltung wecken, wird das Spiel leider nicht gerecht. Von der Thematik und der Gestaltung her lässt sich das Spiel nicht in der Rubrik „Familienspiele“ unterbringen. Vielspieler, an die sich das Spiel von der äußeren Gestaltung her richtet, eher weniger Freude haben. Bei den Angriffen hält sich jeder Spieler erfahrungsgemäß erst einmal zurück, da man die eigene Gilde nicht gerne offenbaren will. Hinzu kommt noch, dass die Chancen des Angreifers auf einen Sieg geringer sind als Beim Opfer. Nach der Plünderung der nicht verteidigten neutralen Dörfer beginnt so erst einmal das gegenseitige Belauern. Wer sich zuerst outet, sprich angreift, über den fällt der Rest der Meute her.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spielerzahl: 
2 - 4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
12
Spieldauer (Minuten): 
60
Jahrgang: 
2008
Spielkategorisierung
Spielethema: 
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