Römisch Pokern

eine Spielerezension von Kevin Ewe - 08.01.2016
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Kartenspiel Römisch Pokern - Foto von Amigo Spiele

Alea iacta est, die Würfel sind gefallen! Und wieder habe ich überworfen. Meine Mitspieler johlen schadenfreudig. Eine 32 hätte ich mir gerade noch erlauben können, eine 33 habe ich geworfen. Willkommen bei Römisch Pokern, dem schnellen Würfelspiel von David Parlett und Johannes Krenner (Amigo Spiele).

Wie wird Römisch Pokern gespielt?

Jeder Spieler versucht, möglichst hohe Ergebnisse zu erwürfeln. Nicht in vertrauten arabischen Zahlen, wohlgemerkt, gewürfelt wird römisch. Jeder der sechs Würfel besitzt dreimal ein I (=1), zwei X (=10) und ein V (=5), damit können alle Zahlen von 1 bis 39 erwürfelt werden (Hinweis: Es müssen echte römische Zahlen gewürfelt werden. Da die 50 ein L wäre und eine 40 ein XL, kann mit den vorhandenen Würfeln maximal eine korrekte 39 als XXXIX erreicht werden). Man beginnt in seinem Zug mit einem Würfel und wirft dann, sofern man denn möchte, nacheinander weitere Würfel dazu. Einmal gewürfelt, kann das Ergebnis nicht mehr verändert werden. Jederzeit kann man seinen Wurf beenden und sein Ergebnis auf dem beiliegenden Punkteboard eintragen lassen. Aber: Es gibt nur sieben Plätze auf dem Punkteboard und am Ende müssen die Ergebnisse ordentlich aufsteigend eintragen sein. Und wenn, wie bei mir passiert, die 33 schon eingetragen ist und die Plätze für die höheren Zahlen schon belegt sind, sollte man tunlichst maximal eine 32 werfen um die Schadenfreude der Mitspieler zu vermeiden. Der Wurf gilt als gescheitert, wenn entweder zwei V oder vier I auf dem Tisch liegen, da sich so kein sinnvolles Ergebnis mehr zusammenbauen lässt.

Karten als Rettungsanker

Aber hier gibt es eine raffinierte Rettung, die doch das Eingreifen in den Wurf ermöglicht: Jeder Spieler hat einen identischen Satz aus sechs Karten, mit der das gewürfelte Ergebnis, auch bei einem Fehlwurf, nochmal verändert werden kann. Zum Beispiel darf man alle Fünfer ("Vs") nochmal werfen oder einen Würfel einfach entfernen. Und so kann aus einem Fehlwurf trotzdem ein gültiges Ergebnis werden. Der Haken ist, dass jede ungenutze Karte am Ende fünf Punkte bringt.

Ist Römisch Pokern ein gutes Spiel?

David Parlett und Johannes Krenner haben hier ein kleines schnelles Spiel geschaffen, das es in sich hat. Die anfängliche Skepsis "Oh Gott, römische Zahlen???" ist bei uns schnell gewichen, auch Dank der beiden beiliegenden Übersichtstafeln auf der alle Zahlen-/Würfelkombinationen abgebildet sind. Die Entscheidungen, die zu treffen sind, sind zahlreicher als man auf den ersten Blick meinen könnte. Dafür sind in erster Linie die Karten verantwortlich. Man muss nicht nur überlegen, wann es angebracht ist, eine der Karten einzusetzen, sondern auch ob sich der Einsatz überhaupt lohnt - denn schließlich schlägt jede ungenutzte Karte am Ende mit Punkten zu buche. Aber auch das Würfeln und das richtige Einschätzen und Eintragen der Ergebnisse birgt Spannung. Interaktion besteht - wie so häufig bei Würfelspielen - im Abchecken der Ergebnisse der Mitspieler. Muss ich jetzt ordentlich was riskieren, um noch Chancen auf den Spielsieg zu haben, oder setze ich auf Sicherheit? Römisch Pokern ist nicht Im Wandel der Zeiten - Bronzezeit. Aber wer kurzweilige Spiele mag und mit Würfeln (Igitt, Glück!) nicht völlig auf Kriegsfuß steht, wird an römisch Pokern garantiert seine Freude haben.

Video: 

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Grafik: 
Spielerzahl: 
2-6
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
10
Spieldauer (Minuten): 
30
Jahrgang: 
2015
Spielkategorisierung
Spielethema: 
Spielegattung: 
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