Wiener Walzer

eine Spielerezension von Jörn Frenzel - 24.08.2016
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Brettspiel Wiener Walzer - Foto von Piatnik
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Wien - Kaffeehäuser, kaiserliche Gemächer, der Prater und natürlich der Walzer. Alles Dinge die man mit einer der schönsten Städte der Welt verbindet. In Ruhe den Kaffee genießen, gediegen die Geschichte in den Straßen genießen, das alles gehört dazu. Nun kommt ein Brettspiel mit dem Namen daher, das genau in diese Serie hineinpasst: Wiener Walzer von Reiner Knizia (Piatnik). Ruhig, gediegen und schön. Es ist wie ein entspannter Besuch in einem Cafe. Die Anleitung umfasst nur zwei Seiten, das Material ist überschaubar und schon nach einer kurzen Runde ist man drin.

Spielablauf von Wiener Walzer

Je nach Spieleranzahl wird nicht der ganze Spielplan benutzt. Das tut dem Spielspaß aber keinen Abbruch. Er stellt einen Tanzsaal dar, der aus Quadraten besteht. Einige sind golden umrahmt, dort kommen weiße Gästekärtchen drauf. Jeder bekommt dann seine Gästekärtchen der eigenen Farbe und legt diese verdeckt vor sich ab. Die Kärtchen stellen Männer und Frauen verschiedener Nationalität mit den Werten 0 bis 5 dar.

Buffetplättchen, die verschiedene Genüsse darstellen wie Torte, Shrimps, Eier, Zigarren, Käse und Champagner, werden auf den Quadraten des Spielplans verteilt. Diese in kompletten Sets zu sammeln und einen möglichst guten (punkteträchtigen) Tanzpartner zu erwischen sollten die Ziele sein. Man legt sein Gästekärtchen auf ein Buffetplätchen, nimmt dieses an sich und versucht dabei noch, neben einem andersgeschlechtlichen Partner zu liegen. Ist ein Gästekärtchen von allen Seiten mit anderen Gästen umschlossen, geht der Tanz los. Der eingeschlossene Gast tanzt mit dem Partner des anderen Geschlechts, der am hochwertigsten ist. Beide Partner kriegen diese Punkte auf der Laufleiste gutgeschrieben. Gleichgeschlechtliche Partner tanzen dabei nie zusammen. Sind alle Plättchen gespielt, werden die gesammelten Sets noch abgerechnet, denn für jedes Set von fünf verschiedenen Genüssen, gibt es nochmal fünf Punkte. Der mit den meisten Punkten gewinnt. Eine Variante die beigelegt wurde, fügt noch Ereigniskarten hinzu. Dabei wird, wenn ein Gast mit der Zahl Null angelegt wird, immer noch ein Ereignis ausgeführt. Da kommt ein bisschen mehr Gemeinheit mit auf, aber es verändert den Spielablauf nicht wesentlich.

Wie gut ist das Brettspiel Wiener Walzer

Ein Spiel wie aus einem Guss, das sich in die Reihe der schönen Legespiele problemlos einreiht. Es dauert nicht zu lange und ist meistens nach 30 Minuten beendet. Die Gästekarten versprühen dank ihrer Namen einen gewissen Witz, da die Farben bestimmten Nationen angepasst wurden, die damals wohl auf dem Wiener Ball mittanzten.

Wiener Walzer spielt sich leicht und entspannt und lässt sich hervorragend bei einer Tasse Kaffe genießen. Es funktioniert in allen Spieleranzahlen problemlos, hat mir aber als Zwei- bis Drei-Personenspiel besonders viel Spaß gemacht. Da läuft es richtig rund und man fühlt sich entspannt unterhalten.

Die Variante mit den Ereigniskarten nahm dem netten Spiel etwas den Charme, sodass wir es am liebsten ohne diese Karten spielten. Das Thema ist eigentlich egal, da nur gesammelt und gerechnet wird, aber eben das ist sehr hübsch aufgemacht. Schon die Kleinsten lassen sich dann gerne auf eine Partie Wiener Walzer ein und sind einer Wiederholung nicht abgeneigt.

Das Spiel erfindet das Rad der Legespiele nicht neu, hat aber durchaus seine Berechtigung, denn es ist wie ein schöner Spaziergang im kaiserlichen Wien. Letztendlich ist Wiener Walzer von einer Mechanik geprägt, bei dem das Thema völlig egal ist. Die typische Handschrift eines Reiner Knizia. In diesem Falle entspannt und interessant und nicht komplex.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2-5
Spieldauer (Minuten): 
30-45
Jahrgang: 
2016
Spielkategorisierung
Spielethema: 
Spielegattung: 
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