Die verlorenen Ruinen von Arnak

eine Spielerezension von Olaf Bormann - 02.06.2021
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Die verlorenen Ruinen von Arnak - Ausschnitt - Foto von Heidelbär
Lesezeit: ca. 4 Minuten

Die verlorenen Ruinen von Arnak ist ein Spiel für zwei bis vier Menschen von Czech Games Edition. Wir bereisen die Insel Arnak, machen überraschende Entdeckungen, müssen uns gewaltigen Kreaturen stellen und treiben nebenher noch diverse Forschungen.

Der fantastisch gestaltete Spielplan zeigt neben diversen Ablagefeldern für Karten und Spielmaterial zum einen eine Vielzahl an Orten, die bereist werden können. An den bekannten Orten wissen wir, was wir vorfinden werden, an den unentdeckten nicht. Zum anderen ist eine Forschungsskala zu sehen, die umso mehr Punkte für die Schlusswertung verspricht, je weiter wir mit unseren beiden Markern vorangehen.

Was macht Die verlorenen Ruinen von Arnak aus?

Die verlorenen Ruinen von Arnak - Aufbau - Foto von Heidelbär

Motor des Spiels ist ein Deckbauelement. Jeder startet mit den gleichen Karten und wird im Laufe des Spiels weitere dazu erwerben. Fast alle Karten ermöglichen zwei Effekte: Zum einen kann ich mit ihnen die verschiedenen Orte des Spielplans bereisen je nach Symbol oder sie erlauben mir, an die fünf verschiedenen Währungen ranzukommen, verbilligt zu forschen, zu reisen oder neue Karten zu erwerben.

Das Ressourcenmanagement spielt eine Schlüsselrolle. Ich bereise die Orte, um mich damit einzudecken. An den unentdeckten Orten herrscht Zockerei: Ich benötige neben dem passenden Reisemittel eine bestimmte Menge der Kompasswährung, werde dann zur Belohnung etwas finden und stehe zu guter Letzt einer Kreatur gegenüber, für deren Überwindung wiederum eine mir vorher unbekannte Währungskombination nötig ist. Im Idealfall habe ich alles beisammen und in zwei Aktionen einen guten Schnitt gemacht und solide acht Siegpunkte eingesammelt. Scheitere ich, dann habe ich eine Furchtkarte an der Backe, die nur wenig mehr als ein Minuspunkt am Ende bringt.

Forschen bedeutet auf einer gesonderten Skala für bestimmte Währungskombinationen aufzusteigen, um damit am Ende viele Siegpunkte zu sammeln und auch wieder Ressourcen zu erhalten. Hierbei herrscht ein Wettlauf, wer zuerst bestimmte Felder erreicht, gewinnt Boni.

Die verlorenen Ruinen von Arnak - Ortsplättchen - Foto von Heidelbär

Also Karten kaufen, reisen und forschen, das sind die drei Hauptaktionen, wobei es über die Handkarten vielerlei Möglichkeiten gibt, zusätzliche Nebenaktionen auszulösen. An sich startet jeder die Runde nur mit fünf Handkarten. Es gilt, eine gute Verkettung zu schaffen, das möglichst beide Archäologen auf Reisen gehen, Karteneffekte greifen, neue passende Karten erworben werden und vielleicht noch die Forschung voran kommt.

Lohnt sich das Gesellschaftsspiel Die verlorenen Ruinen von Arnak?

Tatsächlich bieten die Mechanismen in Arnak nichts wirklich Neues, aber ... Material, Ausstattung und Gestaltung sind einfach überwältigend! Mit wieviel Liebe zum Detail hier gearbeitet wurde, der Spielplan, die Handkarten, jedesmal habe ich das Gefühl, mitten in einem Film über Indianer Jones zu agieren, ohne die schreckliche Frauendarstellung aushalten zu müssen. Das allein würde einem alten Hasen nicht reichen, nein, Arnak baut eine sehr reizvolle Faszination auf. Und die liegt in der Beschränkung der Spielrunden, nach nur fünf ist das Spiel vorbei. Ich hatte noch soviel vor ... So häufig wird das Kartendeck nicht durchgespielt, das merkt man erst nach einigen Partien, da will der Erwerb der Karten durchdacht sein. Gelungene Verkettungen von Effekten machen natürlich viel Spaß! Arnak ist kein komplexes Grübelspiel, der Einstieg fällt nicht schwer, die Symbolik ist schnell eingängig und es spielt sich sehr flott. Es bieten sich ständig viele Möglichkeiten, die im Laufe des Spiels sich verbessern, von daher ist der Wiederspielreiz sehr hoch.

Es spielt sich hervorragend zu zweit und lässt mehr Planung zu. Zu viert herrscht ein ganz anderer Druck, die Orte sind oft schneller bereist, die Boni weg und Plan B muss öfter aus der Schublade gezogen werden. Der Solomodus ist interessant, die Unsicherheiten, was machen meine Mitspieler, erzeugen meines Erachtens aber mehr Spannung.

Die verlorenen Ruinen von Arnak - Schachtel - Foto von Heidelbär

Die verlorenen Ruinen von Arnak ist kein Gesellschaftsspiel, das komplett durchgerechnet werden kann, an zwei wichtigen Stellen - welche neuen Karten tauchen auf und was erwartet uns bei den Entdeckungen - spielt das Glück eine große Rolle, wirkt sich aber nicht als das Spiel torpedierend aus. Der Spielplan ist doppelseitig ausgestattet. Die zweite Seite ist um einiges knackiger und schwieriger, da andere Anforderungen gestellt werden. Von mir eine glatte Empfehlung!

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieleautor: 
Grafik: 
Spielerzahl: 
1-4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
12
Spieldauer (Minuten): 
30-120
Jahrgang: 
2020
Spielkategorisierung
Auszeichnungen: 
Spielethema: 
Fotos
Die verlorenen Ruinen von Arnak - Aufbau - Foto von Heidelbär
Die verlorenen Ruinen von Arnak - Ortsplättchen - Foto von Heidelbär
Die verlorenen Ruinen von Arnak - Schachtel - Foto von Heidelbär

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