Kimaloe

eine Spielerezension von Johannes Halbig - 18.04.2010
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Kimaloe von Gameworks
Lesezeit: ca. 3 Minute

Die Idee zu diesem Spiel entstand im Rahmen eines pädagogischen Programmes zum Thema Kinderrechte. Es wurde entwickelt von der Terre-des-hommes-Kinderhilfe in der Schweiz und in deren Auftrag von professionellen Spieleerfindern „verfeinert“. Grundlage ist die UN-Konvention zu den Kinderrechten aus dem Jahre 1989. Im vorliegenden Spiel sind die 41 in dieser Konvention aufgeführten Rechte zu 9 Grundrechten zusammengefasst.

Ein ernstes Thema spielerisch zu vermitteln, ist sicherlich ein löbliches Unterfangen. Leider leidet dabei in vielen Fällen jedoch entweder das Spiel oder das Thema, oft auch beides. Das Thema entfaltet sich im Spiel nicht von selbst. Es erfordert einen Erwachsenen, der die Kinder mit Hilfe der beigefügten Präsentationsbroschüre in die Thematik einführt.

Zur Vorbereitung kommt das Spielbrett mit den sechs Kontinenten in die Tischmitte. An einen Kontinent kommen Leitern, auf denen die Spieler in die „ideale Welt“ emporsteigen können. An die übrigen fünf Kontinente wird jeweils eine von 15 verschiedenen Kindertafeln angelegt (die übrigen zehn werden verdeckt neben dem Spielplan bereit gehalten). Auf den Kindertafeln sind drei bis fünf Karten abgebildet, die ein Kinderrecht symbolisieren. Jeder Spieler erhält einen Lastwagen mit einer Materialkiste, die er auf dem Kontinent über den Leitern platziert. Außerdem erhält jeder einen großen und eine kleine Spielfigur, die er am Fuß seiner Leiter positioniert.

Der jüngste Spieler beginnt und würfelt mit dem "W3". Nun zieht er seinen Lastwagen um die erwürfelte Anzahl an Kontinenten weiter. Dort kann man seine Materialkiste abladen und dafür einen Kontinent vor oder zurückziehen. Kommt man mit einem leeren Lastwagen auf einem Kontinent an, auf dem eine Materialkiste liegt, so darf man diese aufladen. Auf dem Kontinent auf dem man nun steht, darf man anschließend noch Karten ablegen, sofern man passende besitzt. Außerdem darf man auf jedem Kontinent noch eine Sonderaktion durchführen (Karten auf anderen Kontinenten auslegen, Kartenhand auffüllen, Sonderkarte ziehen oder Punkte kassieren). Alternativ kann man aussetzen und dafür Karten nachziehen.

Sobald alle Karten auf einer Kindertafel abgedeckt sind, kommt es zu einer Wertung. Der Spieler, der die letzte Karte auf diese Tafel gelegt hat, bekommt zwei Bonuspunkte. Anschließend erhält der Spieler, der die meisten Punkte auf dieser Tafel gelegt hat diese Punkte für seine große Spielfigur. Alle anderen Spieler, die Punkte auf dieser Tafel haben erhalten diese für ihre kleine Spielfigur. Die Kindertafel kommt anschließend unter den Stapel und eine Neue wird angelegt.

Für das Ziehen der Figuren gibt es eine sog. Solidaritätsregel: Zu keinem Zeitpunkt des Spieles dürfen zwischen kleinerer und größerer Spielfigur eines Spielers mehr als drei freie Felder sein. Das Spiel endet, sobald eine Figur die oberste Sprosse ihrer Leiter, sprich „die ideale Welt“ erreicht.

Die Texte zu den Kindern sind nur beim ersten Spiel interessant. Thematisch ist es nicht nachvollziehbar, warum bei manchen Kindern nur drei, bei anderen vier oder fünf Grundrechte hilfreich sein sollen. Spieltechnisch spielen letztendlich nur die Kartenfarben eine Rolle. Sehr schnell reduziert sich das Spiel zu einem reinen Würfel- und Kartenablegespiel. Die Solidaritätsregel ist ganz witzig und bietet durchaus taktische Möglichkeiten. Der Spielablauf ist einfach und von Kindern der angestrebten Altersgruppe schnell beherrschbar. Das Thema gerät allerdings sehr schnell in den Hintergrund und hätte eine bessere Umsetzung verdient.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Grafik: 
Spielerzahl: 
3 - 4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
8
Spieldauer (Minuten): 
40
Jahrgang: 
2008
Spielkategorisierung
Spielethema: 
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