Cardandcube #1

eine Spielerezension von Michael Weber - 12.01.2022
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Cardandcube #1 - Ausschnitt - Foto von Cardandcube
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Die Autorin Hana Hasilik kennt selbst in der engsten Spielebranche kaum jemand. Kein Wunder. Denn ihr von Tangram inspiriertes Legespiel Cardandcube ist im Familienverlag erschienen und läuft derzeit noch unter dem Radar. Das ist schade, denn dieser Titel ist eine interessante Abwechslung zu den Gehirnverdreher-Aufgaben anderer Solo-Legespiele – und lässt sich sogar mit mehreren Personen spielen.

Was ist Cardandcube überhaupt?

Das Material besteht aus 44 quadratischen Legeplättchen mit drei Zentimeter Kantenlänge. Eine Seite davon ist bei allen Exemplaren identisch: Ein schwarzes und ein weißes Dreieck bilden sich durch eine farbliche Aufteilung über zwei Eckpunkte. Die andere Seite zeigt jeweils 16 Symbole, die sich aus je vier Karten mit deren Vorderseiten bilden lassen.

Symbole legen als Entspannung

Material von Cardandcube #1 - Foto von Michael Weber

Damit wird auch schon deutlich, dass Cardandcube vorrangig eine Spielmöglichkeit bietet: Die intensive Beschäftigung mit den Doppeldreiecken führt zu daraus gelegten Bildern. Mit viel Ruhe und Entspannung können so umfangreiche Gesamtkunstwerke entstehen, die auf der eigenen Kreativität basieren. An dieser Stelle ist die Anlehnung an Tangram besonders groß. Zwar sind die Plättchenmaße alle identisch, aber im Kern ist Cardandcube eine Tangram-Variante. Dabei benötigt niemand Mitstreiter, es ist ein mehr oder weniger intensiver Solo-Zeitvertreib. Damit unterscheidet es sich von Titeln wie das etwas anders gestaltete Sedici.

Mehr Möglichkeiten durch zwei Regelvarianten

Cardandcube bietet noch mehr. Neben der Aufforderung, einfach eigene Spielideen zu kreieren, liefert die extrem kurze und an einigen Stellen sehr knappe Anleitung zwei weitere Spielmöglichkeiten mit.

  1. Memo-Variante: Eine klassische Memovariante lässt sich mit den Rückseiten spielen, die legbare Symbole zeigen. Das geht ganz schön auf die Konzentration, denn die jeweils 16 Symbole sind nicht nur ähnlich, sondern auch recht klein dargestellt (logisch: 16 Symbole auf dreimal drei Zentimeter). Sieger ist, wer die meisten Plättchen sammeln kann. Diese Variante ist fordernd, aber letztlich nur eine weitere Memo-Version.
  2. Erkennen-Variante: 16 der Karten haben auf den Rückseiten Nummern. Diese werden nebeneinander ausgelegt. Der Rest wird auf einen Stapel gepackt und gemischt. Die Motive entsprechen den ausliegenden Karten. Nun wird nacheinander jede Karte vom Stapel umgedreht. Wer das zugehörige Plättchen sieht, nennt dessen Nummer und erhält bei Erfolg das aufgedeckte Plättchen als Belohnung. Sieger ist auch hier, wer die meisten Plättchen sammeln kann.

Schönes Mitbringsel und entspannende Animation

Cardandcube ist eines dieser Spiele, über die kaum jemand spricht, die aber zum Mega-Erfolg durch Auslage an der Kasse im Spiele- oder Geschenkeladen werden können. Es ist auch wegen der extrem kompakten Größe ein klassisches Mitbringsel, ein ideales Geschenk oder eine tolle Reiseausgabe. Allerdings hat die kompakte Größe einen Nachteil. Die Plättchen füllen die Verpackung so extrem aus, dass sie nach dem Benutzen kaum noch sauber verstaut werden können. Ein paar Millimeter mehr bei der Verpackungsgröße wären hier mal wünschenswert gewesen.

Mandala-Charakter für Solo-Kreative

Belohnt werden die Interessierten mit einem Titel, der verschiedene Spieloptionen bietet. Mir sagen dennoch die Memo- und die Erkennen-Variante nicht so zu. Da gibt es andere Ausgaben, die schöner und spannender sind. Das Solo-Legespiel hingegen ist sehr gut gemacht. Aus Nichts wird hier ein meditativer Zeitvertreib, der an ein „Malbuch“ für Kinder und Erwachsene erinnert. Cardancube gibt der eigenen Kreativität Raum, es entstehen Bilder und Symbole, ganze Muster. Das hat fast schon Mandala-Charakter.

Cardandcube #1 - knackig verpackt - Foto von Cardandcube

Viele werden es unspektakulär finden. Aber für die ist Cardandcube nicht gemacht. Es ist für die Leute, die allein und bei einer Tasse Tee oder Kaffee oder einem Glas Wein mit sich selbst Zeit verbringen und dabei kreativ gestalten möchten. Und die werden mit den Plättchen eine gute Zeit verbringen.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
1-
Jahrgang: 
2017
Spielkategorisierung
Spielethema: 
Fotos
Material von Cardandcube #1 - Foto von Michael Weber
Cardandcube #1 - knackig verpackt - Foto von Cardandcube

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