Stuttgarter Messeherbst ist ein voller Erfolg

NMBR 9 ist Lernspiel des Jahres 2017

ein spielerischer Artikel von Dirk Janßen - 28.11.2017
Nmbr9 ist Lernspiel des Jahres 2017 - Foto von Abacusspiele
Lesezeit: ca. 4 Minuten

Auch in Stuttgart werden Messerekorde geknackt: 1871 Aussteller auf elf verschiedenen Messen lockten 180.000 Besucher nach Stuttgart. Neben bekannten Themen wie „Veggie & frei von“, „Familie & Heim“ und den „Autotagen Stuttgart“ gab es dieses Jahr erstmals „Modell + Technik“. Im Rahmen der Modell + Technik fand auch die Premiere für das E-Sport-Turnier „Beat the Pro“ statt, bei dem e-Gamer gegen „Dr. Erhano“ und „Marlut“, E-Sportler-Profis des VfB Stuttgart, antraten. Nach mehreren Ausscheidungsrunden blieben von 48 Teilnehmern am Ende zwei Finalisten übrig, die gegen die VfB-Profis antraten.

Stuttgarter Messe: Vielfalt überzeugt die Besucher

Die Verantwortlichen zeigten sich sehr zufrieden mit dem Ergebnis. „Das erste E-Sport-Turnier mit Profis des VfB Stuttgart hat auf Anhieb eingeschlagen, die 'Cake it' hat sich toll weiterentwickelt und am langen Spieleabend war alles bis auf den letzten Tisch besetzt", freute sich Guido von Vacano, Bereichsleiter der Stuttgarter Publikumsmessen, zum Abschluss der Messe. „Und für Kinder und Jugendliche waren die speziellen Angebote und Mitmachaktionen ein wahres Paradies", ergänzte Armin Domdey, als Abteilungsleiter für den Messeherbst zuständig.

Das breite Themenfeld kam aber auch bei den Besuchern gut an: Mehr als drei Viertel der Besucher gaben dem Messeverbund die Schulnoten Eins und Zwei, neun von zehn Besuchern wollen die Veranstaltung im kommenden Jahr wieder besuchen und sie Freunden und Bekannten empfehlen. Nach den eher mäßigen Vorjahresangeboten für Brettspielfans lässt diese Wertung aufhorchen. Im Schnitt nahmen sich die Messegänger für Einkauf, Bummel und Information rund viereinhalb Stunden Zeit. Dabei gaben sie pro Person rund 200 Euro an den Ständen der Aussteller aus.

Und was gab es in Stuttgart zum Thema Spiel?

Bei rund 50 Prozent der Besucher waren auf der Spielemesse besonders Gesellschaftspiele vor Lern- und Rollenspielen sowie Spielzeug gefragt. Markus Kinzel, Geschäftsführer HCM Kinzel, fasste die Wirkung der Spielemesse dann auch wie folgt zusammen: „Die Spielemesse ist eine wichtige Messe für uns. Sie hat ein gutes Familienpublikum, aber auch der Vielspielerbereich wächst stetig. Insbesondere das Brettspiel entwickelt sich zu einem neuen Lifestyle-Produkt, was wir ganz deutlich merkten. Junge Leute veranstalten Spieleabende, um das Smartphone auszuschalten und face-to-face miteinander zu kommunizieren.“ Kerstin Wüst, Event Marketing Spielwaren Kurtz, war ebenfalls euphorisiert: „Der Andrang war schon im Vorjahr groß, sodass wir damit gerechnet hatten. Unser Stand war voll, unsere Kunden waren glücklich und kauften ein. Bei Events setzen wir unser Firmenmotto ‚Wir erfüllen Kinderträume‘ konsequent um, und das kam sehr gut an. Die Kinder spielten, probierten und verweilten lange am Stand.“ Dennis Kortus, Standbetreuung TAC Verlag, konnte ebenfalls ein durchweg positives Fazit ziehen: „Die Spielemesse hat Riesenspaß gemacht. Wir hatten eine sehr schöne Resonanz – auch an den Wochentagen, was uns überrascht hat. Am Samstagnachmittag waren wir so gut wie ausverkauft. Das Publikum war hochwertig, gut gemischt und nahm unsere Angebote gut an. Wir sind superzufrieden!“

Keine Messe ohne Preis: NMBR9 wird bestes Lernspiel 2017

Wie in Leipzig (Graf Ludo), Essen (Deutscher Spielepreis, A la Carte) und anderen Messestandorten wird auch auf der Stuttgarter Spielemesse wurde ein Preis vergeben. Der deutsche Lernspielpreis wurde zum vierten Mal vom Publikum ausgelobt und ging an NMBR9 von Spieleautor Peter Wichmann, erschienen bei Abacusspiele. Bewertet wurden zwölf von der familie & co-Redaktion nominierten Spiele des Monats unter den Aspekten Spielspaß, Lerneffekt und Optik zu bewerten. „NMBR 9 hat sich in einem spannenden Finale am Ende deutlich gegen starke Konkurrenzspiele durchgesetzt“, bestätigte Spiele-Projektleiterin Kerstin Heim.

Für Spieleautor Peter Wichmann aus Neubiberg nicht der erste Preis. Er hat mit „NMBR 9“ schon den Österreichischen Spielepreis 2017 für Familienspiele abgeräumt und für sein Spiel das Gütesiegel „spiel gut“ vom Arbeitsausschuss Kinderspiel und Spielzeug für besonderes Spielzeug verliehen bekommen. „Mir ist es wichtig, familientaugliche Spiele zu entwickeln, die einen hohen Wiederspielreiz haben. Es hilft nichts, wenn es nur einmal gespielt wird“, meinte Wichmann gegenüber dem Online-Portal b304.de.

Bei dem Legespiel NMBR 9 geht es darum, Zahlenplättchen von 0 bis 9 möglichst so in der eigenen Auslage zu platzieren, dass sie zur Endwertung möglichst viele Punkte bringen. Dafür werden die Karten auf mehrere Ebenen übereinandergelegt, wobei sie in höherer Ebene mehr Punkte bekommen.

Quelle: 
eigene Recherche/Messe Stuttgart

Kommentare

Mich würde mal interessieren wie es dieses Jahr mit den Spieleverlage vor Ort aussah? Konnte man doch in den letzten Jahren ein wahrlichen Schwund beobachten. Wenn man nur die Spielemesse besuchen wollte, ein schlechter Witz was da an Verlage vor Ort waren. Das war das Eintrittsgeld nicht Wert. Und die Spiele die es vor  Ort zu kaufen gab waren auch noch übelst teuer. Aber es wäre schön zu hören wenn es in dieser Hinsicht wieder bessere Nachrichten gäbe.

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