Ein Spieler muss tun, was ein Spieler tun muss!

Gedanken macht man sich aber schon

ein Spiele-Artikel von Riemi - 30.08.2021
So war es 2019 beim Besucherrekord auf der Spiel - Foto von Merz Verlag
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Ich bin geimpft, teste mich regelmäßig mit Schnelltests, trage, wo ich mich unwohl fühle (und muss), Maske und habe nicht nur die Coronawarnapp auf dem Mobiltelefon. Das volle Programm! Als die Spiel '21 konkret als Publikumsmesse geplant wurde, ein kurzes innehalten. Internationale Messe mit Leuten die ich kenne und teilweise nur auf dieser Messe sehe? Aber ich muss an ganz vielen Leuten vorbei die ich nicht kenne ...! Bringe ich damit meine Familie in Gefahr? Bin ich in Gefahr?

Geholfen hat mir das Zitat von einer Kollegin: „Das Leben ist gefährlich.“ Man kann es auch umdeuten in: „Mach dir keinen Kopf.“ Mehr als das, was ich mache und gemacht habe, geht nicht. Mein Umfeld ist ebenfalls geimpft oder genesen. Eigentlich kann es nur gut gehen. Trotzdem fühlt es sich gerade an wie eine Mutprobe im Teeniealter. So wie ein Sprung vom zehn Meter Spielbrett im Dunkeln.  

Ja, aber dennoch freue ich mich auf die Spiel '21!

Dann aber das andere Gefühl: Was bedeutet nicht nur mir die Spielemesse in Essen? Seit 1986 latsche ich jedes Jahr über die Messe und bin jedes Mal hin und weg. Bekomme neue Motivation und Impulse für das folgende Jahr. Ohne die Messe wäre ich nicht der Riemi. Der Montag danach ein auftauchen in die normale Welt. Wenn ich daran denke, werde ich mich, wenn die Messetore schon offen sind, doch nicht von einer weltweiten pandemischen Lage abhalten lassen zur Spielemesse zu gehen. Verschiebung (gut, einige sagen Absage) der Messe in 2020. Jetzt, 2021, eine Messe unter Pandemiebedingung mit Hygienekonzept. Trotzdem gehe ich, wenn alles so bleibt, mit einem guten Gefühl zur Messe. Das, was getan werden muss, und noch viel mehr, wurde (meiner Ansicht nach) von dem Messeteam um Dominique Metzler getan. Ich freue mich auf die Spielemesse! Kein Vorwurf an denen, die sich unwohl fühlen und sich kein Ticket holen. Jeder muss es eben für sich entscheiden. Auch die großen Verlage und kleinere Aussteller müssen für sich und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den Entschluss fassen, passt es? Die, die da sind, werden es sich gut überlegt haben.

Denn wenn es optimal läuft, haben wir die Chance, dass die folgenden Spieleverantaltungen unter ähnlichen Bedingungen stattfinden können. Spielen, wie wir es lieben, geht eben nur bedingt digital. Dafür nehme ich zur Messe gerne ein paar Unannehmlichkeiten in Kauf, um wieder Messeluft schnuppern zu dürfen. Denk an den Duft von unzähligen Spielkartons, die geöffnet wurden und tagelang ausdünsten – herrlich! Aber auch der Mief von ungewaschenen Typen mit nackten Hornhautüberwucherten Füßen in Birkenstocks fehlt mir. Riesenhafte, speckige Rucksäcke die mich in die Messestände hauen. Irgendwelche Trolleys, die mir in meine Hacken fahren. Der Lärm. Das Bier nach der Messe und unzählige Spieleneuheiten, die mit nach Hause kommen. All das will ich wieder haben und deswegen, genau deswegen, werde ich wieder dieses Jahr zur Spielemesse nach Essen fahren! Wir sehen uns in Essen!

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