Tief im Riff

Vier Fische auf Entdeckertour

eine Spielerezension von Florian Kirchhof - 23.10.2017
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Kinderspiel Tief im Riff - Foto von Amigo Spiele
Lesezeit: ca. 5 Minuten

Tief im Riff gehen vier Freunde auf Entdeckungstour. Könnt ihr Ihnen helfen, die Aufgabe des Doktorfischs zu lösen und alle Tiere, die im Korallenriff leben finden? Ich habe das Kinderspiel aus dem Hause Amigo Spiele von Alex Randolph mit den Kindern meiner Kindergartengruppe getestet. Es bringt Spielspaß für zwei bis sechs Kinder ab fünf Jahren. Besonders ist, dass hier alle Kinder gemeinsam im Team gewinnen oder verlieren. Zum Spielinhalt gehören 28 Plättchen mit Meerestieren und Luftblasen (14 x 1er-Luftblasen, 8 x 2er, 4 x 3er, 2 x 4er), vier Fischfiguren, ein Würfel, ein Spielplan (das Korallenriff) und eine Anleitung (in deutscher Sprache). Der Spielplan ist sehr liebevoll gestaltet und lädt zum Entdecken und Erforschen ein. Die entdeckten Fische finden sich auf der Anleitung wieder und können so auch benannt werden. Hier hatten die Kinder besonders viel Spaß nach dem ersten entdecken die Fische noch ein zweites Mal auf der Anleitung zu finden.

Tief im Riff: Wie erkundet man nun das Korallenriff?

Hier muss gesagt werden, dass sich unsere ersten Spielrunden schwierig gestaltet haben. Das Kinderspiel zu verstehen und zu verinnerlichen ist gar nicht so leicht. Ich musste mir die Anleitung mehrere Male durchlesen, ehe ich den Kindern erklären konnte, wie das Spiel nun eigentlich funktioniert. Und auch dann ist der Spielablauf für die Kinder nicht ganz so leicht zu verinnerlichen gewesen. Aber der Reihe nach.

Wie eingangs erwähnt, handelt es sich bei Tief im Riff um ein Teamspiel. Die vier Freunde können von jedem Mitspieler bespielt werden, der an der Reihe ist. Kein Spieler hat eine feste Spielfigur. Der Startpunkt des Rundgangs ist durch die rote Seeanemone gekennzeichnet. Von hier aus würfeln wir nun nacheinander und steuern die Freunde durch das Riff. Die kleinen roten „Pfeilfische“ zeigen uns dabei die möglichen Wege. Denn es gibt immer zwei Wege zu Auswahl. Am Ende eines Zuges kommt es darauf an, wie viele Freunde auf einem Feld stehen. Entsprechend der Zahl dürfen wir nämlich die Plättchen mit den Blasen umdrehen. Das heißt, wenn drei Freunde nach einem Spielzug auf einem Feld stehen, dürfen wir entweder drei 1er-Blasen-Plättchen, ein 2er- und ein 1er- oder ein 3er-Blasen-Plättchen umdrehen, um die darunter versteckten Fische zu erforschen. Neben unseren Freunden, finden wir auf einigen Feldern die freundlichen Kraken. Steht ein Fisch auf einem Feld mit einem Kraken und wir würfeln eine Sechs, darf dieser Fisch von uns frei bewegt werden. Das heißt, zwischen einem und sechs Feldern ist für uns dann alles erlaubt. Das ist gar nicht so leicht, immer zu merken und entsprechend zu reagieren.

Ebenfalls kompliziert wird es, wenn das Spiel ins letzte Drittel geht. Wenn die 1er- und 2er-Blasen-Plättchen verschwunden sind, wir aber partout nicht zu dritt auf einem Feld landen wollen, können wir tauschen. Das heißt, wir drehen ein 3er-Blasen-Plättchen um, und legen dafür drei bereits erforschte 1er-Plättchen zurück. Nun können wir ein 1er-Plättchen umdrehen, wenn wir mit einem Fisch alleine auf einem Feld stehen- und kommen so doch noch zum Erforschen. Diese Tauschvorgänge sind jedoch von den Kindern nicht alleine ausführbar und brauchen die Begleitung eines Erwachsenen.

So ziehen wir also mit den vier Fisch-Freunden durch das Riff, um möglichst viele Fische zu erforschen. Denn Gewinnen können wir nur, wenn wir, bevor wir wieder an der Anemone ankommen, alle Fische erforscht haben. Nach mehreren Spielrunden scheint mir dieses Ziel noch immer nahezu unmöglich zu erreichen, wenn man alle 28 Plättchen verwendet. Jedoch kann man die Zahl der Plättchen natürlich individuell anpassen.

Fazit zur Entdeckungstour beim Kinderspiel Tief im Riff

Ohne Begleitung ist das Kinderspiel leider nicht spielbar. Das ist der größte Minuspunkt an Tief im Riff. Denn nach einigen Spielrunden konnte ich feststellen, dass die Kinder nach wie vor Probleme damit hatten, den richtigen Weg durch das Riff zu finden. Auch wenn die „Pfeilfische“ helfen, sind die Wege für Kinder manchmal einfach nicht gleich richtig zu erkennen. Und besonders zum Ende des Spiels, wenn es ans Tauschen der Plättchen geht, wird es einfach zu kompliziert. Ein 3er-Plättchen gegen drei 1er-Plättchen zu tauschen und dann das eine 1er-Plättchen umdrehen zu dürfen, gleichzeitig zu überlegen, welchen Fisch man am besten bewegen sollte, welchen Weg man einschlagen muss und noch darauf zu achten, ob ein Kraken helfen kann - das ist einfach zu viel für die Kinder gewesen.

Aber! Trotzdem mögen die Kinder das Spiel. Das Spielbrett ist wundervoll gestaltet. Die Fische zu entdecken ist jedes Mal aufs Neue aufregend und macht Spaß. Und besonders, weil es die Fische wirklich gibt. Die Fische auf dem Spielplan zu entdecken und dann nochmal in der Anleitung zu finden, um den Namen zu erfahren, hat uns allen jede Runde wieder Spaß gemacht. Gewinnen konnten wir keine Runde, die wir mit allen Plättchen gespielt haben. Erst als wir die Anzahl reduziert haben, schafften wir es, in einem Rundgang alle Fische zu entdecken. Aber selbst, wenn wir bei der ersten Runde nicht alle Fische gefunden haben, spielten wir einfach zwei Rundgänge. Für die Kinder war es nicht schlimm.

Hier kommt der Vorteil des Teamspiels zum Tragen. Denn egal, wie wir spielen, wir gewinnen oder verlieren gemeinsam. Davon lebt Tief im Riff. Ein anderer großer Pluspunkt ist, dass die zu entdeckenden Fische wirklich existieren. Das heißt, die Kinder waren wirklich sehr gespannt auf die Fische und fingen an, auch neben dem Spiel nachzuforschen, was für Fische es gibt und wo diese Leben. Kinder, die Fische und die Tiefsee interessant finden und auf Spiele im Team abfahren, erhalten mit Tief im Riff ein tolles Spiel. Als Elternteil muss man sich jedoch darüber bewusst sein, dass bis zu einem gewissen Alter eine aktive Begleitung notwendig ist. Das kann Kinder jedoch auch einschränken und den Spielspaß mindern. Denn alleine etwas spielen zu können, macht am Ende doch am meisten Spaß.

Video: 

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2-6
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
5
Spieldauer (Minuten): 
20
Jahrgang: 
2017
Spielkategorisierung
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