Namibia

eine Spielerezension von Olaf Bormann - 16.01.2011
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Namibia von Reich der Spiele
Lesezeit: ca. 2 Minuten

Das Urlaubsland Namibia in Afrika als Hintergrund eines Brettspiels ist mir noch nicht untergekommen. Mal etwas anderes. Genauer gesagt, ist die Rohstoffausbeutung des Landes während der Zeit des deutschen Kolonalismus von 1884 bis 1915 das Thema. Der Spielplan zeigt das Land in einem Sechseckraster und ist ansprechend gestaltet sowie mit einer Fülle von geographischen Details versehen, ohne das diese das eigentliche Spiel stören würden.

Zu Beginn werden einige Rohstoffe auf dem Plan verteilt, deren vier verschiedene Sorten gibt es. Die Zugreihenfolge wird in jedem der sechs Züge erneut versteigert, wonach im Anschluß jeder einer festen Aktionsreihe folgen muss: Dem Minenaufbau folgt die Verteilung neuer Rohstoffwürfel auf dem Plan und nach dem Eisenbahnbau dann der Abtransport via Lkw und der Bahn zu den Häfen. Über die Häfen verkauft jeder seine Rohstoffe, die allerdings in jeder Runde nur eine Sorte pro Hafen verladen. Die Wahl trifft jede Runde neu der aktive Spieler. Der Verladeort wechselt also ständig. Zusätzlich bleibt immer ein Rohstoff unberücksichtigt. Die Verkaufserlöse sind wechselnden Preisen unterworfen, je nach Angebot und Nachfrage, die über die verkaufte Menge der Spieler gesteuert werden. Mit dem Geld ist am Ende bestimmter Runden der Erwerb von Siegpunkten möglich.

Namibia ist ein leicht verständliches schnell eingängiges Wirtschaftsspiel. Nur leider ist es auch recht spannungsarm, nach zwei der sechs Runden ist allen klar, wie der Hase läuft und dann passiert auch nichts neues mehr. Um vom Verkauf nicht abgeschnitten zu sein, werden sehr oft die vier Häfen schnell vernetzt, das lässt sich auch nicht verhindern. Der Verlauf bleibt gleich und durch die feste Aktionsreihenfolge, der jeder Spieler unterworfen ist, gibt es kaum Entscheidungsfreiräume. Jeder Spieler darf einen Rohstoff nicht abbauen, aber auch diese Feinheit schafft keine besonderen Spannungsmomente, rasch ist es beliebig, welche Rohstoffe jeder abbaut. Leider ist der hübsche Spielplan zu klein, auf den Feldern passen kaum mehr als die Bohrtürme, für die Rohstoffe, Schienen und LKW´s wird es zügig eng. Schnell verrutscht alles und wird unübersichtlich. Somit kann ich nur eingeschränkt eine Empfehlung für Namibia aussprechen.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
3 - 4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
12
Spieldauer (Minuten): 
120
Jahrgang: 
2010
Spielkategorisierung
Fotos
Namibia von spielmaterial.de
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