Shadowrun: Feind meines Feindes

ein spielerischer Artikel von Cornelia Simon - 31.10.2005
Shadowrun: Feind meines Feindes

Ja, es gibt ein Spiel jenseits des Kampfes gegen die großen Konzerne. Ja, es gibt das alltägliche Straßenleben. Und dort geht der Cyberpunkt ebenso ab wie in dunklen Ecken, in denen mehr oder weniger aus Angst vor Entdeckung zitternd die Runner auf den nächsten Coup gegen die großen Mächte warten. Und das Straßenleben wird bis zu einem bestimmten Punkt auch von Gruppierungen bestimmt. Ob es politisch motivierte Kämpfer, spirituelle Querköpfe oder andere raffgierige Geheimbünde sind - Fraktionen sind nicht nur einfach nur da, sie sind auch Auftraggeber und Anlaufstelle für Runner.

Der Quellenband stellt von grün-fundamentalistischen Umweltaktivisten über linke und rechte Politikgruppierungen und religiöse Zusammenschlüsse einige Organisationen vor, die dem Runner unterstützen oder auch in die Quere kommen können. Dazu porträtiert der Band aber auch Eliten, Schwarzhändler, Reliktjäger und verschiedene Terror-Splittergruppen. Alle werden in den Grundzügen skizziert. In einem besonders gekennzeichneten Spielleiterteil gibt es zusätzliche Informationen zu den meisten vorgestellten Gruppen.

So unterhaltsam geschrieben diese Sammlung von durchaus interessanten Zusatzinfos zur Shadowrunwelt auch ist, hat sie einen klaren Nachteil. Mehr als ein ganz grober Rahmen wird nicht vorgegeben. Das hat zwar den Vorteil, dass es dem Spielleiter frei steht, all diese Gruppierungen für seine Spielrunde passend zu machen, hat aber den Nachteil, dass er zum Teil sehr stark Hand anlegen muss. So ist Feind meines Feindes eine gute Inspirationsquelle, aber kein Must-have der Shadowrunpublikationen.

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