Squeeky

eine Spielerezension von Beate und Hans Schmidt - 31.10.2005
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Squeeky von Winning Moves

Der Titel "Squeeky" soll offenbar ein Hinweis auf die Laute der Hauptakteure in diesem Spiel sein - das sind nämlich kleine Mäuschen auf dem Weg zum Käse. Ziel ist es, möglichst viele seiner sieben Mäuse ins Ziel zu bekommen. Dabei ist es allerdings nicht egal, welche Maus, denn sie sind auf der Unterseite als unterschiedlich wertvoll (mit Zahlen von eins bis sieben) gekennzeichnet.

Der Weg zum Käse ist zum Ende hin sehr gefahrenreich: Sobald eine Maus auf den letzten 26 Feldern vorm Ziel von einer anderen eingeholt oder überholt wird, ist sie vom Besitzer der überholenden Maus gefangen und damit aus dem Spiel. Sogar eigene Mäuse darf man nicht überholen: Diese sind dann auch vom weiteren Spiel ausgeschlossen! Vor den weißen Feldern liegen jeweils 14 Felder in der eigenen Farbe, auf denen die Mäuse-Mannschaft von den anderen bösen Mitspielermäusen in Ruhe gelassen werden muss.

In jedem Zug dürfen zwei Mäuse entsprechend dem Wurf der beiden Würfel gezogen werden. Sobald ein Spieler keine Mäuse mehr hat, ist das Spiel beendet. Bei der Schlusswertung werden die eigenen ins Ziel gekommenen Mäuse und die fremden, die man erwischen konnte, positiv gezählt. Die eigenen, die in der "Obhut" der Mitspieler sind, zählen negativ.

Das waren schon alle Regeln. Ob mehrere Mäuse eines Spielers auf einem farbigen, ungefährlichen Feld gemeinsam stehen dürfen, ist in der Anleitung nicht ausgeführt. Im Spielen merkt man aber schnell, dass es für den Spielreiz besser ist, wenn man nur jeweils eine Maus auf einem Feld zulässt. Hierfür spricht auch, dass die Felder auf dem Spielplan für mehr als zwei Mäuse dann doch zu klein sind.

Die einfachen Regeln empfehlen "Squeeky" natürlich als Familienspiel. Aber macht es denn auch richtig Spaß? Also, so "richtig doll" leider nicht.

Dafür sind zum einen zu wenig Entscheidungsmöglichkeiten da: Bis auf die Ausnahme, dass ein Spieler gut würfelt und dann gleich zu Beginn des Spieles mit einem Affenzahn lossprintet, gewinnt der Spieler, der möglichst lange mit dem Betreten der gefährlichen Felder wartet. Irgendwann stehen nämlich mehrere Mäuschen kurz vor dem Stuhl und der erste, der sich dann traut, den gefahrvollen Weg auf sich nehmen, wird gnadenlos zum Opfer der anderen. Selbst, wenn man dafür anfangs eher die weniger wertvollen Mäuse nimmt ... Auch die mit den großen Werten müssen sich irgendwann in Gefahr begeben. Insofern hilft gutes Bluffen leider auch nicht, wenn man keine großen Werte würfelt. Für die Abrechnung ist es zudem immer noch besser, wenn eine Maus am Spielende noch auf dem Plan steht, als wenn sie von einem Mitspieler erwischt wurde.

Für ein Kinderspiel ist zum anderen auch der Frustrationsfaktor zu beachten, wenn eigene Mäuse mit einem triumphierenden Grinsen eines Mitspielers geschnappt werden - das stecken viele Kinder nicht einfach so weg. Erschwerend kommt die Abrechnung hinzu: nicht nur dass die von den Mitspielern gefangenen Mäuse nicht positiv zählen, sie werden vom eigenen Ergebnis dann sogar noch abgezogen. In vielen Fällen wird das Endergebnis insgesamt sogar negativ.

Das Überraschende an dem Spiel war aber: Trotz dieser aus Erwachsenensicht recht schwerwiegenden Kritikpunkte, haben es unsere "Testkinder" sehr gerne gespielt. Sogar diejenigen, die zwischenzeitlich schon mal mit den Tränen zu kämpfen hatten. Das Bluffen gefiel ihnen offenbar und wahrscheinlich merken Kinder nicht so sehr, dass sie gar keinen so großen Einfluss haben. Sie überlegten gut, welche Maus man zieht und entstehende Verfolgungsjagden führten natürlich auch immer zu großer Spannung.

Das Fazit fällt daher ambivalent aus: Auch als lockeres Spielchen würden wir "Squeeky" für Erwachsenenrunden oder für ältere Kinder nicht empfehlen - Familien mit jüngeren Kindern, sollten es sich aber ruhig mal näher ansehen.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Verlag: 
Spielerzahl: 
2 - 6
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
6
Spieldauer (Minuten): 
20
Jahrgang: 
2003
Spielkategorisierung
Spielethema: 
Spielegattung: 
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