Das Schwarze Auge: Zauberei & Hexenwerk

ein Spiele-Artikel von Dirk Walterscheidt - 29.02.2004
Das Schwarze Auge: Zauberei & Hexenwerk
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Die Ausstattung der Erweiterungs-Box Zauberei & Hexenwerk ist relativ mittelprächtig ausgefallen. Zum Inhalt zählen die Archetypen-Sammlung, die Zauberdokumente sowie die Bücher "Mit Wissen und Willen", "Liber Cantiones" und "Aventurische Zauberei".

Sicherlich werden mit den Archetypen der unterschiedlichen Magiertypen bereits einige vorgefertigte Magie-Charaktere beschrieben, aber für die richtige Ausgestaltung eines selbst entworfenen Helden verwendet man eher die beigefügten Zauberdokumente in Kombination mit den Heldenbögen der Basis-Box. Diese Zauberdokumente bieten aber leider nicht genügend Übersicht, da man zu oft zwischen Vorder- und Rückseite wechseln muss und leider auch nicht genügend Platz findet, um alle Informationen der einzelnen Sprüche oder Rituale unterbringen zu können. Wer also einen magisch talentierten Helden spielen möchte, sollte sich unbedingt zusätzlich die Blanko-Dokumente für Spieler und Spielleiter zulegen, da die dortigen Zauberbögen um einiges besser durchdacht wurden.

Weitere Schwachpunkte der Box äußern sich lediglich für Umsteiger von älteren Editionen zur aktuellen vierten Edition dadurch, dass einige wohlbekannte Zaubersprüche nun unter völlig anderem Namen zu finden sind und es keine Tabelle oder Liste gibt, durch die man hier eine direkte Zuweisung zum neuen Spruch finden kann. Eine derartige Hilfe sollte man sich also in diesem Fall im Internet suchen und.

Buchstabendreher, Vertipper und ähnliches lassen sich auch in dieser Sammlung wohl nicht ganz vermeiden, stellen aber kaum wirkliche Verständnis-Schwierigkeiten dar. Bei den Beschreibungen einiger weniger Sonderfertigkeiten hingegen ist man Stellenweise doch etwas erstaunt, dass manche Textpassagen doppelt in die Beschreibung einfließen, andere Aspekte jedoch nicht ausgeführt oder näher erläutert werden.

Soweit zu den Schwächen der Box, nun also zu den guten Nachrichten. Bei die Überarbeitung der Zauber im nunmehr A4-formatigen "Liber Cantiones" hat man nicht nur zu oben erwähnter Umbenennung gegriffen, sondern auch die bislang immer nur angedeuteten Variationen wesentlich genauer und detaillierter ausgeführt. So sind die durch ein Element beeinflussten Zauber nun mit eigenem Namen und eigener Beschreibung aufgeführt. Ein weiterer Pluspunkt sind die bereits von den Autoren mitgelieferten Modifikationsvorschläge, die fast immer bereits mit Erschwernissen und Kostenangleichung genannt sind. Einige Spieler der dritten Edition werden sicherlich das schöne handliche A5-Format des Zauberbuches vermissen, aber dafür wird man durchaus mit den oben genannten Ergänzungen mehr als entschädigt.

"Mit Wissen und Willen" wird die Leser mit reichlich Wissen über magische Gegenstände, magischen Personen und geschichtlichen Abfolgen in Hinsicht auf Magieschulen und deren Auswirkungen auf den Rest von Aventurien oder gar Dere versorgen.

Zusammenfassend kann man also sagen, dass wie mit den anderen Boxen der Sprung in die neue Generation von Das Schwarze Auge durchaus gelungen ist, wenn auch nicht restloses Glücksgefühl bei Umsteigern aufkommen dürfte. Letztlich kann man dem Hersteller aber gratulieren, dass der Umstieg zum Baukasten-System gewagt und umgesetzt wurde.

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