Ninjago

eine Spielerezension von Jürgen Strobel - 17.09.2011
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Ninjago von Lego
Lesezeit: ca. 7 Minuten

Legospiele polarisieren? Warum? Weil es unsere Spielegemeinde spaltet. Die einen finden Legospiel toll und spielen sie sehr gerne. Die anderen finden sie zum Gähnen langweilig und benutzen die Spiele gegenbenenfalls zum Ausschlachten und einverleiben ihrer Lego-Sammlung.

Aber die Lego-Maschenerie läuft unbeeindruckt weiter auf Hochtouren und kündigt ihr nächstes großes Spiel an, das da heißt Ninjago. Dazu gibt es bereits ein ganzes Spielsystem rund um die Ninjas, das bereits Sammelcharakter aufweist. Es ist bei vielen Kids schon sehr beliebt.

Bei Ninjago geht es um einen hinterhältigen Skelett-General und seine Skelettschergen, die in den Tempel der Ninjas eingedrungen sind, um diese endgültig zu vernichten. Die Ninjas wiederum müssen sich verbünden, um gegen die Skelette zu kämpfen und versuchen die goldenen Waffen zu finden und somit den Skelett-General für immer zu besiegen.

Zunächst einmal muss wie bei allen Lego-Spielen das Spiel mittels Bauanleitung aufgebaut werden. Je nach Erfahrung dauert dies 10-15 Minuten. Der Lego-Würfel wird noch zusammen gesteckt, dann sucht sich jeder noch eine Ninja Figur in einer Farbe aus, und schon kann es losgehen.

Der mutigste Spieler beginnt! Der Spieler, der an der Reihe ist, würfelt einmal mit dem Lego-Würfel. Aber Achtung: Beginnt man seinen Zug auf einem Feld mit einem Skelett, muss man es erst bekämpfen. Erklärung folgt noch. Das Spielgeschehen wird wie bei den meisten großen Spielen von Lego mit dem sogennanten "Lego-Würfel" gesteuert. Je nachdem was gewürfelt wird, führt man die dementsprechende Aktion aus. Da wäre zum einen eine Zwei-Feld-Bewegung. In dieser darf man auf oder über Felder ziehen, auf denen sich ein Skelett oder andere Ninjas befinden. Dabei darf man, vorausgesetzt man landet auf einem Feld mit einem Wachturm, diesen sofort durchsuchen. Man nimmt den darin liegenden Marker aus dem Wachturm und steckt ihn auf das Dach, um zu zeigen dass der Turm bereits durchsucht wurde. Nun gibt es zwei Möglichkeiten. Ist der Marker grau, wurde man von einem Skelett endeckt, und dieses wird von der Mauer genommen und auf das Feld mit dem Ninja gestellt. Ist der Marker aber golden, so hat man eine der goldenen Waffen gefunden. Man darf sich eine Waffe nehmen und diese neben das Tor auf das Spielbrett plazieren.

Eine andere Aktion wäre, sich mit dem Ninja ein Feld zu bewegen und ein Skelett zu sich zu holen. Ja, diese bösen Skelette meinen es nicht gut mit uns. Aber nun gibt es ja noch den General, und der sitzt natürlich nicht nur tatenlos in seinem Tempel, sondern versucht natürlich ebenfalls, in den Besitz der so wichtigen goldenen Waffen zu kommen. Dies geschieht wiederum natürlich durch den Lego-Würfel. Man darf sich dann auch wieder ein Feld bewegen, und nun darf sich aber der Generall eine Tempelstufe hinunter bewegen. Warum das? Nun, immer wenn der General die letzte Stufe der Tempeltreppe verlassen hat, erobert er automtisch eine goldene Waffe der Ninjas. Die goldene Waffe wird auf den Tempel gesteckt, und der General wird auf die oberste Stufe der Tempeltreppe zurück versetzt. Somit wiederholt sich der Weg von neuem.

Aber Ninjas wären keine Ninjas, wenn Sie nicht ein paar Tricks auf Lager hätten. So können sie sich mit Hilfe des Seiles  (vorausgesetzt man würfelt es) auf das Dach eines Wachturmes schwingen. Man befestigt dazu das eine Seilende auf dem Kopf des Ninjas und das andere am Dach eines Wachturmes. Nun darf man auf ein beliebiges Feld, das man erreichen kann Schwingen. Danach wird das Seil neben dem Spielbrett abgelegt, bis der nächste Spieler das Seil würfelt. Nach dieser Aktion darf sich aber noch der General eine Stufe auf der Tempeltreppe nach unten bewegen,

Kommen wir nun zum Kampfgeschehen. Beginnt ein Zug eines Ninjas auf einem Feld, auf dem sich auch ein Skelett befindet, so kommt es zum Kampf. Für den Kampf wird der sogenannte Spinner (auch Kreisel genannt) gedreht. Bleibt dieser auf einer Seite mit der eigenen Ninja-Farbe liegen, so hat man den Kampf gewonnen. Das Skelett zerfällt in seine Einzelteile, und ein neues Skelett erscheint sofort auf der Mauer. Anschließend darf man normal würfeln. Sollte man aber nicht seine eigene Farbe oder die eines anderen Ninjas, der vielleicht ebenfalls auf dem gleichen Feld steht, drehen, so verliert man den Kampf. Der Preis für das Versagen im Kampf ist hoch, denn nun bewegt sich der General auf der Tempeltreppe eine Stufe hinunter . Darüber hinaus bleibt das Skelett auf dem Feld stehen und versucht erneut, uns aufzuhalten. Der Zug endet sofort, und man darf auch nicht mehr Würfeln. Sollte der General zu irgendeinem Zeitpunkt im Besitz aller vier goldenen Waffen sein, haben die Ninjas sofort verloren.

Aber wie alle Ninjas haben auch unsere einen Meister. Denn jeder Ninja lernt sein Wissen und können von ihm. Er ist die Quelle der Kraft, und so gibt es auch in diesem Spiel einen Meister, den man Sensei nennt (Bedeutung: "Lehrer des Weges"). Dieser nette Herr hat zwei besondere Fähigkeiten, wobei man sich aber nur für eine entscheiden darf. Erstere ist die, dass man den General, wenn er die letzte Tempeltreppe verlassen hat und die Ninjas noch keine goldene Waffe besitzen, ihn wieder auf die oberste Stufe der Tempeltreppe zurück stellen darf. Zweitere ist die, dass man ihn im letzten Kampf einsetzen kann, um zu verhindern, dass die Skelette die vierte goldene Waffe erobern. In beiden fällen wird der Sensei hinter den Tempel gestellt und ist somit nicht mehr verfügbar. Also sollte man sich gut überlegen, ob und wann man den Sensei einsetzen möchte.

Man gewinnt das Spiel sofort, wenn man die vierte goldene Waffe gefunden hat. Solllte aber der General im Besitz nur einer Waffe sein, so kommt es zum letzten entscheidenen Kampf. Im letzten Kampf werden alle vier Ninjas vor den Tempel gestellt. Man nimmt nun alle goldenen Waffen und steckt sie auf je einen Ninja. Nun nimmt man den Skelett-General und steckt ihn ebenfalls auf einen Ninja. Der Spieler, der die vierte goldene Waffe gefunden hat, kämpft als erster gegen den General. Er dreht den Spinner (Kreisel). Fällt er auf eine Seite in der Farbe eines Ninjas, der eine goldene Waffe trägt, erobern die Ninjas eine goldene Waffe. Fällt er aber auf die Seite, die der General trägt, so erobert der General eine weitere goldene Waffe. Diese wird den Ninjas weggenommen und auf den Tempel gesteckt. Fällt der Spinner auf eine Seite mit einer anderen Farbe, kommt es zum Unentschieden und es geschieht nichts. Danach wird der Spinner an den linken Nachbarn weiter gegeben. Er darf nun die goldenen Waffen und den General neu anordnen. Man kämpft so lange, bis entweder die Ninjas oder der General mit seinen Skeletten alle vier goldenen Waffen besitzen. Wie bei allen Lego Spielen gibt es auch bei Ninjago noch einige Spielvarianten, die es den Spielern einfacher oder auch schwerer machen können. Da wäre zum Beispiel, dass man die Anzahl der Stufen verringert, die der General zurücklegen muß. Oder dass der Sensei einen sogenannten Machtweg beschreitet. Die daraus resultierenden Machtpunkte kann man wiederum einsetzen, um einen verlorenen Kampf rückgängig zu machen. Oder aber, wenn man drei Runden keinen Kampf gewonnen hat, dann darf man aussetzen und das Skelett auf die Mauer zurücksetzen. Lego Spiele fordern natürlich auch dazu auf, seine eigenen Regeln zu erfinden oder die bestehenden abzuändern. Dieser Aspekt ist Teil der Lego-Spiele Philosophie und ist natürlich auch so gewollt.

Ninjago macht Spaß! Zum ersten hat es eine angenehme Spielzeit. Somit sind zwei Partien hintereinander kein Problem. Vor allem, wenn man zuvor verloren hat und auf eine Revanche brennt. Wie immer ist die Qualität sehr gut. Wie auch nicht anders von Lego zu erwarten. Das Thema spricht ebenfalls an, besonders bei den Jungen, die sich sehr gut im Ninjago-Universum auskennen und damit sowieso  keine Probleme haben. Zudem ist es koopertiv und das fördert auch den Team-Gedanken. Im Ganzen ein Kinderspiel, das doch sehr gerne und oft bei uns gespielt wird. Ninjago gehört zu den besseren Spiele aus der Lego-Reihe. Für Fans von Ninjago ist es eh' ein Muss!

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spielerzahl: 
2 - 4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
8
Spieldauer (Minuten): 
15 - 25
Jahrgang: 
2011
Spielkategorisierung
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