Euphrat & Tigris

eine Spielerezension von Michael Weber - 31.10.2005
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Euphrat & Tigris

Das Zweistromland zwischen Euphrat und Tigris. Jeder Spieler hat vier Anführer "seiner" Dynastie (Händler, Bauer, Priester und König). Diese sind Grundsteine von Königreichen, die gegründet werden. In den Königreichen dürfen alle Spieler Anführer haben, jedoch immer nur einer pro Art. Also zum Beispiel niemals zwei oder mehr Händlerführer. Die Königreiche werden vervollständigt, durch Tempel, Bauern, Marktleute und Bevölkerung. Diese werden alle durch entsprechende Plättchen dargestellt und nach und nach auf das Brett gelegt. Für geschicktes Legen der Plättchen erhält man Siegpunkte in einer der entsprechenden Arten (bzw. Farben). Das bedeutet, jeder Spieler kann alle vier Arten (bzw. Farben) spielen. Man erkennt vielleicht schon, dass Euphrat und Tigris ein sehr kompliziertes und komplexes Spiel ist. Hat man die sehr umfangreichen und eigenwilligen Regeln jedoch erst einmal verstanden, offenbart sich ein wahres Spielejuwel. Zu dritt oder vier ist das hervorragende Euphrat und Tigris eher eine gute Möglichkeit, die Mitspieler zu ärgern. Bevor man selbst wieder am Zug ist, hat sich auf dem Brett so viel verändert, dass man die eigene Planung immer wieder umschmeißen muss. Zu zweit hat das Spiel eine Spieltiefe, die für ein Brettspiel fast einzigartig ist. Entsprechend schwer ist es, hier die Regeln verständlich und nachvollziehbar wiederzugeben. Wichtig ist, die vier Bereiche Glaube (Tempel, Priester), Landwirtschaft (Bauern, Bauernführer), Handel (Marktleute, Händler) und Bevölkerung (Bevölkerungsplättchen, König) gleichmäßig auszubauen und die Siegpunkte zu kassieren. Denn am Ende werden die Siegpunkte in die Wertung eingebracht, die jeder Spieler in seinem schwächsten Bereich erhalten hat. Siegpunkte kann man auch für den Sieg bei Konflikten erhalten. Zu diesen kommt es, wenn zwei gleiche Anführer im gleichen Königreich durch ein Hineinsetzen oder ein Gebietsanschluss vorhanden sind. Dann wird der Konflikt entweder über die Götter (Anzahl der direkt am Anführer angrenzenden Tempel, zusätzlich Tempelplättchen aus dem Vorrat der Spielers) oder die jeweiligen Anhänger (alle Plättchen innerhalb des jeweiligen Königreichs, zusätzlich die jeweilige Art aus dem Vorrat der Spieler) ausgefochten. Wer die meisten Götter bzw. Anhänger hinter sich hat, bleibt und erhält Siegpunkte. Weitere Siegpunkte erhalten die Spieler über Monumente, die jeweils dann gebaut werden dürfen, wenn ein Quadrat aus vier gleichen Plättchen auf dem Brett entsteht. Die Monumente bestehen jeweils aus zwei Farben, die dann einen entsprechenden Siegpunkt bedeuten, wenn sich ein Anführer der entsprechenden Farbe eines Spielers im Königreich befindet. Die Ausstattung des Spiels ist sehr gut, es beinhaltet schöne Holzbauteile und handliche Plättchen, der Spielplan ist schön gestaltet, lediglich die Sichtschirme sind etwas klein geraten. Die Spielregel ist gut lesbar und trotz der Komplexität des Spiels leicht verständlich. Euphrat und Tigris gehört dank eines großen Spielreizes zu den Spielen, die zwar hauptsächlich Liebhaber von Strategiespielen ansprechen, aber das Zeug zum modernen Klassiker haben.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieleautor: 
Jahrgang: 
1997
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