Parthenon

eine Spielerezension von Carsten Pinnow - 31.12.2006

Hier findest du eine Spielerezension zum Gesellschaftsspiel Parthenon. Entdecke mehr zu den Spielregeln und finde heraus, welche Erkenntnisse unser Spieletest mit Parthenon brachte, ob es Spaß macht und für wen es besonders gut geeignet ist. Am Ende des Textes kannst du das Spiel bewerten.

Parthenon von Reich der Spiele

Das Parthenon, schönster dorischer Marmortempel der Welt und Teil der Athener Akropolis, ist eines der größten architektonischen Leistungen des antiken Griechenlands. In Partheon – Rise of the Aegaen („Aufstieg der Ägäer“) übernehmen die Spieler die Rolle griechischer Inselvölker in der Ägäis und machen sich auf den Weg zum Parthenon.

Jede Insel (jeder Spieler) ist auf die Produktion bestimmter Waren spezialisiert, auf Kreta beispielsweise sind dies Getreide, Erze und Gewürze. Insgesamt gibt es zehn verschiedene Waren, die entweder selbst produziert oder erworben werden müssen (elf, wenn man Gold hinzuzählt). Mit den Mitspielern darf man diese Waren nach Belieben tauschen, allerdings ist auch der Handel mit anderen Ländern notwendig, um zum Beispiel Gold oder Papyrus zu erhalten.

Um Seehandel treiben zu können, werden Handelsschiffe mit Waren beladen und auf die Reise zu sechs verschiedenen Zielen geschickt. Doch der Weg ist beschwerlich und gefährlich, je nach Reiselänge werden ein oder zwei Ereigniskarten gezogen, die die Handelsflotten mit einem schweren Sturm oder einem Piratenüberfall überraschen können. Hat man Glück, oder konnte man sich mit „Aegis“-Schutzkarten davor bewahren, so darf man am Ziel die mitgebrachten Waren zu festgelegten Konditionen tauschen. Jeder angesteuerte Hafen verändert zudem die „üblichen Konditionen“ durch verdeckt ausgelegte Handelskarten. Rohstoffknappheiten oder -überschüsse, Zollabgaben oder Hafenblockaden, all das kann passieren.

Mit den verschiedenen Waren (und vor allem mit viel Gold) müssen nun sowohl neue Produktionsgebäude auf der Heimatinsel errichtet werden, als auch insgesamt sechs Akropolisgebäude sowie zwei „Weltwunder“. Wem dies als erstem gelingt, gewinnt das Spiel. Wem das zu langweilig ist, entwickelt zwischendurch noch ein paar Philosophien oder baut seine Handelsflotte aus.

Nebenbei gibt es dann noch jede Runde (Saison) eine Ereigniskarte, die manchmal nur einen einzelnen Spieler trifft. Welcher dies ist, wird vom amtierenden „Archon“ entschieden, der jede Runde neu gewählt wird und durchaus bestechlich sein darf.

Wenn man soweit vor lauter Karten noch nicht den Überblick verloren hat, eröffnen sich dem Spieler insbesondere zum Spielende hin eine beachtliche Menge an Entscheidungsmöglichkeiten, bedingt durch die Fülle an produzierten Waren, die wie sämtliche Gebäude ebenfalls nur als Karten existieren. 440 Karten kommen so insgesamt zustande, und es drängt sich die Frage auf, ob man nicht auch noch auf die kleine Seekarte hätte verzichten und ein reines Kartenspiel produzieren können.

Die angegebene Spielzeit stellt jedenfalls nur einen Richtwert dar, notorische Grübler werden mit den Kauf- und Handelsoptionen jedoch sicherlich überfordert. Andere Spieler dürften sich durch den hohen Zufallsfaktor überfordert fühlen, der durch die Hazard-Karten ins Spiel kommt. Denn wer wertvolle Fracht nach Karthago verschifft, sollte sich vorher gut überlegen, einen solchen Transport mit entsprechenden Aegis-Karten abzusichern. Tut man es nicht, ärgert man sich hinterher über die Unplanbarkeit dieser Ereignisse.

Parthenon, das bisher leider nur in englischer Sprache vorliegt (von der Anleitung mal abgesehen), sorgt zwar in der Handelsphase für Interaktion, ist ansonsten jedoch eher ein Solitärspiel, bei dem jeder so vor sich hin baut, produziert und Waren tauscht. Trotzdem hat es das Potential für höhere Auszeichnungen, denn es ist nicht nur optisch gut gelungen.

So lasset uns denn nach Athen aufbrechen und ein Weltwunder errichten! Und mögen die Götter uns gnädig sein ...

Spieleinfo

Verlagsangaben
Verlag: 
Spielerzahl: 
3 - 6
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
12
Spieldauer (Minuten): 
120 - 180
Jahrgang: 
2005
Spielkategorisierung

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