KillerCruise

Findet den Mörder und rettet die Passagiere

eine Spielerezension von Martin B Wagner - 09.01.2021
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Fitzek - KillerCruise - Atmosphärengrafik - Foto von moses.Verlag
Lesezeit: ca. 6 Minuten

Sebastian Fitzek, einer der erfolgreichsten deutsche Autoren von Psychothrillern, muss, nach seiner ersten Zusammenarbeit mit dem nicht weniger erfolgreichen Spielautor Marco Teubner, gefallen daran gefunden und noch einige Ideen in der Hinterhand gehabt haben. Als Grundlage wählten die beiden Autoren den Fitzek-Roman "Passagier 23", und entstanden ist daraus das Spiel Killercruise. In diesem kooperativen Spiel steuern die Spieler Protagonisten aus dem Roman und versuchen, die Passagiere zu retten und den Mörder zu finden. Das Spiel vom moses.Verlag ist für zwei bis vier Spieler ab 12 Jahren. Bei einer prognostizierten Spielzeit von 30 Minuten, erwartet die Spieler ein rasantes Spiel. Lassen wir uns überraschen.

Spielmaterial und Aufbau

Der Blick auf die Box und auf das Bild des Spielbretts und der anschließende Blick zurück auf die Box lassen einen zunächst skeptisch zurück. In der kleinen Box, soll ein mindestens dreimal so großes Spielbrett sein? In der Box finden wir zuerst ein dünnes Regelheft und große Spielkarten, darunter zwei Karten mit Rätseln, zwei Schiffspläne, Mörderkarten und Figurenkarten. Daneben gibt es auch kleine Spielkarten, Hinweiskarten und Passagierkarten und verschiedene Schiffsräume, die man puzzle-artig zusammenfügen kann. Zu guter Letzt gibt es neun Spielfiguren inklusive Holzfüßen, vier gesunde Spielerfiguren, vier verwundete Spielerfiguren, eine Mörderfigur und einen Brief. Das große Spielbrett ist auf den ersten Blick nicht durch die Schiffsräume aufzubauen, also muss man sich die Box genauer anschauen und findet dann, unter dem Aufbewahrungseinlegeboden, das Spielbrett zum Aufklappen und zusammenstecken. Gleich vorweg: Nach dem Spielen kann man das gesamte Spielbrett wieder auseinanderbauen und perfekt in der Box verstauen.

Das Spielbrett

Fitzek - KillerCruise - das Schiff - Foto von moses.Verlag

Das zusammengebaute Spielbrett zeigt das dritte Deck mit der Werkstatt, dem Maschinenraum und dem Vorratslager. Hier finden die Spieler Hinweise auf den Zufluchtsort des Mörders und hoffentlich schlussendlich den Mörder. Auf die Hinweise legt man das Mitteldeck, mit Räumen wie dem Hospital, der Offiziersmesse und der Rezeption. Auf den Räumen sind immer zwei farbige Schlüssel aufgedruckt. Darüber wiederum ist das Oberdeck des Schiffes, das Startdeck. Auch hier sind jeweils zwei farbige Schlüssel aufgedruckt.

Vor dem Spiel

Mit dem Vorlesen des Briefes, einer mehr als zweideutigen Einladung zur Kreuzfahrt, beginnt das Spiel. Für das eigentliche Spielen erhält jeder Spieler, je nach Schwierigkeit, eine gewisse Anzahl von Figurenkarten als Handkarten. Die restlichen Figurenkarten mischen die Spieler mit den Mörderkarten, mit der Abbildung eines Mörders oder mit zwei Mördern. Die Spieler platzieren dann die Mörderfigur in einen Raum auf dem Oberdeck und drei der vier gesunden Spielerfiguren in anderen Räumen. Der Aufbau, tatsächlich der langwierigste Teil des Spiels, ist dann fast vorbei, denn anschließend werden nur noch vier Passagierkarten aufgedeckt und in die dazugehörigen Räume gelegt.

Das Spielen: So läuft eine Partie KillerCruise

Mit dem Auslegen der Passagierkarten beginnt das Spiel direkt. Denn es gibt bestimmte Bedingungen, die eine Passagierkarte sofort retten. Liegt sie nämlich in einem Raum mit einer Spielfigurenkarte und zeigt die das Bild dieser Spielfigur, ist sie sofort gerettet. Gleiches gilt, wenn sie zwei Figuren zeigt und sie in einem Raum mit zwei Spielfiguren ist. Etwas aufwendiger ist das Retten der dritten Art von Passagierkarte. Diese Passagierkarten zeigen einen Raum. Zu diesem Raum müssen sie gebracht werden. Das Retten von Passagieren ist wichtig, denn nach fünf getöteten Passagieren endet das Spiel. Dazu aber gleich mehr. Zuerst darf der erste Spieler, der, der zuletzt Passagier 23 gelesen hat oder eben der jüngste Spieler, versuchen seine Figurenkarten einzusetzen. Alle Spieler können mit ihren Karten alle Spielfiguren bewegen und benutzen, sofern sie passende Karten haben.

Fitzek - KillerCruise - Das aufgebaute Spielbrett - Foto von Martin B. Wagner

Die Figurenkarten und der Lauf des Spiels

Auf den Karten finden sich drei Bestandteile. Ganz oben ist ein Schlüssel zu finden. Schlüssel benötigt man, um in die unteren Decks zu kommen. Zum Öffnen der Decks benötigt man immer zwei Schlüssel. Unter dem Schlüssel ist ein Bild einer Spielfigur. Diese kann damit bewegt werden. Entweder in einen benachbarten Raum, in den Raum, der draufsteht oder, wenn die Figur bereits in dem Raum ist, in irgendeinen Raum. Zu Beginn hat man auch Karten, die eine Figur zeigen, die noch gar nicht im Spiel ist. Diese Figur ist irgendwo im Mitteldeck.

Tipp: Die Karten der Figur, die noch nicht im Spiel ist, kann man als Schlüssel parken und benutzen.

Mit den Figurenkarten muss man nun drei Dinge schaffen: Die Passagiere retten, dem Killer aus dem Weg gehen und in die Unterdecks gelangen. Das ist recht simpel. Die Schwierigkeit erhöht sich durch das Nachziehen der Figurenkarten. Zwischen den Figurenkarten sind auch die Killerkarten und zieht man eine davon, bewegt sich der Killer im Uhrzeigersinn vorwärts. Auf seinem Weg verwundet er bei der ersten Begegnung Spielerfiguren, was dazu führt, dass man mit der verwundeten Spielfigur weiterspielt. Bei der zweiten Begegnung tötet er Passagiere und Spielerfiguren sofor. Zur Erinnerung: Nach fünf toten Passagieren endet das Spiel, außerdem auch dann, wenn alle Spielfiguren getötet wurden. Für jeden Schritt wird eine neue Passagierkarte gezogen und ausgelegt. Danach ist der nächste Spieler dran und muss die drei oben erwähnten Dingen schaffen und danach wieder Karten ziehen.

Die unteren Decks

Nach vier geöffneten Räumen, kann man schließlich die vierte Spielfigur finden. Dazu muss man die vier geöffneten Räume umdrehen und dort Buchstaben und Linien folgen, um den Raum zu finden, in dem die vierte Spielfigur steckt. Anschließend gilt, es diesen Raum aufzusuchen und vermutlich vorher aufzuschließen. Dabei muss man natürlich weiter Passagiere retten und dem Killer entkommen. Mit der vierten Spielfigur geht es dann weiter und es gilt neben den normalen Aufgaben, nun auch die Türen zum Unterdeck aufzuschließen und die Hinweise zu lesen. Diese Hinweise grenzen die Zuflucht des Killers ein. Dabei gibt es 24 verschiedene Kombinationen von Hinweisen, also auch 24 verschiedene Spiele von Killercruise. Nach ungefähr fünf bis sechs Hinweisen kann man zumindest eine 50/50-Chance haben, den Killer zu stellen. Mehr Hinweise geben natürlich mehr Sicherheit. Entscheidet man sich für den falschen Raum, ist das Spiel verloren. Gegen Ende wird es sehr eng und einen Hinweis mehr finden zu wollen, kann dem Killer eine Chance geben.

Erfahrungen muit KillerCruise

Fitzek - KillerCruise - Cover - Foto von moses.Verlag

Im ersten Probespiel musste wir uns bereits nach vier Hinweisen entscheiden, da der Killer am Ende der Runde mit Sicherheit den letzten fehlenden Passagier getötet hätte. Wir hatten Glück und gewannen die Partie. Der Weg dahin war zu Beginn etwas frustrierend, der Aufbau hat einiges an Zeit gekostet und auch das Reinkommen ins Spiel war nicht so einfach. Mit jeder Runde lief es aber runder und tatsächlich war es am Ende richtig spannend und die Runden liefen wie von selbst. Für das erste Spiel ist die Vorgabe mit den 30 Minuten etwas zu kurz gefasst, aber ab dem zweiten Spiel passt die Vorgabe. Dann kommt auch die versprochene Spannung, die man aus dem Roman kennt, deutlich schneller auf und das Mitfiebern beginnt früh.

Fazit: Spannend wie ein Fitzek-Roman oder eher langweilig wie ein [bitte Hassgenre einfügen]-Roman?

Tatsächlich war ich bis zur Mitte des ersten Spiels skeptisch und hätte eher zu Letzterem tendiert. Je näher das Ende rückte, desto mehr Spannung kam auf. Dabei halfen natürlich die Hinweise und der Druck des Killers. Die Kombination macht den Unterschied. Da man ab dem zweiten Spiel viel schneller ins Spiel kommt, ist die Frage dann endgültig klar. Das Spiel ist spannend wie ein Fitzek-Roman. Neben der Spannung können aber auch die Regeln überzeugen, denn diese passen perfekt zu KillerCruise und sind griffig und nach kurzer Zeit intuitiv anwendbar. Wer Fitzek liebt und auch ein wenig Rätseln mag, der macht mit dem Kauf nicht allzu viel falsch. Man sollte sich aber beeilen, beim Verlag gibt es das Spiel aktuell bereits nicht mehr.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Verlag: 
Spielerzahl: 
2-4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
12
Spieldauer (Minuten): 
30
Jahrgang: 
2020
Spielkategorisierung
Fotos
Fitzek - KillerCruise - das Schiff - Foto von moses.Verlag
Fitzek - KillerCruise - Cover - Foto von moses.Verlag
Fitzek - KillerCruise - Das aufgebaute Spielbrett - Foto von Martin B. Wagner

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