Fettnapf

eine Spielerezension von Tanja Koch - 31.12.2006
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Fettnapf von Amigo Spiele

Eigentlich ist es ein ganz einfaches und altbekanntes Spielprinzip: Eine Zahlenkarte ausspielen und den Wert zu den bereits ausliegenden Karten addieren beziehungsweise subtrahieren. Wenn eine gewisse Zahl getroffen wird, gibt es eine Strafe, hier in Form einer Fettnapfkarte. Bis dahin also noch nicht wirklich etwas Neues, gäbe es da nicht eine kleine Raffinesse: Die Inselkarten, die dafür sorgen, dass die verbotenen Werte immer zahlreicher werden.

Das kleine Kartenspiel in der typischen Amigoschachtel wartet mit Zahlenkarten in den Werten null bis neun auf, zusätzlich gibt es Inselkarten, die die Werte von zehn bis 30 zeigen und auch die Fettnapfkarten dürfen bei diesem Spieltitel natürlich nicht fehlen. Die Grafik wirkt etwas nüchtern und bei den Zahlenkarten sogar recht farblos, dafür sind die Fettnäpfe umso bunter aber deutlich als Computergrafik identifizierbar.

Von den Zahlenkarten erhält jeder Spieler drei Stück, von den Inselkarten je nach Spielerzahl eine oder zwei Karten. Den Wert der Inselkarten gibt man bekannt, denn es sind die verbotenen Werte, die unterwegs nicht getroffen werden dürfen. Sie offen auszulegen, wäre zu einfach, man muss sich diese Werte schon merken, was ganz schön schwierig sein kann, denn zusätzlich muss man ja auch die Zahlenkarten ausspielen und zusammenrechnen. Bis der Wert 30 überschritten wird, werden die Zahlenkarten addiert, anschließend wieder subtrahiert, bis die zehn unterschritten wird. Dann fängt die Addition wieder an. Der eigentliche Clou tritt beim Überschreiten der Zahlengrenzen ein, dann nämlich bekommt der rechte Mitspieler eine weitere Inselkarte, also einen weiteren Wert, der nicht erreicht werden darf.

Die Anzahl der verbotenen Werte wächst an, die Gedächtnisleistung sinkt rapide, denn gleichzeitig rechnen und sich mehrere Inselkarten merken ist nicht ganz einfach. Und schon bald trifft man den Wert einer Inselkarte eines Mitspielers und kassiert damit eine Fettnapfkarte. Wenigstens darf man ungeschoren die Werte der eigenen Inselkarten treffen, muss man ja auch keinem sagen … Es ist also sinnvoll, so viele Inselkarten wie möglich zu ergattern. Im Spiel zu zweit ist das auch noch recht einfach möglich, bei mehreren Mitspielern aber schon schwerer.

Das Spiel endet, sobald einer in sein viertes Näpfchen getreten ist – Gewinner ist allerdings derjenige, der den Fettnäpfen am besten ausweichen konnte.

Ein recht schönes Spielchen für Zwischendurch, bei dem man sich auch schon mal ärgern kann, wenn einem das Kartenglück nicht hold ist und man mit jeder seiner Zahlenkarten wissentlich in einen Fettnapf tritt. Leider bietet es für Besitzer anderer Spiele mit einem „Zahlenkartenausspiel-Mechanismus“ nicht viel Neues. Für alle anderen ist es aber durchaus zu empfehlen.

 

Spieleinfo

Verlagsangaben
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2 - 5
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
7
Jahrgang: 
2005
Spielkategorisierung
Spielethema: 
Spielegattung: 
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