Viral

eine Spielerezension von Jürgen Strobel - 26.05.2018
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Gesellschaftsspiel Viral - Foto von Corax Games
Lesezeit: ca. 4 Minuten

Neue Themen, neue Welten ... Als Rezensent, der schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat und schon einige viele Spiele auf dem Spieltisch hatte, wird man doch leider sehr selten noch überrascht! Aber Viral von Gil d’Orey und Antonio Sousa Lara (Corax Games) hat mich doch wieder eines Besseren belehrt. Zugegeben: Ein Mehrheitenspiel ist nicht gerade innovativ. Aber die Thematik und die Geschichte drumherum sind wirklich mal erfrischend anders. Aber jetzt schön der Reihe nach. Viral: infizieren, mutieren und kontrollieren ...

Wir schlüpfen in die Rolle eines fiesen Virusstammes. Wir haben soeben einen Patienten befallen und versuchen nun, zu mutieren, um möglichst viele Organe zu befallen. Hierbei sammeln wir Viruspunkte, indem wir Körperzonen kontrollieren oder Organe kollabieren lassen. Aber wir sind nicht allein. Im Körper des Patienten tummeln sich noch andere Virenstämme (Mitspieler) und natürlich sein eigenes Immunsystem.

Sechs Runden haben wir Zeit, wobei sich jede Runde in sechs Phasen aufteilt. Mittels unserer sechs Zonenkarten bestimmen wir geheim das Organ, das wir befallen wollen. Des Weiteren besitzt jeder Spieler fünf Basismutationskarten. Auf diesen sind verschiedene Aktionssymbole abgebildet. Mit ihnen können wir unsere Viren bewegen, das Organ infizieren, andere Viren im selben Organ angreifen, absorbieren, magnetisieren oder einen Kollaps auslösen. Wir haben also jede Menge Aktionsmöglichkeiten, die es zu bedenken gilt. Einen besonderen Kniff gibt es dabei bei den Zonenkarten: Jede Runde müssen zwei Zonen geheim ausgesucht werden, in denen man mit seinen Viren aktiv werden möchte. Das Problem dabei ist, dass diese Zonenkarten erst in der übernächsten Runde wieder zur Verfügung stehen werden. Hier muss man schon ein wenig vorausplanen, damit man keine bösen Überraschungen erlebt. Nach dem Ausspielen und Abhandeln der Aktionskarten wird dann überprüft, wer die Mehrheit in den einzelnen Zonen besitzt. Man erhält dementsprechend Viruspunkte. Leider hat das auch den kleinen Nebeneffekt, dass die Ärzte die Forschung gegen unseren Virusstamm vorantreiben. Hier kommt die so genannte Forschungsleiste zum tragen. In Phase fünf wird die Heilbehandlung durchgeführt. Ist unser Virenstamm am oberen Feld der Forschungsleiste angelangt, haben die Ärzte ein Heilmittel gegen uns gefunden. Das heißt, alle unsere Viren, die über keinen Schild verfügen, werden aus dem Körper gespült. Tja, Pech gehabt.

Eine andere Methode, an Viruspunkte zu gelangen, ist ein Organ kollabieren zu lassen. Je nach Teilnehmer ist eine bestimmte Anzahl an Viren nötig, um diesen Effekt auszulösen. Wer hier die Mehrheit besitzt, erhält dem Zonenmarker entsprechend Viruspunkte gutgeschrieben. Danach werden alle Viren aus dem Organ entfernt. Hat man eine bestimmte Position auf der Virussiegpunktleiste überschritten, kann man sich mit neuen, mächtigeren Mutationskarten eindecken. Hier hat man die Wahl zwischen drei ausliegenden Karten oder man zieht verdeckt eine Karte nach. Ein Auge sollte man auch auf die aktuell ausliegende Ereigniskarte haben. Hier können sowohl negative als auch positive Ereignisse eintreten, und diese sollte man in seinen Spielzügen berücksichtigen. Ein Wort noch zur Bewegung: Man kann sich entweder in ein benachbartes Organ bewegen, oder durch die Arterie oder Vene. Hier muss man wiederum die Pfeilrichtung beachten, in der man sich bewegen kann.

Nach Sechs Runden ist der Virusspuck auch leider schon vorbei. Wer am Ende die meisten Viruspunkte sammeln konnte, hat das Spiel Viral gewonnen und

Viral: ein außergewöhnliches Thema!

Ich muss zugeben, das Thema hat mich positiv überrascht. Viren, die einen menschlichem Körper und dessen Organe befallen, ist schon ein schräges Spielthema. Aber ich finde, man muss das Ganze mit einer Prise Humor sehen. Gerade in der heutigen Zeit ist ist es sehr schwer, noch ein Spielthema aufzugreifen, das es bisher in dieser Form noch nicht gab. Deshalb hat mich Viral allein des Themas wegen schon mal in seinen Bann gezogen. Auch die Umsetzung und das Material finde ich sehr gut gelungen. Beides trägt die Thematik des Spiels und fügt sich nahtlos in das gesamt Bild ein. Es macht einfach Spaß zu planen, wie ich mit meinen Viren jede Runde möglichst viele Viruspunkte erlangen kann. Dabei können einem die lieben Mitspieler noch gehörig Salz in die Suppe streuen. Spannung wird durch die geheime Wahl des Organes erzeugt! Dies wiederum lässt einen manches Mal laut aufheulen oder aber gehässig lachen. Ein sehr schönes spielerisches Element. Auch die Grafik sowohl der Karten als auch der Viren selbst finde ich sehr witzig gezeichnet. Viral ist für mich ein sehr gutes Spiel mit einem witzigen, frischen aber nicht zwingend massenkompatiblen Thema. Wer sich daran nicht stört, dem sei Viral wärmstens zu empfehlen.

Video: 

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spielerzahl: 
2-5
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
12
Spieldauer (Minuten): 
60-90
Jahrgang: 
2017
Spielkategorisierung
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