Määäh!

Nach rechts oder nach links, das ist hier die Frage

eine Spielerezension von Eva Timme - 13.07.2010
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Määäh! von Reich der Spiele

Määäh! Ja, wo laufen die Schafe denn?

Alle Karten werden gemischt und gleichmäßig an alle Kindern verteilt. Jedes Kind legt seine Karten verdeckt so vor sich hin, sodass der kleine Siebenschläfer auf der Kartenrückseite richtig herum liegt. Das ist die erste Hürde, die zu meistern ist. Liegen in dem Stapel einige Karten falsch herum, dann läuft das Schaf auf der aufgedeckten Karte auch in die falsche Richtung. Die Glocke liegt in der Mitte, gut erreichbar für alle Kinder. Spielziel ist, es gut aufzupassen, wann man an der Reihe ist und als letzter noch Karten übrig zu haben. Beginnen darf, wer am längsten Määäh rufen kann. Diesen Anfang fanden alle Kinder ausgesprochen lustig und originell.

Der Startspieler decke die oberste Karte seines Stapels auf, zum Kreis hin, damit alle die Karte sehen können. Jetzt gilt es zu schauen, in welche Richtung das Schaf läuft. Die Zeichnung sehr eindeutig, zusätzlich gibt es einen roten Pfeil, der die Richtung anzeigt und für die Kinder, die schon lesen können steht auch noch Määäh oder Möööh auf der Karte. Määäh heißt rechts, Möööh heißt links. Läuft das Schaf nach links, so ruft der Spieler also Möööh und legt seinem linken Nachbarn die Hand auf die Schulter. Dafür müssen die Kinder eng beieinander sitzen, bei drei Spielern und einem normalen Tisch gar nicht so einfach. Außerdem ist es dann für die Kinder nicht so nötig genau aufzupassen, ob sie dran sind, weil sie jedes Mal „angestupst“ werden. Nun spielt der linke Nachbar weiter, deckt eine Karte auf, ruft Määäh oder Möööh und das jeweils rechte oder linke Kind ist an der Reihe.

Falls ein verwirrtes Schaf aufgedeckt wird, dass nicht weiß, wo es hin laufen soll, so entscheidet das Kind, ob es rechts oder links herum laufen soll. Das ist die einzige Entscheidungsmöglichkeit bei diesem Spiel und die einzige Möglichkeit, den Spielverlauf zu beeinflussen. Hat das Kind rechts von mir noch viele Karten, dann dentscheide ich mich für Määäh und lege ihm die Hand auf die Schulter, damit es am Zug ist und eine weitere Karte aufdecken muss.

Noch zwei weitere Sonderkarten kommen in dem Spiel vor. Ein Schaf mit Glocke: Wird dieses aufgedeckt, so versuchen alle Kinder gleichzeitig, das kleine Glöckchen in der Tischmitte zu schnappen. Der, dem dies gelingt, der darf sich einen beliebigen Stapel aufgedeckter Karten von einem Mitspieler nehmen und unter seinen eigenen Stapel schieben. Damit hat man die Möglichkeit, neue Karten zu bekommen, um möglichst lange im Spiel zu bleiben – schade nur, wenn die anderen immer schneller sind. Dabei macht sich schon eine geringe Altersdifferenz bemerkbar und jüngere Kinder haben kaum eine Chance, die Glocke zu erreichen. Der Hund: Das Kind, das den Hund aufdeckt, sagt „Wuff“ und alle setzen sich einen Platz nach links. Wer Glück hat, sitzt nun bei einem Stapel mit vielen Karten, denn die Kartenstapel bleiben liegen. Wenn das Kind Pech hat, dann verliert es gerade alle mühsam eroberten Karten – das war im Spiel manchmal schwer auszuhalten.

Die Variante für jüngere Kinder reduziert das Spiel von einem Reaktionsspiel auf ein reines Glücksspiel, wer die Glocke aufdeckt, bekommt einfach so einen Kartenstapel und gibt anschließend, nur zum Spaß, das Glöckchen nur einmal zu jedem Mitspieler im Kreis herum, ehe es wieder in die Mitte gelegt wird.

Mir hat sich der Sinn und vor allem die Motivation des Spiels nicht erschlossen. Wenn ich mit einem Spiel mit Kindern „Rechts und Links“ üben möchte, dann ist Määäh und Möööh eher ungeeignet und wenn ich wie am Ende der Regel vorgeschlagen, stattdessen „Rechts“ und „Links“ sage, dann ist ein zumindest lustiges Element des Spiels nicht mehr vorhanden. Erwachsene haben ja oft ein anderes Interesse und Kinder finden manche Sachen lustig, über die ich nicht lachen kann. Das Spiel Määäh! fanden die Kinder in meinen Testrunde allerdings auch nicht lange spannend. Wir haben das Spiel später ohne „Handauflegen“ gespielt. Deshalb mussten die Kinder gut aufpassen, ob es Määäh oder Möööh war bzw. rechts oder links. Für falsches Aufdecken wurde eine Karte an den letzten Spieler abgegeben.

Bleibt noch die schöne Verpackung – Määäh! von der Edition Siebenschläfer kommt in einem Frotteesäckchen daher, was sehr Schaf-ähnlich aussieht und sowohl mir, als auch den Kindern sehr gut gefallen hat.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
3 - 6
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
5
Jahrgang: 
2009
Spielkategorisierung
Spielethema: 
Spielegattung: 
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