Onirim

eine Spielerezension von Silke Groth - 27.10.2012
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Onirim von Pegasus Spiele
Lesezeit: ca. 4 Minuten

Onirim ist ein Solitärspiel, das die Spieler in eine surreale Traumwelt versetzt. Ziel ist es, rechtzeitig aus dem Traumlabyrinth zu entkommen, um nicht bis in alle Ewigkeit in ihr gefangen zu bleiben. Die Traumwelt besteht aus Karten. Da gibt es Alptraumkarten, welche die Gegner darstellen, acht Pforten in vier verschiedenen Farben, die es zu finden gilt, und die Labyrinthkarten, welche den Weg des Traumwandlers darstellen und in den gleichen Farben wie die Pforten vorhanden sind. Letztere weisen zusätzlich eines von drei Symbolen auf (Sonne, Mond oder Schlüssel). Alle Karten verschwinden gemeinsam in einem Zugstapel von dem fünf Karten die Starthand bilden.
 
Während des Zuges kann bei Onirim entweder eine Karte ausgelegt oder abgeworfen werden. Die gelegten Karten stellen den Traumpfad des Spielers dar. Liegen drei gleichfarbige Karten nebeneinander, wobei gleiche Symbole auf angrenzenden Karten untersagt sind, hat der Spieler eine Pforte entdeckt. Abgeworfene Sonne- und Mondkarten haben keinen speziellen Effekt, Schlüssel hingegen erfüllen eine Prophezeiung und geben die Chance fünf Karten des Zugstapels zu ziehen, diese neu anzuordnen und eine Karte davon abzuwerfen.
 
Nach dem Spielzug muss bei Onirim die Kartenhand wieder auf fünf Karten aufgefüllt werden. Ist die gezogene Karte eine Labyrinthkarte geht es schlicht mit dem nächsten Zug weiter. Eine Pforte kann mit etwas Glück sofort gefunden werden, sollte sich eine dazu farblich passende Schlüsselkarte in der Spielerhand befinden. Anderenfalls wandert sie in den Limbus und mischt sich am Zugende unter die anderen Karten des Zugstapels. Wer einen der zehn Alpträume nachzieht, hat die Qual der Wahl, wobei die Betonung auf Qual liegt, denn man verliert auf jeden Fall Karten. Das kann entweder ein beliebiger Schlüssel, eine bereits ausgelegte Pforte, die gesamte Kartenhand oder die obersten fünf Karten des Zugstapels sein. Das Kartenspiel Onirim endet entweder im positiven Falle, sobald die achte Pforte ausliegt oder im negativen bei einem leeren Zugstapel.
 
Wer sich nicht allein in das Traumlabyrinth wagt, kann Onirim auch zu zweit entdecken. Hier wird die Handkartenzahl reduziert, dafür erhalten die beiden Träumer eine gemeinsame Auslage. Ziel ist es immer noch alle Pforten zu finden, jedoch müssen beide Spieler jeweils eine Pforte pro Farbe auslegen. Neben dem Basisspiel enthält Onirim bereits drei Erweiterungsmodule, die entweder einzeln oder komplett hinzugefügt werden können. Diese Module bringen zusätzliche Herausforderungen und Erschwernisse, geben aber gleichzeitig auch weitere Aktionsmöglichkeiten. Das ist auch gut so, denn das Basisspiel allein, ist auf Dauer etwas eintönig.
 
Onirim ist ein Kartenspiel an dem sich die Geister scheiden. Größtes Manko ist das ständige Mischen. Wer sich schon bei Dominion "übermischt" fühlt, für den ist Onirim eine wirklich Reise in ein Alptraumland. Denn gemischt wird exzessiv. Ich hab keinen passenden Schlüssel für die Pforte – Mischen. Ich habe drei gleichfarbige Karten ausgelegt und eine Pforte gefunden – Mischen. Eine Karte landet im Limbus – Mischen. Ein weiterer Punkt ist der hohe Glücksanteil. Ob man rechtzeitig alle Pforten findet ist zum großen Teil Fortuna geschuldet. Ein paar Alpträume kurz nacheinander zu einem ungünstigen Zeitraum und das Spiel ist gelaufen. Eine gewisse Spielerfahrung lässt die Chancen natürlich steigen und durch die Erweiterungen hat man zumindest gefühlt mehr Handlungsmöglichkeiten, aber letztlich bleibt es Glücksache.
 
Aber genug gemeckert: Onirim ist trotzdem ein super Kartenspiel. Das eigentlich gänzlich abstrakte Spiel bekommt durch die tolle Optik eine gehörige Portion Atmosphäre und die Spielausgänge sind meistens so knapp, dass das Traumwandeln sehr spannend ist. Die kurze Spieldauer, der gut ausbalancierte Schwierigkeitsgrad (der zudem über die Erweiterungen steuerbar ist) und die Möglichkeit es auch zu zweit spielen zu können runden die Sache noch ab.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
1 - 2
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
8
Spieldauer (Minuten): 
20
Jahrgang: 
2011
Spielkategorisierung
Spielegattung: 
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