Selecta verlegt keine neuen Kinderspiele mehr

Mit erweiterten Produktionsanlagen volle Konzentration auf das Kerngeschäft Holzspielzeug

ein spielerischer Artikel von Jörg Deutesfeld - 20.10.2011

Die Selecta Spielzeug AG ist mit ihren Kinderspielen regelmäßig Stammgast auf den Nominierungs- und Empfehlungslisten bekannter Spielepreise und wurde auch als erster Hersteller in Folge mit dem Jurypreis „Kinderspiel des Jahres“ (2002 und 2003) ausgezeichnet. Dennoch wird sich der bayerische Holzspezialist aus diesem speziellen Segment zurückziehen. Vorstand Matthias Menzel reagiert damit nicht nur auf die derzeit rückläufige Umsatzentwicklung des Gesamtmarktes Spiele und Puzzles, sondern vor allem auf einen sich seit geraumer Zeit auf dem Markt abzeichnenden Abwärtstrend, der von einem zunehmenden Preisverfall beschleunigt wird: "Wir sehen hier für unsere qualitativ sehr hochwertigen Kinderspiele, die von Premium-Qualität 'Made in Bayern' ausgeht, mittelfristig keine Besserung." Bei der Internationalen Spielwarenmesse in Nürnberg wird Selecta daher 2012 zum vorerst letzten Mal eigens entwickelte Kinderspiele präsentieren. Selbstverständlich bleiben jedoch beliebte Klassiker wie „Maskenball der Käfer“ oder „Viva Topo!“ im Programm, da nach diesen "eine kontinuierliche Nachfrage besteht", wie Vorstand Matthias Menzel betont.

Die Aufgabe des Spielebereichs setzt bei Selecta Kräfte für die Bereiche Kleinkind, Rollenspiel und Kinderzimmerdekoration frei, die man mit unterschiedlichsten Produkten – natürlich aus Holz – verstärkt bedienen möchte. Dabei wird natürlich auch der Bereich Lege-und Memospiele sowie Kleinkindspiele weiter erfolgreich ausgebaut Mit Blick auf das Kerngeschäft des Unternehmens wird derzeit die Produktion in Edling erweitert. Auf rund 1.400 neuen Quadratmetern zusammen mit ca. 1.200 qm bestehender Schreinerei wird für das sehr erfolgreiche Selecta Baby- und Kleinkind-Spielzeug, gesägt, gefräst, gedreht, gebohrt und lackiert. Die Kapazitäten in der Fertigung sind so ausgelegt, dass Selecta auch Fremdproduktionen für andere Hersteller übernimmt. Durch die neue, größere Produktion wird sich die Zahl der Mitarbeiter, die in fertigungsnahen Bereichen tätig sind um sieben auf 42 erhöhen; insgesamt zählt Selecta dann 78 Mitarbeiter. Einer Just-in-time-Belieferung des Fachhandels steht somit bei dem derzeitigen Umsatzwachstum auch im kommenden Weihnachtsgeschäft nichts im Weg.

Quelle: 
Anke Brunner - wkt Presse
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