Rob'n Run

eine Spielerezension von Dirk Janßen - 20.03.2018
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Brettspiel Rob'n Run - Foto von PD Verlag
Lesezeit: ca. 4 Minuten

Rob‘ Run (PD-Verlag) ist ein treffender Spieltitel, denn in dem kooperativen Spiel von Michael Lulu spielen wir eine Räuberbande, die auf ihrer Flucht vor der Polizei nebenbei in verschiedenen Gebäuden Tresore knacken und Gold scheffeln will. Dumm nur, dass die Tresorknacker immer kopflos aus dem Auto stürmen und der Boss ihnen nicht mehr mitteilen kann, welche Werkzeuge sie für den Raub benötigen. Aus dem Fluchtwagen heraus kann er ihnen nur noch Hinweise geben, die die Räuber bei der Wahl der richtigen Werkzeuge nutzen müssen.

Gestörte Kommunikation bei Rob'n Run

Bei Rob‘n Run spielt immer ein Spieler den Boss, die anderen Spieler die Tresorknacker. Der Boss erhält den Fluchtwagen, legt dahinter bis zu drei Tresore ab und bekommt außerdem noch die Hinweiskarten. Die Hinweiskarten stellen die einzige Möglichkeit dar, den Komplizen mitzuteilen, welche Werkzeuge sie zum Knacken des Tresors benötigen. Dabei können Hinweise wie folgt aussehen: „Ihr braucht das Werkzeug Säure.“ oder „Es gibt mindestens ein Werkzug, das ihr genau 3-mal benötigt.“ Dumm nur, dass man jeden Hinweis nur einmal nutzen kann.

Die Komplizen versuchen nun anhand der Hinweise, die richtigen Werkzeuge zu finden. Dazu geben sie nacheinander Handkarten verdeckt an den Boss. Hat er die maximale Anzahl an Handkarten erhalten, legt er die richtig geratenen Werkzeuge offen ab, die falschen Werkzeuge werden verdeckt auf einen Stapel gelegt. Anschließend prüft der Boss, ob für das Knacken der Tresore alle benötigten Werkzeuge gefunden wurden oder aber ob so oft falsch geraten wurde, dass die Komplizen die Alarmanlage ausgelöst haben. Treffen beide Bedingungen nicht zu, geht es in die nächste Hinweis- und Raterunde.

Trifft mindestens eine der Bedingungen zu, kommt es zur Auswertung. Die Spieler ziehen auf dem Fluchtweg pro geknackten Tresor ein Feld vor. Der sie verfolgende Polizist zieht pauschal immer ein Feld vor. Außerdem zieht er pro nicht geknackten Tresor ein Feld vor sowie ein Feld, wenn die Alarmanlage ausgelöst wurde.

Je näher die Spieler dem rettenden Flughafen kommen, umso schwieriger wird das Spiel, da sich die Bedingungen ändern. Zum einen hat der Boss immer weniger Hinweiskarten, zum anderen haben die Spieler immer weniger Handkarten, müssen aber davon in einer Raterunde immer mehr abgeben. Außerdem wird der Alarm immer früher ausgelöst. Die Spieler gewinnen das Spiel, wenn sie den Flughafen erreichen, bevor der Polizist sie fängt.

Rob'n Run: alles bunt im Karton

Rob‘n Run kommt mit wirklich hübschen Spielmaterial im Comiclook daher. Das Spielbrett zeigt den Fluchtweg durch die Stadt und an diesem liegen die verschiedenen Stadtviertel mit diversen Gebäuden aus, die auf Namen wie „Casabanka“ oder „Bankrupt“ hören. Jäger und Gejagte werden nicht einfach durch Meeple sondern durch ein Fluchtauto und einen Polizist dargestellt. Als Sichtschirm für den Boss dient tatsächlich ein handgroßes Auto.

Macht die knifflige Flucht bei Rob'n Run Spaß?

Auch wenn Rob‘n Run aufgrund des Looks wie ein Kinderspiel wirkt, so steckt doch einiges an Knobelei unter der Haube. Entscheidend für eine erfolgreiche Flucht ist zum einen der richtige Zeitpunkt, an dem man die Hinweise ausspielt, und zum anderen, dass die Komplizen sich diese Hinweise merken und die richtigen Schlüsse daraus ziehen. Natürlich spielt auch ein wenig Glück mit, denn zum Teil kann man nur probieren, ob ein Werkzeug passt. Die Schwierigkeit des Spiels lässt sich aber dadurch beeinflussen, dass man alle Tresore in einem Stadtviertel knackt und somit einen von vier Informanten freispielt, der gegen Gold die straffen Spielbedingungen lockert, z. B. dass die Alarmanlage erst nach fünf falschen Karten statt nach vier losgeht.

Nicht jedermanns Sache

Rob‘n‘ Run kam bei verschiedenen Spielrunden sehr unterschiedlich an. Gerade bei Spielen mit mehreren Spielern fand das Spiel aufgrund der eingeschränkten Kommunikation und dem häufig ratlosen Ausspielen von Werkzeugkarten nicht immer Anklang. Überraschend gut funktioniert es hingegen im Spiel zu Zweit. Hier vermisst man die Kommunikation nicht, Boss und Komplizen können besser taktieren, wie sie das Ziel, den Flughafen, durch Spielen von Hinweisen und Werkzeugkarten erreichen und in welchen Stadtvierteln sie zuerst Tresore knacken, um die verschärften Bedingungen wieder zu lockern.

Vor dem Kauf sollte man sich unbedingt einmal die Videos anschauen, die Autor Michael Lulu selbst veröffentlicht hat. Einen guten Eindruck bietet hierbei vor allem das Let‘s Play zusammen mit seiner Frau. Gut gelungen sind auch die von ihm veröffentlichten Erklärvideos zum Spiel.

Video: 

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2-5
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
10
Spieldauer (Minuten): 
45-60
Jahrgang: 
2017
Spielkategorisierung
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