Die Siedler von Catan - Das Würfelspiel

eine Spielerezension von Carsten Pinnow - 31.07.2008
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Die Siedler von Catan - Das Würfelspiel von Reich der Spiele

Manche "Vielspieler" werfen Klaus Teubers Die Siedler von Catan eine zu große Glückskomponente vor und bevorzugen deshalb die Erweiterung Städte & Ritter. Andere haben die im Basisspiel verwendeten Würfel kurzerhand durch einen Satz Zahlenkarten ersetzt, um zumindest eine statistisch stabile Verteilung der Würfelergebnisse zu erhalten. Wer sich zu einer dieser beiden Gruppen zählt, kann an dieser Stelle bereits aufhören zu lesen, denn beim Würfelspiel zu Die Siedler von Catan wurde das Basisspiel praktisch auf die Würfel reduziert. Und jegliche Interaktion im Keim erstickt.

Im Würfelspiel zu Die Siedler von Catan spielt jeder für sich selbst, ein Handel mit den Mitspielern findet nicht statt. Reihum wird mit einem Satz bunter Würfel gewürfelt, die die catantypischen Handelsgüter zeigen. Wer mit bis zu drei Würfen eine passende Kombination für Straße, Siedlung oder Stadt erreicht, darf sich auf seinem Notizblock entsprechende Notizen machen. Nach einer festen Rundenanzahl ist der Spaß auch schon vorbei. Für Straßen und Häuser gibt es Siegpunkte, und wer Pech beim Würfeln hatte, darf sich zumindest über die kurze Spielzeit freuen.

Wer nun glaubt, das Würfelspiel sei in der ganzen Schwemme der Spiele um Die Siedler von Catan völlig überflüssig und frei jeder Strategie, der irrt jedoch. Zum einen ist es viel leichter, einen Mitspieler zu seinem zwanzigminütigen Würfelmatch zu überreden, als zu einem dreistündigen Städte-&-Ritter-Marathon, und zum anderen verbirgt sich auf dem Notizzettel tatsächlich so etwas wie eine strategisch-taktische Entscheidungsmöglichkeit! Auf dem Zettel werden nämlich keine Strichlisten geführt, sondern vorgegebene Kästchen in einer vorgegebenen Reihenfolge befüllt. Bevor ein Spieler beispielsweise seine erste Stadt erwürfeln kann, muss er eine Straße dorthin erwürfelt haben. Durch verschiedene Abzweigungsmöglichkeiten und wachsende Punkteboni muss man sich zumindest entscheiden, ob man lieber versucht möglichst viele Städte zu „bauen“, oder ob man sich auf Siedlungen konzentriert. Neben Straßen, Siedlungen und Städten können die Spieler auch Ritter „bauen“. Diese geben einmalig zusätzliche Würfelergebnisse, mit denen man späteres Würfelpech oft noch irgendwie ausbügeln kann.Trotzdem bleibt mit den Grundregeln der bittere Beigeschmack eines Solitärspiel. 

Spieleinfo

Verlagsangaben
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
1 - 4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
7
Spieldauer (Minuten): 
30
Jahrgang: 
2008
Spielkategorisierung
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