Animals on Board

eine Spielerezension von Bernhard Zaugg - 04.09.2016
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Animals on Board - Spielschachtel - Foto von eggertspiele
Lesezeit: ca. 4 Minuten

Spielen bildet. Und so lehrt uns Animals on Board, dass Noah mit seiner Arche möglicherweise gar nicht unbedingt der Retter der Redlichen und Gerechten gewesen sein muss. Sondern ein Gegner, der seine Widersacher - d. h. uns - um die Früchte der vorangegangenen Bemühungen zum Einsammeln von Tieren aller Art zu bringen trachtet. Wir haben bei Animals on Board nämlich ebenfalls alle eine Arche, die mit der von uns geretteten Fauna gefüllt werden soll. Und dann kommt diese Spielanleitung und legt fest, dass besagter Noah am Ende der Partie alle Tiere, die bei uns paarweise anzutreffen sind, skrupellos klauen und auf seine eigene Arche abzügeln wird. Einzig Einzelexemplare und ganze Gruppen von Tieren derselben Art werden verschmäht und dürfen bei uns bleiben und Siegpunkte eintragen - Noah als Gegenspieler und Feind, auf so eine Idee muss man auch erst mal kommen …!

Wie wird Animals on Board gespielt?

Wir versuchen also, unsere Arche mit einem oder mindestens drei Tieren der einzelnen Arten und Gattungen zu füllen. Dazu darf jede Runde einmal ein Abtranport von Tieren vollzogen werden, allerdings stets nur Einzeltiere oder Gruppen, wie sie gerade in der Tischmitte rumlungern, und nur wenn die Tiere dann auch gleich gefüttert werden können. Das aber ist ein Problem, ist doch am Anfang jeder Runde die Herde groß und unser Futtervorrat meist leer.

Glücklicherweise darf die Herde auch geteilt werden und gibt es dafür eine Futterkiste als Belohnung. Und so muss und wird jeder Spieler zu Beginn die Herde nach eigenem Gutdünken zerkleinern in der Hoffnung, später Tiere in der gewünschten Stückelung auf sein Boot treiben zu können. Pech nur, dass die Gegner alle ungefähr dieselben Gedanken und Ziele haben.

Das erinnert vom Spielgefühl her stark an Zooloretto und Aquaretto und weitere Spiele mit demselben Handlungsprinzip. Auch bei ihnen allen müssen neben den eigenen Plänen und Möglichkeiten stets jene der Gegner im Auge behalten werden. Während bei Zooloretto und Konsorten aber jederzeit offenliegt, was sich alles in den einzelnen Gehegen tummelt, sind bei Animals on Board die eingesammelten Tiere auf den Archen vor dem Einblick der Gegner geschützt.

Bei dem allem kommt es stark darauf an, welche Tierplättchen zum Rundenbeginn die neue Herde bilden und wie sie zur Ablage in der eigenen Arche passen. Drohen mir Pärchen, die am Schluss nichts eintragen (Noah lässt grüßen!) oder kann ich frisch loslegen und dann schauen, was von der aktuellen Auswahl in der laufenden Runde alles bei mir landen wird? Und kriege ich die mir am besten passenden Tiere oder schnappt sie mir einer der Konkurrenten vor der Nase weg, weil er sie ebenfalls gut für sich gebrauchen kann?

Animals on Board: Beliebig aus dem Bauch heraus spielen

Eggheads und andere Spezialisten können sich vielleicht merken, was die Gegner zuvor alles auf ihren Archen versammelt haben und welche Tiere sie daher in der laufenden Runde haben möchten und welche nicht. Die meisten aber schaffen das nicht oder wollen es gar nicht probieren, sondern spielen frei aus dem sprichwörtlichen Bauch heraus. Das macht einen grossen Unterschied zum Spielgefühl bei Zooloretto und Konsorten und verschafft Animals on Board einen beschwingten, aber leider auch etwas beliebigen Touch: Ich sammle passende Tiere und möglichst viele Punkte und schaue dann ganz am Schluss, was die Gegner bis dahin alle erreicht haben.

Das Ende der Partie wird erreicht, wenn jemand zehn oder mehr Tierplättchen auf seiner Arche versammelt hat. In der Schlussabrechnung werfen Einzeltiere den auf dem Plättchen aufgedruckten Zahlenwert von 1-5 Punkten ab, während drei oder mehr Tiere derselben Sorte je 5 Punkte eintragen, was ganz schön lukrativ, aber schwer zu erreichen ist, jedenfalls wenn die Konkurrenz zuvor aufgepasst hat, welche Tiere die anderen alle so eingesammelt haben. Ausserdem klaut Noah bekanntlich überall allfällige Tierpaare von den diversen Archen, was sehr unerfreulich ist und meist jegliche Aussicht auf den Sieg zerstört.

Animals on Board wurde in die Empfehlungsliste 2016 der Jury Spiel des Jahres aufgenommen und entspricht gut deren Bestrebungen, Nichtspieler zum Mitspielen zu motivieren. Das Ganze schaut hübsch aus und es kann schon nach kurzem Regelstudium losgelegt werden. Höheren strategischen Ansprüchen kann das Spiel von Ralf zur Linde und Wolfgang Sentker (eggertspiele/Pegasus Spiele) dagegen nicht genügen und will es auch gar nicht.

Video: 

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spielerzahl: 
2-4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
8
Spieldauer (Minuten): 
20-30
Jahrgang: 
2016
Spielkategorisierung
Spielethema: 
Spielegattung: 
Fotos
Animals on Board Spielmaterial - Foto von eggertspiele
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