Jan und Henry: Das Geräuschespiel

eine Spielerezension von Florian Kirchhof - 25.12.2016
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Jan und Henry: Das Geräuschespiel - Foto von HUCH! & friends
Lesezeit: ca. 5 Minuten

"Jan und Henry", die bekannten Erdmännchen aus dem Sandmann, laden uns zum munteren Geräuscheraten ein. Wer schafft es, die abgebildeten Geräusche nachzuahmen, wer, sie zu erklären und wer errät am schnellsten, was gesucht ist?

Das Kinderspiel aus dem Hause HUCH! & friends von Nicola Schäfer besticht durch seine liebevolle Gestaltung und schafft es spielerisch, Sprachanlässe für Kinder im Kindergartenalter zu schaffen. Ich habe das Spiel im Kindergarten in einer Gruppe mit Kindern von drei Jahren bis zum Schuleintritt testen können. Das Spiel besteht aus einem Bett, einem Würfel, den beiden Fingerpuppen Jan und Henry, einer grünen Decke, sowie 25 verschiedenen Geräuschekarten. Das Bett kann per Steckverbindung auch schon sehr gut von jüngeren Kindern zusammengebaut werden. Die Geräuschekarten sind sehr unterschiedlich und liebevoll gestaltet. Von Alltagsgegenständen bis zu Tieren ist alles vertreten.

Wie wird Jan und Henry: Das Geräuschespiel gespielt?

Insgesamt bietet das Spiel drei verschiedene Variationen, wie es gespielt werden kann. Wir entschieden uns in unserer ersten Runde für die einfachste Variante. Die Teile des Bettes verteilten wir auf dem  Tisch. Die Handpuppen fanden ebenfalls einen Platz auf dem Tisch und zu guter Letzt auch der Stapel mit den Geräuschekarten. Der Reihe nach ziehen wir nun verdeckt Karten und erklären den anderen  Mitspielern, was auf unserer Karte zu sehen ist. Besonders lustig ist das für uns, wenn ein Kind die „Pupskarte“ zieht und das Geräusch eines Pupses nachmachen muss. Schwieriger wird es für uns schon, eine Zahnbürste zu erklären. Zum Glück können wir die typischen Handbewegungen nachmachen und es den anderen Kindern so zeigen, ohne es sagen zu müssen. Besonders lustig wird das aber erst,  wenn Jan oder Henry zum Einsatz kommen. Wir ziehen uns die Fingerpuppe über den Finger und versuchen den anderen die Geräusche pantomimisch mit den Puppen vorzumachen. Das ist ganz schön schwierig, aber auch super lustig. Sobald ein Geräusch richtig erraten wurde, nimmt sich der richtige Rater ein Teil des Bettes, und wir ziehen eine neue Karte. Sind alle fünf Teile des Bettes verteilt, dürfen wir gemeinsam das Bett zusammenbauen, legen Jan und Henry hinein, decken sie zu und rufen „Alle Augen zugemacht, wir schlafen jetzt die ganze Nacht“!

Nach einigen Spielrunden entscheiden wir uns, einmal die schwierige Variante auszuprobieren. Hier läuft alles sehr ähnlich ab, nur diesmal kommt auch der Würfel zum Einsatz. Der entscheidet für uns jetzt, ob wir das Geräusch mit Worten erklären müssen oder mit Jan oder Henry auf dem Finger pantomimisch vormachen müssen. Das ist wirklich gar nicht so einfach und erfordert erstmal etwas Übung.  Ein weiterer Unterschied ist, dass unser Wettkampfsgeist jetzt angesprochen wird. Wer nämlich richtig rät, bekommt ein Teil des Bettes. Wer am Ende die meisten Teile hat, darf das Bett alleine zusammenbauen und dann wird wieder gemeinsam gerufen: „Alle Augen zugemacht, wir schlafen jetzt die ganze Nacht“!

Lohnt sich Jan und Henry: Das Geräuschespiel?

Wer jetzt in Gedanken bei Tabu oder Activity angekommen ist, liegt damit gar nicht falsch. Jan & Henry: Das Geräuschespiel ist eine liebevolle Kinderversion von Tabu oder eben Activity. Besonders dank der Symbolkarten, ist es auch für jüngere Kinder ein Leichtes zu erkennen, welches Geräusch gemeint ist. Dank der Fingerpuppen kann das Nachahmen auch sitzend am Tisch stattfinden. Da wir den Erdmännchen mit unserer Hand einen Unterkörper geben müssen, ist es gar nicht immer so leicht, alles nachahmen zu können. Ein „Hochschuss“ oder auch ein „Hahn“ lassen sich nicht immer so gut nur mit dem Finger nachstellen. Hier muss manchmal mit Geräuschen oder der zweiten Hand nachgeholfen werden.

Während der letzten drei Tagen spielte ich gemeinsam mit den Kindern der Gruppe des Öfteren und sah in lachende, vergnügte Kindergesichter. Mindestens einmal am Tag fragen die Kinder, ob wir gemeinsam „Jan und Henry“ spielen können. Besonders dank der Karten aber auch durch das Nachahmen gemeinsam mit den Fingerpuppen werden die Kinder auf der einen Seite zu Kreativität angeregt (Wie ahme ich denn dieses Geräusch jetzt nach? ), und auf der anderen Seite werden Sprachanlässe geschaffen (Wie heißt das jetzt gleich nochmal? Glockenturm? Klingelturm?). Dank der verschiedenen Spielvarianten kann das Spiel für erste Sprachanlässe und Kinder am Anfang ihrer sprachlichen Entwicklung, sowie für Kinder mit einem großen Wortschatz verwendet werden. Besonders schön ist, dass gemeinsam und gegeneinander gespielt werden kann.

Da in jedem Fall Jan und Henry am Ende im Bett liegen und alle gemeinsam „Alle Augen zugemacht, wir schlafen jetzt die ganze Nacht“ rufen dürfen, fühlt sich hier niemand als Verlierer. Dass es sich um Geräuschekarten handelt, verrät zwar der Spieltitel, ist aber gar nicht immer so leicht zu erkennen. Das große Fahrrad ist nicht gesucht, sondern die kleine Klingel aus der die Musiknoten kommen. Auch nicht das Bett wird gesucht, sondern das Schnarchen. Hier sind die liebevollen Karten manchmal so liebevoll, dass sie vom gesuchten fast schon etwas ablenken. Aber nach einigen Spielrunden war allen Kindern schnell klar, dass immer nach Geräuschen gesucht wird. Nach dem wir die letzten Tage viel gespielt hatten, merkte man schnell, dass einige Kinder die 25 Karten auswendig können. Wie aus der Pistole kommt die richtige Lösung beinah nach Sekunden.

Kindern die „Jan und Henry“ aus dem Fernsehen kennen und mögen, kann man mit diesem Spiel sicher eine Freude machen. Die süßen Fingerpuppen und die teils sehr witzigen Symbolkarten auf denen Jan und Henry auch oft zu sehen sind, lassen Kinderherzen höher schlagen. Besonders jüngere Kinder können hier gut Kompetenzen in ihrer Sprachentwicklung erzielen. Aber auch Kinder die schon sprachlich fortgeschritten sind, kommen auf ihre Kosten. Denn Worte nachzuahmen regt das Denken an und ist gar nicht immer so leicht. Ein Begriff zu erklären ohne ihn zu nennen, das erfordert ebenfalls einiges an Kompetenz. Und wem die beigepackten Geräuschekarten auf Dauer zu wenig sind, den hindert nichts daran, gemeinsam weitere Karten zu basteln und zu entwerfen. Den Möglichkeiten sind dann keine Grenzen mehr gesetzt.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2-4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
3
Spieldauer (Minuten): 
15-20
Jahrgang: 
2016
Spielkategorisierung
Spielethema: 
Spielegattung: 
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