Tempus

eine Spielerezension von Axel Bungart - 30.04.2007
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Tempus von Reich der Spiele

Tempus ist ein klassisches Entwicklungsspiel. In zehn Runden versuchen die Spieler mittels Aktionsplättchen, ihr Volk von Epoche zu Epoche voran zu bringen. Wer als erster den Sprung in die nächste Epoche schafft, erhält gegenüber den anderen einen Vorteil, zumindest für eine Runde. Sieger wird, wer am Ende die meisten Spielfelder besetzt, sei es mit Bevölkerungssteinen oder mit Städten.

Das Material ist insgesamt von fragwürdiger Qualität. Zumindest sind die Papptafeln und -marker stabil und fest. Weniger gelungen, wenn auch nicht alltäglich, ist allerdings die Grafik der Spielertableaus, welche sowohl im Design anstrengend als auch in der Beschriftung fehlerhaft und darüber hinaus mit nutzlosen „Spielhilfen“ überfrachtet sind. Die Spielkarten sind ebenfalls etwas zu weich und von seltsam strukturierter Oberfläche, was das Mischen nicht ganz so einfach macht. Farblich sind die lila Steine kaum von den schwarzen zu unterscheiden. Auch die Regel führt zuweilen zu Diskussionen, lässt dann aber dennoch zumindest einen geregelten Spielablauf zu.

Die Anzahl der möglichen Aktionen nimmt im Spielverlauf zu, genau wie die Bewegungsmöglichkeiten und der Umfang, in dem sich ein Volk ausbreitet. Man vermehrt sein Volk (Holzchips), zieht – zunächst per pedes, später auch via Schiff - über das Spielfeld und/oder zieht Entwicklungskarten. Letztere sind hilfreich bei der Entwicklung des Volkes, bescheren sie den Spielern doch besondere Fähigkeiten. Auch Konflikte zwischen den Völkern sind auszutragen. Auch hierbei sind die Entwicklungskarten hilfreich. Schließlich gilt es, Städte zu bauen, die beim Sprung in die nächste Epoche helfen und am Ende Siegpunkte einbringen.

Das aus Hextafeln zusammengebaute Spielfeld verspricht bei jeder neuen Partie eine neue Ausganglage. Abhängig von der Spielerzahl variiert es außerdem in Größe; dadurch spielt sich Tempus in Vollbesetzung genauso gut wie in kleineren Runden. Es kann jedoch schon mal zu Wartezeiten kommen, wenn manische Zugoptimierer dabei sind. Das Salz in der Suppe sind in der zweiten Spielhälfte – wenn es auf dem Plan eng wird – die Konflikte, mit denen die Spieler sich Platz verschaffen und den Gegner in die Schranke zu weisen versuchen. Insofern entsteht auch ein Spannungsbogen.

Obwohl es von der Grafik und der Zielsetzung so angelegt ist, ist das Erreichen der nächsten Epoche noch vor den anderen nicht immer von großem Nutzen. In wenigen Epochen erhält man zusätzlich zu neuen Errungenschaften ein paar Karten auf die Hand, aber die neuen Errungenschaften sind nur selten von so großem Vorteil, dass man sich innerhalb einer Runde einen erheblichen Vorteil herausspielen könnte. Denn die nächste Epoche erreicht jeder, nur eben eine Runde später als andere.

Tempus ist leicht zu erlernen, auch für Wenigspieler. Es dürfte somit eine breite Zielgruppe ansprechen, nicht zuletzt weil es thematisch gut umgesetzt ist. Es gibt nur kaum (keine?) Highlights oder Überraschungen. Strategien können recht gut verwirklicht werden. Dabei hilft, dass ein Angriff eines Gegners auf das eigene Volk schon fundiert geplant sein sollte, um nicht abgeschmettert zu werden. Die Spieldauer von meist zwei Stunden ist trotzdem einfach zu lang. Die Ungenauigkeiten sind für sich gesehen zu verkraften, summieren sich aber, sodass man fast zu dem Schluss kommt, das Spiel hätte noch ein halbes Jahr an Entwicklung benötigt. Daher sind der Spielspaß und besonders der Wiederspielreiz insgesamt eher mäßig.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
3 - 5
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
12
Spieldauer (Minuten): 
120
Jahrgang: 
2005
Spielkategorisierung
Fotos
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