Die Fürsten von Florenz

eine Spielerezension von Rainer Fieseler - 31.10.2002
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Fürsten von Florenz

Die Spieler übernehmen die Rolle der Fürsten von Florenz, denen es einmal nicht um Macht und Einfluss sondern "nur" um Prestige geht. Dazu holen sie Künstler und Wissenschaftler (im Folgenden als "Personen" zusammengefasst) an ihren Hof, damit diese dort "Werke" vollbringen und somit das Ansehen ihrer Dienstherren steigern.

Doch diese Personen sind ein sehr eigenwilliges Völkchen: So verlangen sie, um wirklich prestigeträchtige Werke vollbringen zu können, bestimmte Arbeitsgebäude, Landschaften zur Inspiration, Gaukler zur Zerstreuung und andere Personen für gute Gespräche, eine Freiheit (Religion, Reise, Gedanken) ist außerdem für jede dieser Person fast unabdingbar.

Die Aufgabe der Spieler ist es nun, ihr Fürstentum mit diesen Dingen aufzuwerten. Dazu gibt es in jeder der sieben Spielrunden je eine Auktions- und Aktionsphase. In der Auktionsphase sind Landschaften, Gaukler, Baumeister, Abwerbungs- (für Personen an anderen Fürstentümern) und Prestigekarten zu ersteigern. In der anschließenden Aktionsphase dürfen Gebäude erworben werden, was durch Baumeister verbilligt oder vereinfacht wird; Freiheiten gibt es zu "kaufen" ebenso weitere Personen und Bonuskarten. Außerdem dürfen die Spieler ihre Personen zur Vollbringung ihrer Werke anregen. Für diese erhalten die Spieler Werkpunkte, die mit Bonuskarten gesteigert werden können. Die Werkpunkte müssen in jeder Runde einen ständig steigenden Mindestwert erreichen. Dann können sie sich diese Punkte auszahlen lassen oder in Prestigepunkte umwandeln. Das will jedoch gut überlegt sein, denn mit Prestige gewinnt man das Spiel, aber ohne Geld entstehen keine ausreichend starken Werke. Die Entscheidung ist jeweils sofort notwendig, eine spätere Umwandlung in Prestigepunkte ist nicht mehr möglich. Am Ende des Spiels kommen noch ein paar Punkte hinzu, wenn ein Spieler Bedingungen der Prestigekarten erfüllt hat. Es gewinnt der Spieler mit dem höchsten Ansehen (den meisten Prestigepunkten).

Es dürfte schon aus dieser kurzen Beschreibung klar geworden sein, dass Die Fürsten von Florenz ein komplexes Spiel ist. Mindestens eine wenn nicht mehrere Partien sind notwendig, um das System zu durchschauen und sinnvoll "auf Sieg" spielen zu können. Das wird Menschen, die selten spielen, schnell überfordern. Wer die entsprechende Geduld aufbringt und sich auf das Spiel einlässt, wird aber mit einem Spielerlebnis seltener Güte belohnt, zu dem auch das funktionelle und stimmungsvoll gestaltete Material sowie die vorbildliche Spielregel, die alle Fragen schnell klärt, beitragen.

Als Fazit kann man eigentlich nur von einem weiteren Meisterwerk des Autorenduos Wolfgang Kramer und Richard Ulrich sprechen.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Jahrgang: 
2000
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