Geisterfalle

fangt sie alle!

eine Spielerezension von Florian Kirchhof - 08.12.2018
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Geisterfalle - Foto von Kosmos
Lesezeit: ca. 4 Minuten

Spuk-Alarm in SkyCity! Wir, die Geisterjäger, rücken aus, um uns der Sache anzunehmen. Damit herzlich Willkommen bei Geisterfalle, einem Kinderspiel von Gunter Baars (Kosmos). Zwei bis vier Geisterjäger treten hier gegeneinander an, um zu zeigen, wer die besten Qualitäten mit sich bringt. Und ganz nebenbei Retten wir natürlich rasch die Stadt. Und am Ende wird gefeiert.

Wie werde ich ein waschechter Geisterjäger?

Vor dem ersten Spiel müssen wir die vier Geisterbahnen aufbauen. Haben wir dies erledigt, bleiben sie zusammengebaut für jede weitere Partie direkt so im Karton. Der Zusammenbau ist kinderleicht und in der Anleitung beschrieben.

Vor jedem Spiel wählen wir unseren Geisterjäger und stellen ihn in die Mitte auf das erste Feld der Straße. Vor uns stehen unsere Geisterbahnen. Sie sind auf dem Bild gut erkennbar. Unten auf dem Zebrastreifen liegen bei jedem Geisterjäger nun drei blaue Murmeln. Der jüngste Spieler gibt das Signal „Auf die Geister, fertig … los!“, und wir beginnen alle, die blauen Murmeln so anzustoßen, dass sie in den Löchern am oberen Ende unserer Geisterbahn hängen bleiben. Dabei gelten für uns alle folgende Regeln: Es darf nur eine Hand benutzt werden, wir dürfen nur unterhalb der Brücke, sprich auf unserem Zebrastreifen, die Kugeln berühren und wir dürfen nur jeweils eine Kugel gleichzeitig berühren, rollt eine, darf jedoch direkt die nächste angestoßen werden.  So schnippen wir also unsere Murmeln Richtung der Löcher. Das obere gibt satte drei, die beiden links und rechts unterhalb davon zwei und die drei unteren einen Punkt. Das Feld in der Mitte lässt uns eine Bonuskarte ziehen.

Hat einer von uns alle Murmeln „versenkt“ ruft er „Stopp, Hände hoch“, wir müssen alle aufhören, lediglich rollende Murmeln können noch zählen. Der erfolgreiche Geisterjäger wertet zuerst aus. Für jeden Punkt darf er einen Schritt auf der Straße vorziehen. Für das Geisterfeld zieht er eine Geisterkarte, hier sind gute und schlechte Effekte zu erwarten. Mal muss man mit der „schwächeren“ Hand spielen, mal bekommt man direkt drei Punkte, dann wieder darf man erst anfangen, sobald ein anderer Spieler eine Murmel eingelocht hat. Die Effekte bringen viel Spaß in die Sache. Jetzt wird reihum ausgewertet und wer am Ende der Runde am weitesten auf der Straße vorne steht, bekommt zu seinen drei blauen nun noch eine rote Murmel. Diese muss er einlochen, damit seine anderen Murmeln überhaupt Punkte bringen, die rote Murmel selbst bringt jedoch absolut nichts. So spielen wir weiter, bis einer die Party am Ende der Straße erreicht, dieser Geisterjäger ist unser Champion. Sollte uns das zu einfach werden, können wir die Straße wenden und die Profivariante spielen, hier geben in bestimmten Straßenfeldern manche Geister mehr oder gar Null Punkte.

Fazit: Geisterfalle ist super!

Es macht wirklich eine Menge Spaß, auf Geisterjagd zu gehen. Das Spiel bringt eine großartige Mischung aus Glück, Geschicklichkeit, Schadenfreude und Konkurrenz mit. Der Wiederspielwert ist hoch, das Material hochwertig. Die Spielidee ist nicht wirklich neu oder innovativ, aber es ist einfach so gut umgesetzt, dass es den Kindern und auch mir wahnsinnig viel Spaß gemacht hat. Die Geistertickets sind so unterschiedlich, dass sie jede Partie wieder etwas anders ausgehen lassen können, und die Glückskomponente verhindert, dass jemand zu gut oder zu schlecht wird. Weiterer Pluspunkt: Das Kinderspiel ist aktuell für annehmbare ca. 19,99 Euro im Handel erhältlich.

Wir haben viel gelacht und sind bei Geisterfalle selten unter vier bis fünf Wiederholungen ausgekommen, einfach weil es unterhaltsam ist. Gleichzeitig lernen die Kinder auf spielerische Weise ein wenig Physik, indem sie erfahren, dass es nicht die einfachste Lösung ist, die Murmel stark anzustoßen, sondern dass etwas „Gefühl“ dazu gehört. Das die Murmel nach gewissen Mustern wandert und letztlich (natürlich hoffentlich nicht) zurückkommt. Ich empfinde allerdings die Alterseinstufung ab sechs Jahren etwas übertrieben, ich habe auch ein vierjähriges Kind erlebt, wie es sehr viel Spaß mit dem Spiel hatte. Und spätestens ab fünf Jahren sind die Kinder fit genug für den Job des Geisterjägers. Besonders die Möglichkeit, den Schwierigkeitsgrad anzupassen, finde ich super. Dadurch erhält das Spiel wirklich einen hohen Wiederspielwert und fesselt die Kinder förmlich. Die Illustration ist ebenfalls super gelungen und die Geisterjäger sind einfach zum Verlieben.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2-4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
6
Spieldauer (Minuten): 
20
Jahrgang: 
2018
Spielkategorisierung
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