Fliegende Teppiche

eine Spielerezension von Bernhard Zaugg - 07.03.2013
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Fliegende Teppiche von Adlung Spiele
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Wenn das keine Aufgabe ist, die die Phantasie beflügelt! In klassisch orientalischer Weise sollen mit fliegenden Teppichen wertvolle Schätze eingesammelt werden, die in Form von 12 Spielkarten in der Mitte des Spieltisches ausliegen. Die Spieler stellen sich um diesen herum auf, jeder ausgerüstet mit einer Spielkarte, dem besagten fliegenden Teppich eben, sowie zwei speziellen, zufällig ausgeteilten Dschinn-Karten.

Neben den Schätzen drohen auch Wüsten, die am Ende Punkteabzüge eintragen. Zielsicherheit ist also gefragt, die leider wenig unterstützt wird durch die doch ziemlich fragwürdigen Flugeigenschaften der Teppichkarten. Diese segeln meist wie sie gerade wollen; einige gleiten über die Auslage hinweg und bleiben weiter hinten neben dem angestrebten Zielort liegen, andere stürzen regelrecht ab oder beschreiben eine unerwartete Kurve. Das Ganze gleicht so einem Glücksspiel, verkleidet als Geschicklichkeitsaufgabe in einem zugegebenermassen durchaus stimmungsvollen Gewand.

Das aber reicht nicht für ein interessantes Spiel. Oder hängt die mangelnde Begeisterung ab von der anerkanntermassen wenig ausdauernden Trainingsleistung der Mitwirkenden? Meist ist nämlich schon relativ rasch die sprichwörtliche Luft aus dem Spielgeschehen entwichen, so dass schon von dieser Seite her kaum eine Möglichkeit besteht zur spürbaren Verbesserung der Fähigkeiten der jeweiligen Teppichpiloten.

Sind alle Teppiche (irgendwo) gelandet, wird abgerechnet. Alleine getroffene Schatzkarten gehen an den glücklichen Flugkapitän. Gibt es mehrere Anspruchsberechtigte, wird eine kleine Zwischenrunde eingeschaltet zur endgültigen Zuteilung des Schatzes. Jeder der Beteiligten wählt dabei eine spezielle Dschinn-Karte aus. Der höchste Wert gewinnt, wird jedoch augenblicklich gegen den niedrigsten der ausgespielten Dschinns eingetauscht.

Liegen noch vier oder mehr Flugziele in der Mitte aus, kommt es zu einer nächsten Spielrunde, sonst ist die Etappe fertig. Für Paläste gibt es Plus- oder aber Minuspunkte, wobei Wunderlampen als Joker eingesetzt werden können. Ganz am Ende, nach mehreren Etappen folgt noch eine Schlusswertung, bei der bestimmte Schatzkombinationen zusätzliche Sonderpunkte eintragen. Auch hier besteht die Möglichkeit des Eintauschens allenfalls noch vorhandener Wunderlampen, bevor endgültig fertig ist und der Spieler mit dem grössten Punktetotal gewinnt.

Was an sich durchaus interessant tönt, entpuppt sich in der Praxis leider als ziemlich müder Zauber. Die speziellen, um nicht zu sagen völlig unkalkulierbaren Flugeigenschaften der Teppiche lassen kein gezieltes Ansteuern von Zielorten zu. So schickt jeder seine Spielkarten Richtung Tischmitte, hofft dabei auf gute Treffer und muss letztendlich nehmen was es gibt. Selbst wer dabei Erfolg hat, kann so kaum besonders stolz auf seine Fähigkeiten sein, ist doch allzu vieles abhängig vom puren Zufall beim Abfeuern und Landen der fliegenden Teppiche. Da bieten Heli Hopper oder andere Geschicklichkeitsspiele wesentlich mehr Möglichkeiten zum Beeinflussen des Geschehens, während die orientalischen Flieger rasch ihr Grounding erleben und im nächstgelegenen Hangar entsorgt werden, sehr zur Enttäuschung allfälliger Orientfans, die durchaus Besseres erhofft hätten.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2 - 4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
8
Spieldauer (Minuten): 
20 - 40
Jahrgang: 
2011
Spielkategorisierung
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