Aurimentic

eine Spielerezension von Jochen Peters - 29.11.2017
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Brettspiel Aurimentic - Foto von Nikamundus
Lesezeit: ca. 5 Minuten

Aurimentic aus dem Verlag Nikamundus ist ein Strategiespiel für zwei bis vier Spieler ab zwölf Jahren. Autor des Spiels ist Nikolaus Friedrich, Illustratorin ist Thalia Brückner. Ziel des Spiels ist es, verschiedene Rohstoffe wachsen zu lassen und Gebäude zu errichten, um so schneller als Eure Mitspieler die meisten Münzen und Kristalle gesammelt sowie die meisten Inseln erobert zu haben.

Das bunte und hochwertige Spielmaterial lädt zum Spielen ein, einzig die beklebten Würfel schmälern den ansonst guten Eindruck. Dabei sind sieben Spielplanteile, die beidseitig bedruckt sind. Da wir für das Spiel lediglich fünf Spielplanteile benötigen ergeben sich viele Möglichkeiten für weitere Spiele in komplett anderen Variationen dank der modularen Spielplanteile. Sowas ist immer eine gute Idee.

Die Besonderheit bei diesem Spiel ist die Rolle des Wetters, die das Spielgeschehen maßgeblich beeinflusst und womit man sich wie ein Wettergott fühlen darf. Das hab ich so vorher auch noch nicht spielen können, eine interessante Idee, wie ich finde.

Wie wird Aurimentic gespielt?

Zu Spielbeginn werden vier Rohstoffe (Getreide, Rüben, Baum und Unkraut) zufällig auf den Inseln verteilt sowie zwei rosa Kristalle. Die Spieler starten mit zwei Türmen, vier Höfen und drei Auri-Münzen. Jeder Spieler setzt zu Anfang einen Hof auf eine beliebige Insel. Dann kann es losgehen.

Die Wettertafel - Dreh- und Angelpunkt des Spiels - zeigt an, die jeweiligen Landschaftstypen, die Wettersteinleiste, die Unwetterleiste, welche die Stärke des jeweiligen Unwetters angibt. Der unterste Bereich gibt an, welche Umrechnungskurse es momentan auf dem Markt gibt.

Eine Runde läuft sodann folgendermaßen ab: Auri-Münzen für Erntegebiete erhalten (sofern vorhanden). In jeder Runde erhaltet Ihr zu Beginn Eures Zuges soviele Auri-Münzen wie Euch aufgrund Eurer Erntegebiete zustehen. Würfeln mit den Rohstoffwürfeln (ermöglich die folgenden optionalen Möglichkeiten a bis e.). In jedem Zug würfelt Ihr einmal mit beiden Rohstoffwürfeln gleichzeitig. Die so erwürfelten Rohstoffe nehmt Ihr euch aus dem allgemeinen Vorrat. Ausnahme: Habt Ihr ein Unwetter-Symbol gewürfelt, dann dürft Ihr euch keine Rohstoffe nehmen.

Zweiter Wurf: Solltet Ihr zu Beginn Eures Zuges keine Rohstoffe in Eurem persönlichen Vorrat haben, dürft Ihr beide Rohstoffwürfel noch einmal werfen, wenn Euch das Ergebnis des ersten Wurfs nicht gefallen hat. In diesem Fall gilt dann aber nur der zweite Würfelwurf.

Der Wetterstein wird bewegt, sobald Ihr ein +1 oder -1 gewürfelt habt und noch bevor man sich die gewürfelten Rohstoffe nehmt (außer man entscheidet sich für einen zweiten Wurf). Bei -1 wird der Wetterstein nach links verschoben, bei +1 nach rechts. Nach dem Würfelwurf und dem möglichen verschieben des Wettersteins kann man die folgenden Aktionen in beliebiger Reihenfolge ausführen. Möglich sind auch nur einzelne Aktionen oder gar keine.

  • a.) Rohstoffe auf die Felder der Inseln setzen,
  • b.) und/oder Rohstoffe umwandeln,
  • c.) und/oder Rohstoffe handeln,
  • d.) und/oder Arbeiter anwerben,
  • e.) und/oder Gebäude errichten.

Zum Ende des Zuges folgt ggfls. ein Getreideopfer. Am Ende Eures Zuges dürft Ihr nicht mehr als 3 Rohstoffe im persönlichen Vorrat haben.

Das Spiel endet sofort, wenn 

  • ein Spieler alle seine Gebäude errichtet hat und kein Gebäude mehr in diesem Spiel bauen kann,
  • oder wenn das letzte freie Feld eines Landschaftstyps besetzt wird,
  • oder wenn ein Spieler am Ende seines Zuges mehr als 50 Auri-Münzen in seinem persönlichen Geldvorrat hat und das Spiel für beendet erklärt.

Anschließend wird wie folgt abgerechnet:

Jeder Spieler zählt die Auri-Münzen in seinem persönlichen Vorrat. Dazu kommen

  • für jeden Kristall auf einer von ihm beherrschten Insel: 5 Auri
  • für jede beherrschte Insel eines Spielers: 5 Auri

Der Spieler mit den meisten Auri-Münzen hat gewonnen. Bei Gleichstand zählen die Machtpunkte der auf dem Spielfeld noch stehenden Gebäude.

Lohnt sich das Brettspiel Arimentic?

Besonders ansprechend fanden wir das unverbrauchte Thema (was ein ganz klein wenig an den aktuellen Titel "Photosynthese" erinnert), was anhand von bunten Spielplanteilen und knallig-bunten hochwertigen Spielmaterial zum Wettergott spielen einlädt. Hat man beim Würfeln Glück und ein Unwetter zerstört die Ernte der Gegner zeigt sich die "böse" Seite des Spiels und man muss schon verlieren können, wenn einem die Ernte plötzlich zerstört wird und dann noch ruhig bleiben, wenn sich der aktuelle Spieler und Wettergott diebisch freut.

Die verschiedenen zur Anwendung kommenden Mechanismen lassen das Brettspiel nicht langweilig werden, bedürfen dafür aber der Aufmerksamkeit der Spieler. Sogenannte Cheat-Sheets (kleine Spielertafeln mit zusammengefassten Rundenabläufen und einer Erklärung der Symbole) wie es inzwischen fast schon üblich ist, wären schön gewesen, so kam es bei uns öfter vor, dass die Spielanleitung herumgereicht wurde um Regeln nachzulesen. Als Familienspieler mögen wir Spiele mit Würfeln, weil diese nichts mit Können zu tun haben, sondern immer einen ordentlichen Schuss Zufall, Glück und Pech ins Spiel bringen. Durch die verschiedenen doppelseitigen Spielplanteile ist ein hoher Wiederspielwert definitiv gegeben und man muss das Spiel schon drei- bis fünfmal spielen um es in Gänze für sich zu entdecken, da steckt einfach mehr drin als es nur einmal zu spielen und dann nicht mehr auszupacken. Für experimentierfreudige Kennerspiel-Familien und -Runden also definiv einen Blick wert. Dass dieses Erarbeiten nicht so einfach ist, zeigt unser Spielgefühl zu Aurimentic.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2-4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
12
Jahrgang: 
2016
Spielkategorisierung
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