Himalaya

eine Spielerezension von Silke Groth - 31.10.2005
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Willkommen auf den Hochebenen des Himalayas! Hierher lädt uns Autor Régis Bonnessée ein, um jeweils als Häuptling eines dort ansässigen Stammes mit einer Yak-Karawane von Dorf zu Dorf zu ziehen und mit der einheimischen Bevölkerung rege Handel zu treiben. Ziel jedes Häuptlings ist es, der reichste und einflussreichste Karawanenführer des Himalayas zu werden.

Das Spielfeld Himalayas zeigt 20 Dörfer in drei unterschiedlichen Größenstufen, verbunden durch Bergpfade unterschiedlicher Art. Diese Pfade bilden die Grenzlinien für acht Regionen. Jeweils fünf Dörfer, die mit einem Würfel bestimmt werden, enthalten bereits Rohstoffe und Aufträge. Jeder Spieler erhält neben seiner Spielfigur, dem Karawanenführer, noch so genannte Stupas und Delegierte.

Zu Beginn jeder Runde legen alle Spieler ihre Aktionen gleichzeitig und geheim fest. Mit Hilfe von sechs Aktionsscheiben befehligt der Spieler seinen Karawanenführer. So entsteht eine Reihe von sechs Befehlen, die jeweils einzeln von jedem Spieler reihum ausgeführt werden. Die häufigste Aktion ist die Fortbewegung zwischen zwei Dörfern. Es besteht außerdem die Möglichkeit zu rasten, also eine Runde lang auszusetzen. Die wichtigste Aktion ist jedoch der Handel, bei dem entweder ein Rohstoff gesammelt oder ein Auftrag erledigt werden kann. Hat ein Spieler einen Auftrag erfüllt, indem er die auf dem Auftragsring abgebildeten Rohstoffe abgeliefert hat, darf er nun zwei weitere Aktionen ausführen. Hierbei hat er die Wahl zwischen folgenden Möglichkeiten: Erstens kann der Auftragsring gegen Yaks eingetauscht werden, die den wirtschaftlichen Einfluss darstellen. Zweitens darf einer der eigenen Stupas in dem Dorf platziert werden, um den religiösen Einfluss zu vergrößern. Als letzte Möglichkeit können noch Delegationen in angrenzende Regionen entsandt werden, um in diesen Mehrheiten zu erlangen, die den politischen Einfluss wiedergeben.

Das Spiel geht über zwölf Runden, unterbrochen durch drei Inventuren, bei denen durch Rohstoffmehrheit weitere Yaks gewonnen werden können. Danach kommt es zur Endwertung. Bei drei Spielern gewinnt schlicht der Spieler, der in zwei Bereichen den größten Einfluss hat. Bei vier Spielern wird es erst richtig interessant, denn die Spieler scheiden nun nacheinander folgendermaßen aus: Zuerst verabschiedet sich der Spieler mit dem geringsten religiösen Einfluss, gefolgt von dem Spieler mit dem geringstem politischem Einfluss. Die zwei Übriggebliebenen machen dann anhand des wirtschaftlichen Einflusses den Sieger unter sich aus.

Himalaya ist ein tolles Spiel, dessen Reiz vor allem in dem sich stetig aufbauenden Spannungsbogen liegt. Dieser ist verknüpft mit der bangen Frage, ob denn wohl die geplanten Aktionen in der jeweiligen Runde auch verwirklicht werden können oder ob einer der Mitspieler einem nicht doch noch einen Strich durch die Rechnung macht. Auch der außergewöhnlich trickreiche Wertungsmechanismus trägt enorm zur Spannung und zum Spielspaß bei. Um nicht vorzeitig auszuscheiden, müssen nämlich alle Einflussbereiche gleichermaßen entwickelt werden.

Erwähnt werden sollen hier noch die Zusatzregeln, die die ohnehin schon hohe Interaktion zwischen den Spielern noch verstärken und zusätzliche taktische Möglichkeiten bieten. Hierbei gewinnen die Inventuren noch an Bedeutung, da in allen drei Einflussbereichen gepunktet werden kann. Zusätzlich sorgen noch Ereignisse für Abwechslung, welche die Spieler auf den Spielplan auslegen dürfen. Natürlich spielt der Glücksfaktor bei Himalaya eine nicht unerhebliche Rolle, da ja der Würfel bestimmt, wo neue Rohstoffe und Aufträge auftauchen. Mit etwas Pech fallen diese anderen Mitspielern direkt vor die Füße, während man selbst andauernd davon abgeschnitten ist. Doch der Wiederspielreiz ist groß und das nächste Mal läuft es womöglich anders herum.

Die gelungene Mischung aus Planen, Handeln und der Jagd nach Rohstoffen verbunden mit einem kleinen Ärgerfaktor macht Himalaya zu einem herausragenden Spiel. Zudem ist es ausgesprochen kurzweilig und ehe man sich versieht auch schon wieder vorbei. Da gibt’s dann nur eins: Noch mal!

Spieleinfo

Verlagsangaben
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
3 - 4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
12
Spieldauer (Minuten): 
90
Jahrgang: 
2004
Spielkategorisierung
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