All You Can Eat

eine Spielerezension von Nicole Landgraf - 04.07.2018
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Kartenspiel All You Can Eat - Foto von Amigo Spiele
Lesezeit: ca. 4 Minuten

In dem Kartenspiel All You Can Eat von Kevin G. Nunn (Amigo Spiele) können sich drei bis sechs Spieler in der Nahrungskette austoben. Die Spielidee ist denkbar einfach. Alle Spieler decken gleichzeitig eine Tierkarte auf und los geht’s: Vögel schnappen sich Würmer, Katzen die Vögel, die Hunde wiederum die Katzen. Am Ende der Nahrungskette steht der Floh, der letztlich den Hund schnappt ...

Spielablauf von All You Can Eat

Eine Runde des Kartenspiels besteht aus neun Durchgängen wobei jeder Durchgang wie folgt abläuft:

  1. Tiere ausspielen
    Alle Spieler legen aus ihren Handkarten je eine Karte verdeckt vor sich aus. Dann decken alle Spieler gleichzeitig auf.
  2. Tiere schnappen
    Jetzt kommt die große Nahrungskette in Gang. Auf jeder Karte von All You Can Eat ist ein Tier abgebildet. Über dem Tier ist in einer Gedankenblase das jeweilige Lieblingstier zum Schnappen abgebildet. Zum Beispiel ist über dem Vogel ein Wurm abgebildet. (Das finde ich sehr gut, da die Kinder dann immer visualisiert haben, wer wen schnappt und dies nicht ständig erfragen müssen.) Die Nahrungskette ist dabei sehr einfach umzusetzen: Wurm wird geschnappt von Vogel – dieser von der Katze – diese von dem Hund – dieser vom Floh. Werden also in dem Spiel 1 Wurm, 1 Floh, 1 Katze, 2 Hunde, 1 Vogel ausgelegt, läuft es nach folgendem Schema ab: Der Vogel schnappt sich den Wurm. Die Katze frisst den Vogel. Der Hund, der ausgehend vom Alphatier (extra Karte die jeder Spieler einmal erhält) zuerst an die Reihe kommt, die Katze. Der Floh schnappt sich beide Hunde. Das Besondere dabei, jedes ranghöhere Tier schnappt sich auch immer alle Tierkarten, die schon unter seinem „Lieblingstier“ liegen.
  3. Tiere sichern
    Wurde die eigene Karte nicht geschnappt, ich selber konnte aber ein anderes Tier schnappen, lege ich diese Karten als Punktestapel vor mich hin. Wenn mein Tier nicht geschnappt wurde, kommt es in die Tischmitte.

Am Ende jedes Durchgangs werden die Punktestapel gezählt. Wer die meisten Punkte hat, gewinnt das Spiel.

Fazit: Lohnt sich All You Can Eat?

Als ich das Spiel ausgepackt habe, habe ich mich darauf gefreut, es mit meinen Kindern zu spielen. Die Freude hielt allerdings nicht lange, da es für meine Kinder schwierig war, zu akzeptieren, dass ihre Tiere geschnappt werden. Jedes Mal, wenn das so war, sind sie aufgesprungen und weggelaufen. Als wir diesen Punkt geklärt hatten, ging es darum, ihnen das Spielprinzip zu erläutern. Allerdings war genau das der Punkt, bei dem unser Spiel dann doch immer gestockt ist.

Warum? Ein Kind mit sieben Jahren (so die Altersempfehlung von All You Can Eat) wird sich zuerst überlegen, welches Tier wen schnappt. Es sucht sich zum Beispiel die Katze aus. Diese schnappt sich den Vogel. Das kann das Kind anhand der Gedankenblase erkennen. Nun reicht das aber bei diesem Spiel nicht, denn um wirklich Erfolg zu haben, muss sich das Kind noch überlegen, was die anderen Spieler noch auslegen könnten. An dieser Stelle möchte ich mal bezweifeln, dass das jedes siebenjährige Kind kann. Das Wenn-dann-Prinzip, welches geheim im Kopf ablaufen soll, weil sonst die anderen Spieler ja wissen, was das Kind legt, ist meiner Meinung nach bei den meisten Kindern in diesem Alter noch nicht ausgereift. Erschwert wird das Ganze dadurch, dass Tiere, die in den vorhergehenden Durchgängen nicht geschnappt wurden (außer Flöhe), noch in der Tischmitte herumliegen. Also muss das Kind auch noch diese Karten in seine Überlegungen miteinbeziehen; und noch die Karten, die die Mitspieler evtl. wegen der in der Tischmitte verbleibenden Karten auslegen könnten.

Ich habe das Spiel daraufhin mit meinem zehnjährigen Sohn und anderen Erwachsenen ausprobiert, da ich dachte, es liegt daran, dass die richtige Taktik mit den jüngeren Kindern gefehlt hat, aber auch in diesen Runden kam keine rechte Freude bei meinen Mitspielern und mir auf. Im weiteren Spielverlauf hatte ich das Gefühl, dass es egal ist, was ich auslege. Trotz erheblicher Grübeleien, was die anderen Spieler legen könnten und welche Karten schon ausgespielt wurden, führte keine Taktik zum gewünschten Erfolg. All You Can Eat war für mich durch eigene Taktik kaum beeinflussbar. Es kommt in diesem Spiel schon sehr auf das Glück an. Da bei keiner der Proberunden Spielfreude aufgekommen ist, wird das Kartenspiel in unserer Familie keine Chance haben, erneut auf den Tisch zu kommen.

Video: 

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Grafik: 
Spielerzahl: 
3-6
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
7
Spieldauer (Minuten): 
15
Jahrgang: 
2018
Spielkategorisierung
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