Calavera

eine Spielerezension von Markus Nussbaum - 17.07.2019
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Calavera - Ausschnitt - Foto von moses.Verlag
Lesezeit: ca. 4 Minuten

Auf dem Cover des neuen Roll-and-Write-Spiels Calavera aus dem moses.Verlag grinst uns ein bunter Totenschädel an. Kein Wunder, ist doch der Spieltitel das spanische Wort für Totenkopf und das Design des Spiels bezieht sich auf den mexikanischen Feiertag 'Dia de los Muertos', bei dem ein Fest zum Gedenken an die Verstorbenen gefeiert wird.

Im Spiel Calavera von Klaus-Jürgen Wrede geht es darum, mit sechs Würfeln  möglichst viele Kreuze auf dem mitgelieferten Block machen zu können und dabei nicht in die sogenannte Todeszone hineinzurutschen, die im schlimmsten Fall Minuspunkte bedeutet.

Wie wird Cavalera gespielt?

Die sechs Würfel sind mit jeweils vier Farbpunkten, sowie einer Rosenblüte und einem Totenschädel bedruckt. Man hat nun maximal drei Wurfversuche, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Entscheidet man sich im Ergebnis für Würfel einer Farbe, darf man auf dem Block entsprechend der Anzahl der Würfel in dieser Farbreihe Felder ankreuzen und arbeitet sich so von links nach rechts vor. Gewürfelte Rosen kann man als Jokerfarbe einsetzen. In Intervallen von drei Feldern stößt man jeweils auf eine horizontale rote Linie. Schafft man es als Erster, in allen vier Farbreihen an diese Linie heranzukommen oder sie zu überschreiten, erhält man Bonuspunkte, die man wiederum ankreuzt. Alle nachfolgenden Spieler erhalten dann nur noch die geringere Anzahl an Bonuspunkten. In der Mitte des Blocks liegt die sogenannte Punktezone. Hier hat man die Möglichkeit, über das Würfeln von Rosenblüten die erhaltenen Punkte "einzufrieren", d.h., die Reihe zu beenden. Dies natürlich am besten am äußersten rechten Rand der Punktezone, die satte acht oder zehn Punkte bringt. Um dies zu erreichen, sind aber auch drei Blüten im Würfel-Endergebnis nötig. In der Zone mit weniger Punkten (4 - 6) benötigt man nur zwei Blüten.

Calavera - Material - Foto von moses.Verlag

Die Totenköpfe kommen ins Spiel

Damit das Ganze aber nicht so einfach wird, kommen nun  die namensgebenden Totenschädel ins Spiel. Jeder gewürfelte Totenkopf bleibt bei den weiteren Versuchen eines Spielers liegen. Ein oder zwei Totenköpfe im Endergebnis bedeuten, dass die Mitspieler sich aus dem Würfelergebnis nach dem aktiven Spieler aus den verbleibenden Farben oder Jokern Würfel aussuchen und entsprechend ankreuzen müssen. Hat man gar drei oder mehr Totenköpfe gewürfelt, darf man sich als aktiver Spieler überhaupt nichts aussuchen und nur die Mitspieler müssen das Würfelergebnis verwerten.

Dieser Zwang, sich Würfel aussuchen zu müssen, kann Mitspieler in die Todeszone katapultieren, weil sie unter Umständen nur dort noch Farben ankreuzen können, in denen Sie bereits den höchsten Wert in der Punktezone erreicht haben. Anstatt diese Punkte nun im eigenen Wurf einfrieren zu können, werden sie gezwungen, darüber hinaus zu wandern und in der Todeszone auf den Feldern für 4, Null oder im schlimmsten Fall -3 Punkten zu landen. Landet man in der Todeszone, kann man diese Reihe nicht weiter fortsetzen und sie ist eingefroren.

Der erste Spieler, der alle vier Reihen einfriert, beendet das Spiel. Nun werden alle Punkte zusammengezählt und der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt das Spiel.

Lohnt sich das Würfelspiel Calavera?

Würfelspiel Calavera - Foto von moses.VerlagRoll-and-Write-Spiele haben immer noch Hochkonjunktur und dieses sticht durch die Thematisierung heraus. Man hätte die Idee auch völlig abstrakt umsetzen können, aber die Einbettung in die mexikanische Folklore hebt das Spiel von den Konkurrenten wie Kniffel oder Qwixx ab. Zusätzlich ergibt sich hier ein reizvolles Spiel mit dem Risiko. Friere ich mein Ergebnis mit wenigen Punkten früh ein und gehe auf Nummer sicher oder setze ich auf Risiko, versuche mein Ergebnis zu verbessern und laufe Gefahr, möglicherweise leer auszugehen und dafür meine Mitspieler in die Todeszone zu schicken?  Das spielt sich sehr unterhaltsam, wenn auch der ein oder andere Satz in der Regel bezüglich der Verwendung der Rosen/Joker zunächst auf Unverständnis stieß.

Das Design ist hübsch bunt, allerdings hätten die Farbfelder auf den Würfeln ruhig eine Spur knalliger sein können, weil bei Kunstlicht das Gelb und Rosa nicht so gut auseinander zu halten sind. Die Schachtel ist durch den Block und die Würfel optimal gefüllt und kommt in einem schönen Schuber daher. Mit ca. 20 Minuten Spieldauer ein sehr gutes Spiel für unterwegs.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Grafik: 
Spielerzahl: 
2-4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
8
Spieldauer (Minuten): 
20
Jahrgang: 
2019
Spielkategorisierung
Spielethema: 
Fotos
Calavera - Material - Foto von moses.Verlag
Würfelspiel Calavera - Foto von moses.Verlag
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