Huhn oder Ei?

Was war zuerst da?

eine Spielerezension von Carsten Pinnow - 26.02.2010
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Huhn oder Ei von Reich der Spiele
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Was kam zuerst, was wurde zuerst erfunden oder ist zuerst geschehen? In diesem Quizspiel geht es um feine Unterschiede, die selten leicht, aber häufig amüsant sind. Der Ablauf ist simpel: Es wird gewürfelt und reihum im Kreis gezogen. Das neue Feld bestimmt die Kategorie, deren Frage sich der jeweilige Spieler selbst vorlesen darf. Die Fragen der sechs Kategorien gleichen sich strukturell wie ein Ei dem anderen: Was war zuerst da: Huhn oder Ei? Wind- oder Wasserkraft? Wer richtig tippt, darf die Karte behalten. Danach ist jedoch immer gleich der nächste Spieler an der Reihe.

Aus dem Dilemma „Huhn oder Ei“ ein Quizspiel zu machen, erscheint zunächst als schwer lösbares Unterfangen. Jedoch lassen sich viele Ereignisse relativ leicht terminieren und miteinander vergleichen. Zumindest für interessierte Fachleute. Der gemeine Spieler hingegen muss in den meisten Fällen raten, was auf Dauer etwas nervt. Nach einer vornehmlich von Neugierde getriebenen Begeisterung für die anfangs noch witzigen Vergleiche stellt sich somit relativ schnell eine nüchterne Betrachtung ein, die die Wahrscheinlichkeit auf eine Revanchepartie spürbar reduziert. Wer sich dennoch auf mehrere Partien einlässt, wird feststellen, dass sich viele Fragen mit Hilfe weniger (und einfacher) Überlegungen mit etwas mehr als 50 Prozent Trefferquote beantworten lassen. Beim titelprägenden Huhn-Ei-Problem genügt beispielsweise bereits die Feststellung, dass niemals von einem Hühnerei gesprochen wurde.

Ein wenig Interaktion gibt es aber auch: Wer bereits mindestens eine Karte sammeln konnte, darf die Kompetenz seiner Mitspieler nämlich in Frage stellen und „Herausforderung“ rufen. Stellen sich seine Zweifel als berechtigt heraus und der aktive Spieler antwortet falsch, darf stattdessen der Herausforderer die Karte behalten. Ansonsten muss er ihm eine seiner gesammelten Karten abgeben. Bei manchen Karten sind jedoch gleich beide Antwortmöglichkeiten richtig - diese dürfen dann in jedem Fall behalten werden. Wer Karten in allen sechs Kategorien sammeln konnte, muss nur noch auf das Feld in der Spielplanmitte ziehen, um das Spiel zu beenden. Ein passender Wurf wird dafür nicht benötigt.

Herausforderungen sind eine zweite gute Methode, um an Karten fehlender Farben zu gelangen. Dabei eine Doppeldotter-Karte zu treffen, ist jedoch ein Risiko das stets im Hinterkopf behalten werden sollte – das aber selten kalkulierbar ist. Wer jedoch überflüssige (also doppelte) Karten besitzt, die problemlos abgegeben werden können, braucht keine Angst haben. Stattdessen sollte darauf geachtet werden, dem Mitspieler nicht eine Kartenfarbe geben zu müssen, die diesem noch fehlt. Ansonsten bleibt festzustellen, dass beim Spielplan wohl bewusst auf eine attraktivere Darstellung zugunsten einer comichaften verzichtet wurde.

Unterm Strich ist Huhn oder Ei eine Art „Multiple-Choice für Doofe“ und damit sicherlich kein Schwergewicht der Quizspielszene. Es taugt aber durchaus, um allzu trockene Spieleabende ein wenig aufzulockern.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Spielerzahl: 
2 - 4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
10
Spieldauer (Minuten): 
30
Jahrgang: 
2009
Spielkategorisierung
Spielethema: 
Spielegattung: 
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