Spielgefühl: Thalara

Verzaubernde Asymmetrie

ein Spiele-Artikel von Axel Bungart - 27.09.2020
Thalara - Schachtel - Foto von Wrede Spiele
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Die Welt Thalara steht vor dem Abgrund. Daher müssen Artefakte in Sicherheit gebracht werden, in denen die magischen Kräfte Thalaras gebunden werden können. Das ist die Story um das Spiel Thalara, das uns als Prototyp vorliegt.

Bei Thalara ringen zwei bis vier Spieler um Artefakte, die zwischen den Spielern auf dem Tisch liegen. Ausgelegt ist das Spiel schwerpunktmäßig für zwei Spieler. Die Runde kann aber unter Verwendung von mehreren Kartensets auf bis zu vier Spieler erweitert werden.

Thalara - Der Kampf um Artefakte

Alle Spieler haben übereinstimmende Kartensets (Erinnerungskarten). Ein Set besteht aus fünfmal vier Karten einer Farbe mit unterschiedlich verteilten Stärkewerten zwischen 1 und 5. Die Spieler müssen aus ihren Erinnerungskarten in jeder Runde sieben Karten auswählen und diese im Laufe der Runde an ihrer Seite der ausliegenden Artefakte anlegen. Am Ende einer Runde gewinnt ein Spieler ein ausliegendes Artefakt, wenn sein Stärkewerte höher ist als der des Gegners.

Jeder Spieler verkörpert einen Charakter, der ihm außerdem vier individuelle Zaubersprüche verleiht. Sie wirken sich auf seine Erinnerungskarten oder die der Gegner aus. So können bestimmte Erinnerungskarten verstärkt, bereits ausgelegte Karten „zerstört“ (abgelegt) oder Kombinationen von ausgelegten Karten mit zusätzlichen Stärkepunkten versehen werden. Zum Ausspielen eines Zaubers muss aber eine bestimmte Kartenkombination (Farben) schon ausliegen. Ihre Zaubersprüche erhalten die Spieler am Rundenende zurück, während alle eingesetzten Erinnerungskarten nach einmaliger Nutzung abgeworfen werden müssen.

Hat man Artefakte gewonnen, werden diese fortan wie Erinnerungen gespielt. Sie haben zwar den Stärkewert 0, dafür enthalten Sie aber Siegpunkte. Daher erhält man auch sie wieder zurück, denn das Ziel ist es, als Erster sieben Artefakte eingesammelt und damit möglichst die meisten Siegpunkte gemacht zu haben.

Der Prototyp des Spiels beinhaltet noch nicht das fertige Artwork aller Karten, sodass hier nicht viel gesagt werden kann. Die fertigen Erinnerungskarten sollten sich in der finalen Version jedoch optisch besser von den Artefakten abheben, damit man sie nicht verwechselt. Die Spielregel weist auch noch ein paar Lücken auf, doch auch sie ist noch nicht fertig.

Asymmetrische Magieverteilung

Spielerisch hat Thalara durchaus seinen Reiz. Zu Beginn erscheint das Anlegen der Karten an die Artefakte noch etwas beliebig. Doch nach ein paar Runden erfährt man, nach welcher Taktik man vorgehen sollte, denn beliebig ist das keinesfalls. Zum einen gilt es, seine Zauberkarten sinnvoll und möglichst häufig einzusetzen, da mit ihnen nicht nur offensichtliche Effekte zu erzielen sind. Man baut auch Druck auf seinen Gegner auf, selbst wenn sich das später als Bluff entpuppt. Das Geheimnis dabei liegt darin, dass jeder Spieler andere Zaubersprüche zur Verfügung hat, die sich u. U. recht konträr zueinander verhalten.

Wie ist das Spielgefühl bei Thalara?

Und genau hier liegt das eigentliche Potenzial des Kartenspiels: Je nachdem, über welche Zaubersprüche die Spieler verfügen, muss man seine Erinnerungskarten und auch die Zaubersprüche geschickt einsetzen. Man versucht, dem Gegner durch geschicktes Platzieren der Erinnerungskarten seine Zaubersprüche zu entlocken. Auch lässt sich trefflich bluffen, denn es ist ja gar nicht gesagt, dass ein Spieler überhaupt einen bestimmten Zauberspruch ausspielen kann. Und selbst wenn er es in einer Runde kann, kann das in der nächsten schon anders sein. Man kann Zauber ja nur ausspielen, wenn man auch noch die Farben auslegen kann, die erstere erfordern.

Das Kräfteverhältnis zwischen den Charakteren mag einem zunächst mitunter ungleich verteilt vorkommen, aber tatsächlich sind die Zauber im Ergebnis sehr ausgeglichen. Zumindest bei den Kombinationen, die ich bisher gespielt habe. Das erhöht den Wiederspielreiz erheblich.

Man darf gespannt sein, wie Thalara am Ende aussehen wird. Spielerisch steckt einiges in dem Spiel, sodass es sich lohnt, das Spiel im Auge zu behalten.

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