Nachschlag: Globalisierung im Spielekarton II

Profit rechtfertigt keine unmenschlichen Arbeitsbedingungen

ein Spiele-Artikel von Riemi - 21.07.2009
frankriemenschneider von
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Die Aktion „Fair spielt“ hat im Juni 09, zusammen mit den Kirchen beider Konfessionen, anlässlich der in München stattfindenden Jahrestagung des Internationalen Spielwarenverbandes, eine Zwischenbilanz gezogen. Das Fazit nach fünf Jahren systematischer Überprüfung lautet: ernüchternd, unzureichend und enttäuschend.

Mich beschleicht ein mulmiges Gefühl, wenn ich weiß, dass man bei bestimmten Verlagen oder Spielwarenfachverbänden, warum auch immer, sich nicht auf die Einhaltung von Menschenrechten bei den Herstellern und Lieferanten verlassen kann. Menschenrechte die wir in unsern Arbeitsalltag als Selbstverständlich hinnehmen. Was würden wir tun, wenn unsere Arbeitgeber die Arbeitzeitbegrenzung aufheben, Mindestlöhne und Überstundenzuschläge streichen würden und wir bis zur Erschöpfung arbeiten müssten, nur um danach festzustellen, dass unser Lohn nicht zum Leben reicht? Klar, werden jetzt einzelne sagen: Wir hätten dann immer noch Hartz IV und würden dann lieber Geld „fürs Nichtstun“ bekommen. Was für ein Luxus.

Gut ist, der Großteil der Spieleverlage sind nachweislich Vorreiter in Sachen menschenwürdige Arbeitsbedingung. Dafür stellvertretend ein Dank an: Haba, Kosmos, Piatnik, Ravensburger, Schmidt-Spiele, Simba, und Zoch. Andere haben bestimmt ihre Argumente sich nicht an dieser Aktion zu beteiligen. Die, die keinen Nachweis erbringen, dass wenigstens ein chinesischer Lieferant nach dem ICTI-Kodex zertifiziert ist, dass keine Selbstverpflichtung vorliegt und die Transparenz schlecht ist. Mich interessieren diese Gründe. Andere Spielebegeisterte nicht?

Hinweis:
Dieser Blog bezieht sich inhaltlich auf den Artikel Globalisierung im Spielekarton