Tricky Double

Ein taktisches Kartenspiel

eine Spielerezension von Bernhard Zaugg - 03.12.2008
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Tricky Double von Piatnik
Lesezeit: ca. 2 Minuten

Titel sind zuweilen eine Sache für sich: Sie dienen als Eye Catcher, verschaffen einen ersten Eindruck und sind so von großer Bedeutung für die Erwartungen, mit denen anschließend die Auseinandersetzung mit der Sache selber erfolgt. Sie können aber auch bewusst oder unbewusst auf falsche Fährten locken und entsprechende Irritationen hervorrufen, wenn die so heraufbeschworenen Vorstellungen und Hoffnungen schlussendlich mehr oder weniger weitgehend enttäuscht werden.

Genau dies ist eines der hauptsächlichen Probleme, mit denen sich das hier interessierende kleine Kartenspiel konfrontiert sieht. Der Titel weckt Erwartungen, denen das Spiel selber in keiner Weise gerecht zu werden vermag: Keine Spur von trickreichen Winkelzügen oder auch nur Konstellationen, in denen Raffinesse oder Schlauheit in irgend einer Form eine Rolle spielen würden. Stattdessen erhalten die Spieler je einen Satz von 18 durchnummerierten Spielkarten, die in drei Runden auszuspielen sind. Für jede der Spielrunden werden dabei sechs Karten ausgewählt und auf die Hand genommen, mit denen möglichst viele punkteträchtige Stiche gemacht werden sollen. Karten mit tiefen Punktewerten tragen nämlich Abbildungen von ein bis drei Goldmünzen, die am Schluss als Gewinnpunkte maßgebend sind zur Ermittlung des Siegers.

Für jeden einzelnen Stich legen die Spieler eine Handkarte verdeckt aus und drehen sie anschließend gemeinsam um. Man schaut sich die Auslage an und wiederholt das Ganze noch einmal, worauf der Spieler mit der höchsten Summe der Werte beider Karten den gesamten Stich einsammeln darf. Erreichen mehrere Spieler denselben Punktestand, annullieren sie sich gegenseitig, sodass der nächstfolgende den Stich erhält. Aus den verbliebenen vier Handkarten wird anschließend die erste Karte des zweiten Stichs ausgewählt. Nach drei Stichen suchen sich die Spieler weitere sechs Handkarten für die zweite Runde aus; die letzten sechs Karten kommen dann in der Schlussrunde zum Einsatz. Sieger ist, wer am Schluss die meisten Goldmünzen erworben hat.

Das ist tatsächlich bereits alles! Das Spiel verläuft genau so schematisch und emotionslos, wie die Beschreibung vermuten lässt. Die Einflussmöglichkeiten auf das Geschehen sind minimal (obschon im Untertitel von einem taktischen Kartenspiel die Rede war!), ebenso die Ambiance und Spielfreude in der Runde. Immerhin ist das Ganze in Kürze erläutert und durchgespielt, sodass man sich sehr rasch Interessanterem zuwenden kann.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2 - 4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
8
Spieldauer (Minuten): 
20
Jahrgang: 
2007
Spielkategorisierung
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