Harbour

eine Spielerezension von Leser - 27.01.2016
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Harbour - Gesellschaftsspiel - Foto von Frosted Games
Lesezeit: ca. 4 Minuten

Sehr geehrte Damen, Herren und Fabelwesen, ich begrüße Sie ganz herzlich auf unserem kleinen Rundgang durch den Hafen von Gullsbottom. Hier versuchen einige tüchtige Geschäftsleute, die Stadt für sich einzunehmen und möglichst wertvolle Gebäude zu kaufen. Bitte achten Sie auf Ihre Wertsachen, denn in dem ganzen Getümmel gehen schon mal einige Kisten mit Waren verloren oder werden von übereifrigen Crewmitgliedern abtransportiert.

Links sehen sie den Sushiladen, in dem man einen Fisch gegen ein Vieh, ein Holz und ein Stein tauschen kann. Bitte nehmen Sie sich in acht vor dem vielarmigen Kranken, der in dem hübsch eingerichteten Lokal die Speisen für Sie zubereitet. Und Sie werden schnell merken, dass auch die restlichen Gebäude äußerst liebevoll anzusehen sind. Manche enthalten sogar einige recht freche Anspielungen auf die moderne Popkultur.

Wenn Sie nun den Blick nach rechts wenden, sehen Sie den grünhäutigen Investor, der jedes Mal beim Kauf eines Gebäudes eine beliebige Ware erhält. Gleich dort hinten eilt gerade der örtliche Steinmetz ins Golematelier, um drei Vieh gegen fünf Stein zu tauschen. Nicht gerade sehr sinnvoll, denn immer wenn einer seiner Mitstreiter Stein verschifft, erhält er sowieso einen davon. Insgesamt 21 verschiedene Charaktere tummeln sich in dieser Stadt, um als erster vier Gebäude errichtet zu haben. Aber ich sehe, der Satyr mit dem braunen Fell hat eine Zwischenfrage?

Harbour: Wirtschaft mit Hafenatmosphäre

Ah, Sie wollen wissen, wie die Kaufleute denn an Geld für den Kauf von Gebäuden kommen? Ganz einfach: Nutzen Sie ein Gebäude, das einen Kauf erlaubt, verschiffen Sie ihre Waren. Sie erhalten zwei bis fünf Dollar, wenn Sie ebensoviele Waren abgeben. Der Erlös richtet sich nach dem aktuellen Markt, der sich bei jedem Kauf verändert. Und schon können Sie eines der ausliegenden Gebäude kaufen, das weiterhin für eine Aktion genutzt werden darf. Das ist auch schon das ganze Geheimnis.

Ich habe allerdings schon einige Kaufleute klagen gehört, denn ihr Arbeitsalltag ist mit der Zeit etwas monoton. Pro Tag nutzen sie nämlich eines der Gebäude, das in der Mitte, bei einem Gegner oder bei sich selbst ausliegt. Meist kann man darin Waren erhalten oder tauschen, manchmal auch den Markt manipulieren oder eben Gebäude kaufen. Ob sie dabei schnell voran kommen, hängt auch immer von der aktuellen Auslage ab. Manchmal ergeben sich Traumkombinationen, mal kommt keiner von ihnen schnell auf einen grünen Zweig. Die Vielfalt an Gebäuden und Charakteren ist einfach zu groß, um wirklich immer ausgewogen zu sein. Sicherlich ist es aufregend, einem Mitstreiter beim Kauf eines Gebäudes zuvorzukommen und damit den Markt durcheinanderzuwirbeln, aber gerade nach dem Verschiffen braucht man auch wieder etwas, um wirklich am Spielgeschehen teilhaben zu können.

Harbour - ist das ein echtes Ausflugsziel für Spielereisende?

Sollten Sie übrigens unter einer Sehschwäche leiden, empfehle ich Ihnen dringend die Anschaffung einer Lesebrille, da die Anleitung dieser Stadt doch recht klein gedruckt ist. Zudem erschweren viele Textkästen mit Varianten das Verständnis und sind ebenso chaotisch angeordnet wie dieser kleine Hafen. Sollten Sie einmal allein nach den meisten Gebäuden streben, steht ihnen ein Übungsgegner zur Verfügung. Das Spiel mit ihm macht auch durchaus Spaß. Bis man auf seiner Rückseite findet, wie er funktioniert, kann aber schon einige Zeit ins Land gehen.

Sollten Sie schon etwas herumgekommen sein, beispielsweise in die wunderschöne Stadt Le Havre, dürfte ihnen hier einiges bekannt vorkommen. Allerdings werden Sie schnell bemerken, dass das Leben in Gullsbottom deutlich einfacher ist und nicht so viele Dinge zu bedenken sind. Dafür wird man hier auch nicht allzu oft hinreisen, da es für Familien einfach zu wuselig, für hartgesottene Taktiker jedoch zu simpel und monoton ist. Die liebevolle Gestaltung dieser Stadt und der echte Typ von Hafenmeister, der immer wieder witzige Sprüche loslässt, sind zwar sehr sympathisch und auch die Vielfalt der Kaufleute kann beeindrucken, auf die Dauer wird es dann aber doch eher eintönig. Am besten kämpfen im Übrigen zwei oder drei Kaufleute um die Vorherrschaft in Gullsbotton, zu viert wird das Geschehen schnell zu unplanbar und unübersichtlich.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Grafik: 
Spielerzahl: 
1-4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
10
Spieldauer (Minuten): 
30
Jahrgang: 
2015
Spielkategorisierung
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