Der verflixte Zaubertrank

eine Spielerezension von Claudia Grothe - 16.03.2012
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Der verflixte Zaubertrank von Drei Magier Spiele
Lesezeit: ca. 4 Minuten

Die kleinen Zauberlehrlinge wollen Tränke brauen. Die Zutaten dafür haben sie, nur sind es zu wenig. Doch der alte Zaubermeister weiß Rat, ein Spiegelzauber: „Krötenbein und Spinnenbrei, Schwuppdiwupp, aus zwei macht drei!“

Um Zaubertränke zu brauen, braucht man natürlich erst mal ein Rezeptbuch. Dieses besteht aus einzelnen Rezeptkärtchen, die gemischt und in zwei Stapeln zwischen die Buchdeckel gepackt werden. Wird das Buch aufgeschlagen, sieht man vier Rezeptkärtchen, die die benötigten Zutaten (Spinnen, Kröten oder Pilze) zeigen. Diese gilt es schnellst möglich in der vorgegebenen Anzahl zu ergattern. Dazu hat jeder Spieler vier Zauberkesselteile, die er zu zwei Zauberkesseln zusammensetzen kann und anschließend auf eine Feuerstelle stellt. Auf den Zauberkesselteilen sind die Zutaten abgebildet, außerdem gibt es Spiegelflächen, mit deren Hilfe man die Symbole der Zutaten vervollständigen oder auch verdoppeln kann. So kann man durch geschickten Einsatz der Spiegel beim Zusammensetzen der Zauberkessel Zutaten, von denen man besonders viele braucht, schnell zusammen bekommen. Anschließend werden die Zutaten markiert. Dazu legt man Feuersteine auf die Pfeilfelder am Rand der Feuerstelle, von denen aus man die benötigten Zutaten sieht. Dabei muss man aber darauf achten, dass alle Zutaten zählen, die man aus dieser Blickrichtung sieht.

Sobald ein Spieler meint, alle Zutaten markiert zu haben, endet das wilde Rumgeköchel. Hat er die richtigen Zutaten, so darf seine Figur auf dem Spielbrett zwei Felder weiterziehen. Stimmt die Anzahl der Zutaten jedoch nicht, oder sind gar welche dabei, die gar nicht in den Trank gehören, so dürfen alle anderen Spieler ein Feld vorrücken. Anschließend wird im Rezeptbuch weitergeblättert und ein neuer Trank gebraut. Sobald der erst Spieler ein Drittel der Strecke zurückgelegt hat, kommt die Helfermaus ins Spiel. Die kleine Maus hat immer viele Pilze vorrätig, die sie dem jeweils letzten Spieler gibt. Dieser braucht also keine Pilze mitzukochen, was besonders von Vorteil ist, wenn viele Pilze im Rezept vorkommen. Sobald ein Spieler das Ziel erreicht oder aber das Zauberbuch einmal durch gekocht ist, endet das Spiel. Wer am weitesten vorne liegt, hat gewonnen.

In unzähligen Kinderbüchern werden die Probleme kleiner Hexen beim Erlernen der Zauberkunst geschildert. Und wie schwierig das ist, bekommt man hier zu spüren. Das größte Problem ist dabei anfänglich das Markieren. Das Spiegeln der Symbole finden Kinder zwar ziemlich cool, jedoch ist das Betrachten der Bilder aus unterschiedlichen Blickwinkeln ein relativ ungewohntes Spielprinzip und bedarf einiger Übung. Daher ist es ratsam, sich vor dem ersten Spiel etwas Zeit zu nehmen und einige Rezepte durchzukochen. Denn wenn man - oder besser Kind - das Prinzip erst einmal verstanden hat, ist das Markieren ein Kinderspiel. Bei jüngeren Kindern ist es sinnvoll, sie die Kessel einfach irgendwie zusammenstecken und dann die Zutaten markieren zu lassen. Das gezielte Zusammenstecken der Kessel ist nämlich recht Zeitaufwendig und auch nur dann erforderlich, wenn drei oder gar vier Karten dieselbe Zutat in größeren Mengen zeigen, was bei gut durchmischten Karten allerdings nur selten vorkommt. All die verschiedenen Blickwinkel und Spiegel sollten jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, worum es eigentlich geht: Geschwindigkeit. Denn am Ende bekommt nur der schnellste Punkte. Schön ist da die kleine Helfermaus, die es auch etwas langsameren Kindern erlaubt, am Ball zu bleiben.

Im Grunde ist der verflixte Zaubertrank also nichts anderes als ein Reaktionsspiel, wenn auch ein recht anspruchsvolles. Also nichts für Kinder, die es gerne gemütlich mögen und auch der Altersunterschied der Mitspieler sollte nicht all zu groß sein. Das Spiel ist gut ausgestattet und schön illustriert und hat durchaus seine Liebhaber. Da die Reaktion auf dieses Kinderspiel jedoch recht unterschiedlich ausfällt, sollte man es, wenn die Möglichkeit besteht, vor dem Kauf mit seinen Kindern testen, um zu sehen, ob sie es mögen. Denn sonst kann es leicht passieren, dass es „schwuppdiwupp aus eins macht keins“ ganz hinten im Schrank verschwindet, wie das mit unliebsamen Spielzeug des öfteren passiert.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieleautor: 
Grafik: 
Spielerzahl: 
2 - 4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
7
Spieldauer (Minuten): 
25
Jahrgang: 
2011
Spielkategorisierung
Spielethema: 
Spielegattung: 
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