Edel, Stein & Reich

eine Spielerezension von Johannes Halbig - 31.10.2005
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Edel, Stein & Reich von alea/Ravensburger

Edelstein und steinreich, um diese beiden Dinge geht es vor allem in dem Spiel von Reinhard Staupe. Befasst man sich etwas näher mit dem Spiel, beschleicht einen schnell das Gefühl: "Das kenn ich doch". Und wirklich, das Spiel gab es 1998 schon einmal bei F. X. Schmid unter dem Titel Basari. Das ist nicht weiter schlimm, denn das Spiel ist nach wie vor ein gutes Verhandlungsspiel, aber ein kleiner Hinweis auf den Vorgänger wäre auf der Schachtel schon angebracht gewesen.

Natürlich hat sich ein bisschen was geändert, aus den Punkten ist stimmigerweise Geld geworden, das Spiel ist jetzt auch zu fünft spielbar und Ereigniskarten sind neu im Spiel, dafür ist der Spielplan weggefallen, die Schachtel kleiner, was vor allem die Spieler mit notorischen Platzproblemen freuen wird, aber der Kern des Spiels, das Handeln und Tauschen, ist unverändert geblieben.

Doch machen wir uns auf zu den Edelsteinbörsen der Welt, auf denen wir in drei Durchgängen möglichst viel Geld verdienen sollen, denn am Ende gewinnt der Spieler mit dem meisten Geld. Dazu erhält Jeder drei Aktionskarten (bei fünf Spielern kommt noch eine vierte hinzu) und zwölf Edelsteine (je drei pro Farbe), die unterschiedlich viel wert sind (die roten Steine sind am wertvollsten, während die blauen Edelsteine bei der Wertung am wenigsten Geld einbringen).

Die drei Durchgänge gliedern sich je nach Anzahl der Spieler in verschiedene Runden, die alle auf dieselbe Weise verlaufen. Zuerst nimmt sich jeder Spieler eine Edelsteinkarte und legt sie offen vor sich hin. Dann wird eine Ereigniskarte aufgedeckt und zum Schluss legen alle Spieler gleichzeitig eine Aktionskarte aus. Diese Aktionen werden dann der Reihe nach ausgeführt. Zuerst geht es ums liebe Geld. Der betreffende Spieler nimmt sich soviel Geld aus der Bank, wie auf seiner Edelsteinkarte angegeben ist. Die nächste Aktion besteht im Nehmen einer Ereigniskarte und zwar entweder die offen liegende oder die oberste verdeckte Karte vom Stapel. Zum Schluss folgen die Edelsteine. Der Spieler nimmt sich die Edelsteine vom Vorrat, die auf seiner Edelsteinkarte abgebildet sind. Bei fünf Spielern gibt es noch die vierte Aktion "freie Wahl", bei der man einen Edelstein aussuchen darf.

Aber so einfach ist das Ganze natürlich nicht und jetzt kommt ein bisschen Psychologie ins Spiel. Nur der Spieler, der eine Aktionsart alleine ausgewählt hat, darf diese auch ungehindert durchführen. Haben zwei Spieler dieselbe Aktion gewählt, müssen sie aushandeln, wer die Aktion durchführen darf (Ausnahme freie Wahl). Gehandelt wird dabei mit Edelsteinen, die man sich gegenseitig anbietet - und zwar solange, bis einer der beiden Kontrahenten das Angebot des anderen akzeptiert. Er bekommt dann die angebotenen Edelsteine und der andere darf die Aktion ausführen. Haben gar drei Spieler dieselbe Aktion durchgeführt, darf keiner diese Aktion durchführen (auch hier wieder Ausnahme freie Wahl).

Nach jedem der drei Durchgänge kommt es zur Wertung. Der Spieler mit der Mehrheit einer Edelsteinsorte bekommt den entsprechenden Geldbetrag. Durch die richtigen Ereigniskarten kann man diesen Betrag noch steigern. Hat ein Spieler die alleinige Mehrheit, bekommt er den vollen Betrag und muss anschließend die Hälfte seiner Edelsteine von dieser Sorte abgeben. Teilen sich zwei oder mehr Spieler die Mehrheit, wird der Erlös gleichmäßig verteilt und jeder gibt anschließend zwei Edelsteine dieser Sorte ab. Mithilfe der Ereigniskarten lassen sich auch noch Zertifikate sammeln, die man in der Wertungsphase auch in Geld umsetzen kann. Im Unterschiede zu den Edelsteinen bekommt hier der Spieler mit den zweitmeisten Zertifikaten auch noch Geld. Nach der dritten Wertung endet das Spiel. Sieger ist natürlich der Spieler mit dem meisten Geld (bei Gleichstand entscheidet der Besitz von Edelsteinen).

Das Spiel funktioniert mit allen angegebenen Spielerzahlen, am meisten Spaß macht es aber doch in der vollen Besetzung. Es ist ein rundum gelungenes Verhandlungsspiel, das den Spielern immer wieder auch einen Schuss Einfühlungsvermögen abverlangt bei der Frage, was die lieben Mitspieler wohl für eine Aktion ausgewählt haben. Begeistert hat uns auch die Aufmachung der Spielregel, die man direkt mit Lust lesen kann.

 

Spieleinfo

Verlagsangaben
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
3 - 5
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
9
Spieldauer (Minuten): 
75
Jahrgang: 
2003
Spielkategorisierung
Auszeichnungen: 
Spielethema: 
Spielegattung: 
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