The Manhatten Project

eine Spielerezension von Johannes Halbig - 19.10.2015
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The Manhatten Project - Foto von Minion/Asmodee
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Das Manhattan-Projekt war während des Zweiten Weltkrieges ein militärisches Forschungsprojekt der USA zur Entwicklung einer Atombombe. Die Forschungsarbeiten wurden von J. Robert Oppenheimer geleitet. Ob dieser Hintergrund für ein Spiel brauchbar ist, muss sich zeigen. Ein Spiel, bei dem es Siegpunkte für den Bau von Atombomben gibt, ist sicherlich nicht jedermanns Sache. Schon das Schachtelcover wirkt sehr dunkel und bedrohlich. Spielziel ist es, mit Hilfe von Spionage und Militäroperationen dem eigenen Land den rechtmäßigen Platz auf der politischen Weltkarte zu sichern. Das klingt nicht unbedingt nach politisch korrektem Gedankengut. Schauen wir uns das Spiel näher an.

Wie wird The Manhatten Project gespielt

Mit vier Arbeitern, einem Fighter Marker, einem Bomber Marker und 10 Dollar gehen die Spieler ans Werk. Wer an der Reihe ist, muss sich entscheiden, ob er Personal einsetzt oder abzieht. Setzt der Spieler Personal ein, kann er ein Personalplättchen auf dem Spielplan und beliebig viele Personalplättchen auf Gebäuden auf dem eigenen Tableau platzieren. Dabei gilt, mindestens ein Personalplättchen muss gesetzt werden. Wird auf einem Gebäude eingesetzt, wird sofort die entsprechende Aktion ausgeführt. Dem Spieler stehen drei Arten von Personal zur Verfügung: Arbeiter, Ingenieure und Wissenschaftler. Weiterhin gibt es Hilfskräfte, die, im Gegensatz zum festangestellten Personal, nur für kurze Zeit angeheuert werden können.

Auf dem Spielplan in der Tischmitte geht es um Rohstoffe, um Personaleinstellung, um das Bauen von Gebäuden und um die Entwicklung von Bomben. Darum geht es auch beim Einsatz von Personal auf eigenen Gebäuden. Mit Hilfe von Spionen kann auch Personal in den Gebäuden der Mitspieler eingesetzt und die Aktionen dieser Gebäude genutzt werden. Außerdem können in jedem Zug, in dem Personal eingesetzt wird, Bombenaktionen ausgeführt werden. Es gibt drei Arten von Bombenaktionen: Bauen, testen oder laden einer Bombe. Die Bombenaktionen sind die einzige Möglichkeit Siegpunkte zu generieren.

Es können zwei verschiedene Arten von Bomben gebaut werden, die Plutoniumbombe und die Uranbombe. Für jede Bombe, die man bauen will, benötigt man die entsprechende Karte auf der Hand, das erforderliche Personal und genügend spaltbares Material des entsprechenden Typs. Da Plutoniumbomben komplexer als Uranbomben sind, ist es gut, sie vor der Zündung einem Implosionstest zu unterziehen. Dafür gibt es dann natürlich auch mehr Siegpunkte. Damit eine Bombe jederzeit eingesetzt werden kann, muss sie in einen Bomber geladen werden, was 5 zusätzliche Siegpunkte einbringt.

Entscheidet sich der Spieler dafür Personal abzuziehen, so geschieht dies in drei Schritten:

  • das gesamte Personal von Spielplan und Spielertableaus in den eigenen Vorrat legen,
  • Personal von Gebäuden, Bomben- und Implosionstest-Plättchen in den eigenen Vorrat legen,
  • Hilfskräfte kommen vom Spielplan in den allgemeinen Vorat zurück.

Das Spiel endet, sobald ein Spieler eine spielerzahlabhängige Punktzahl erreicht hat. Wem das noch nicht reicht, der hat die Möglichkeit, sich an einer nuklearen Eskalation zu beteiligen. Dazu gibt es fünf Erweiterungsmodule (H-Bomben, Raketen, Persönlichkeiten, Luftangriff-Auflage und Nationen), die einzeln oder auch kombiniert das Grundspiel ergänzen.

Wie ist das Spiel The Manhatten Project einzuordnen?

Bei The Manhattan Project wird „Worker-Placement“ mit Aufbauspiel kombiniert. Mit Hilfe seiner Arbeiter baut der Spieler seine Auslage auf, über die er dann ins Bombengeschäft einsteigen kann. Durch die unterschiedliche Gebäudeauslage steht der Spieler in jedem Spiel vor neuen Herausforderungen. Das Spiel stammt von Brandon Tibbetts, Eric Jome und ist im Jahre 2011 bei Minion Games erschienen, 2013 folgte die Erweiterung The Manhattan Project: Second Stage. Die deutsche Version hat Asmodee veröffentlicht.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spielerzahl: 
2-5
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
14
Spieldauer (Minuten): 
120
Jahrgang: 
2011
Spielkategorisierung
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