Krimi Total: Der verfluchte Schatz der Piraten

eine Spielerezension von Mareike Schöbel - 09.10.2008
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Der verfluchte Schatz der Piraten von JM Creative

Im sechsten Fall von Krimi total werden die Spieler in eine ganz andere Welt entführt und es wartet das Abenteuer. Irgendwo in der Karibik liegt die längst vergessene Insel Broken Island.

Legenden zufolge verbirgt sich dort ein riesiger Schatz, was immer wieder Mutige auf die Insel lockt. Doch eines Tages legt sich, mit dem Tod des Schatzhüters ein böser Fluch über die Insel, der alle Abenteurer auf der Insel gefangen hält, solange der Mörder nicht gefangen ist. Das Opfer Edward lebte als Eremit in einer Hütte abgeschieden auf der Insel. Wer könnte ihn umgebracht haben?

Die Rollen. Captain John Nightingale treibt als Pirat sein Unwesen in den Gewässern von Port Royale. Admiral Thomas Silver hat bereits schon eine Person auf dem Gewissen. In einer Seeschlacht vernichtete er die Piratenlegende Jack Blackpatch. Gouverneur William Peacock hat einer kleinen Insel zu Wohlstand verholfen. Seine Tochter Elisabeth Peacock ist angesehen auf jedem Ball. Elisabeths Amme Emma Wollingsworth kümmert sich seit der Geburt, wie eine Mutter  um das Mädchen. Matilda kennt man auch als das Orakel von Little Island. Christopher Roberts ist mutig genug und wagt sich mit dem Admiral auf die Schatzsuche. Captain Isabella Morgan ist eine gefürchtete Piratenbraut und macht mit ihrem Schiff die Meere unsicher. Was wäre der Admiral ohne seinen Schiffsarzt Dr. Carl A. Fischer? Er wurde zur Aufklärung des Mordes an Land gerufen.

Die Vorbereitung. Vorab läuft es genau wie in den anderen Fällen von Krimi total. Alles, was man zu diesem Krimirollenspiel benötigt, sind acht oder neun Freiwillige, die Lust haben, eine der Rollen zu übernehmen. Für ungeübte Schauspieler wird empfohlen, die Rollen vom Gastgeber (aufgrund der Kurzinformation über die Rollen) gezielt auf die Personen zu verteilen, sodass sich die Spieler besser in ihre Rollen einfühlen können. Geübte Spieler können natürlich auch Charaktere spielen, die ihrem eigenen entgegenstehen. Einer der Spieler sollte sich mit den Spielregeln und dem Ablauf vertraut machen und sich an dem Abend für den Ablauf verantwortlich fühlen. Der Einfachheit halber empfiehlt der Autor, den Krimiabend im Rahmen einer Party oder mehreren Essensgängen zu spielen, da der Ablauf mit den Gängen abgestimmt werden kann und nicht immer ein Auge auf die Uhr geworfen werden muss.

Die Mitspieler werden als Erstes mit der vorgefertigten Einladung, ihrem neuen Namen und der verschlossenen Rollenbeschreibung angeschrieben. Jeder Spieler behält die Informationen bis zum Abend für sich. Der Mörder weiß, dass er der Mörder ist. Er darf lügen. Alle anderen wissen nur, dass sie nicht der Mörder sind, und müssen sich stets an die Wahrheit halten. Es steht jedem frei, sich nun noch entsprechend zu verkleiden oder den Raum zu dekorieren. Was besonders bei diesem Fall großen Spaß macht und zur Atmosphäre beiträgt. Wichtig ist, das alle Eingeladenen auch wirklich kommen, sonst kann man das Spiel nicht spielen!

Der Krimiabend. Nach der Darstellung des Spielverlaufs und der Erklärung der Regeln für alle, geht’s los. Jeder Spieler erhält den ersten Hinweis im Briefumschlag und die Schatzkarte wird in die Mitte des Tisches gelegt. Nach einem Einführungstext stellt sich jeder Spieler mit seiner Rolle vor. Dabei wird nur so viel an Information weitergegeben, wie man möchte. Nun beginnt die zweite Runde und jeder Spieler erhält einen weiteren Hinweis, den er still durchliest. Zu Beginn jeder Hinweisrunde gibt der Inspektor die neusten Ermittlungsergebnisse bekannt. Im Anschluss kann jeder Spieler Verdächtigungen anstellen oder Beschuldigungen aussprechen, sowie anderen Fragen stellen.

Das Spiel wird als lockere Unterhaltung gespielt. Dabei ist besonders interessant, dass die Rollenbeschreibung oft keine Aussage zu Anschuldigung erhält und man somit eine Antwort improvisieren muss oder sich für Dinge rechtfertigen muss. Die zweite Runde ist zu Ende, wenn alle Hinweise durch Erfragen oder Aussagen bekannt gegeben wurden. In der dritten Runde geht es jetzt um Gerüchte, die sich entweder als Fakten oder als Unwahrheiten herausstellen. In der vierten und fünften Runde gibt es noch einmal neue Hinweise, die wie zuvor diskutiert werden.

In der sechsten Runde wird es spannend. Jeder Spieler notiert, wen er für den Täter hält und welches Motiv dieser hat. Die Ergebnisse werden laut verlesen. Die Person, die am häufigsten als Täter genannt wurde, wird festgenommen. In der siebten Runde wird der Briefumschlag mit der Lösung geöffnet und diese bekannt gegeben. Wurde die richtige Person überführt, hat diese leider verloren und die anderen Spieler, die diese Person notiert haben, gehen als Gewinner nach Hause. Konnte der Täter unerkannt bleiben, gewinnt er das Spiel. Der als vermeintlich festgenommener Täter hat das Spiel verloren.

Die Bewertung. Hinter dem verfluchten Piratenschatz verbirgt sich auch diesmal ein gut durchdachter, spannender, wenn nicht ebenso lustiger Kriminalfall. Auch wenn das Spielprinzip bereits in Kennerkreisen bekannt sein dürfte, entfaltet sich mit den richtigen Mitspielern, die ganz in ihrer Piratenrolle aufgehen, schnell eine Abenteuerstimmung der besonderen Art. Die Gerüchteküche brodelt und dank der Nebengeschichten erfahren selbst die Spieler immer wieder interessante Dinge über ihre Person. So können die Spieler tief in die Abgründe des Piratenlebens eintauchen. Es geht um Macht, Intrigen und Geschäfte, bei denen nicht mal die eigene Tochter heilig ist. Selbst die Charaktere bringen eine gewisse Komik mit. Auf wenn John Nightingale ein bisschen an Jack Sparrow aus "Der Fluch der Karibik" erinnert, geht es hier doch um einem anderen Fall. Die Lösung ist wie immer ziemlich verzwickt und die Karte etwas ungenau, da der Kompass schräg steht, aber der Spielspaß ist enorm. Für Piratenfans und Krimifans nachdrücklich zu empfehlen: Wird es Ihnen gelingen, die Insel wieder zu verlassen?

Der Hinweis. Es lohnt auch diesmal ein Blick auf die Internetseite des Herstellers. Dort gibt es kostenlos zusätzliche Rollen für den Fall, einen Vorschlag für einen Sitzplan und Namensschilder, Verweise zu passenden Kostümen und natürlich weitere spannende Kriminalfälle.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
8 - 9
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
16
Spieldauer (Minuten): 
240
Jahrgang: 
2007
Spielkategorisierung
Spielefamilie: 
Spielethema: 
Spielegattung: 
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