Linie 1

(Ausgabe 2010)

eine Spielerezension von Ingo Krüger - 30.03.2012
  Spiel kaufen kommentieren
Linie 1 von Reich der Spiele
Lesezeit: ca. 2 Minuten

Linie 1, ein Spieleklassiker aus den 1990er-Jahren, der beim Deutschen Spielepreis 1995 Platz zwei erreichte, erscheint endlich in einer Neuauflage. Allein das ist schon lobenswert. Nicht nur Tramfreunde werden erfreut sein, wieder Gleise verlegen zu dürfen und ihre Straßenbahn fahren zu lassen.

Das Spielprinzip ist gleich geblieben: Jeder Spieler muss eine Straßenbahnlinie bauen. Dazu zieht er eine Strecken- und eine Linienkarte, die er vor seinen Mitspielern geheim hält. Die Streckenkarte legt fest, welche Haltestellen er anfahren muss. Mit der Linienkarten werden Start- und Endhaltestelle festgelegt.

Alle Spieler legen in jeder Runde zwei Gleiskarten. So entsteht nach und nach ein Streckennetz. Das Problem ist, nicht jeder Spieler will in dieselbe Richtung. Da kann es schnell passieren, dass man sich in die Quere kommt. Aber mit den geeigneten Gleiskarten lässt sich das durch einen Tausch der Karten schnell beheben.

Nachdem Start- und Endhaltestelle erfolgreich verbunden wurden, erfolgt die Eröffnungsfahrt auf dieser Strecke. Wem dies als Erstem gelungen ist, hat Linie 1 gewonnen. Da gibt es keinen Unterschied zur ersten Auflage: Bewährtes Spielprinzip, das immer noch gut funktioniert.

Doch es gibt auch Unterschiede zur Version aus den 1990er-Jahren. Das Design wurde angepasst und modernisiert. Da es heutzutage größere technische und grafische Möglichkeiten gibt, erscheinen wesentlich mehr Details. Leider sind dadurch etwa die Namen der Haltestellen auf dem Spielplan unleserlicher geworden. Auch die Karten wurden optisch aufgepeppt. Doch dadurch besitzen sie nicht mehr den Charme der frühen Jahre. Die Streckenkarten sind ebenfalls nicht mehr so gut lesbar, da die Aufschrift in diversen Farben leuchtet. In der alten Version waren alle Aufdrucke in Schwarz. Grafisch nicht so schön, aber besser zu lesen.

Geändert hat sich auch das Absolvieren der Eröffnungsfahrt. Reichte früher ein Würfel, stehen nun drei Würfel zur Verfügung. Ob sie allerdings alle geworfen werden, entscheidet jeder Spieler selbst. Neu ist auch ein Werkstattsymbol, das bedeutet, dass man seine Tram zurück ziehen muss. Wer auf die 90er-Jahre-Version schwört, kann aber auch den beigelegten Würfel nutzen, der bei der ersten Auflage den Ablauf der Einweihungsfahrt bestimmte. Hier kann sich jeder aussuchen, welche Variante ihm am besten gefällt.

Fazit: Gut, dass es Linie 1 wieder gibt, denn es ist spannend und kurzweilig. Allerdings ist die Einstufung als Strategiespiel durch den Verlag (neun von zehn Punkten) etwas fragwürdig. Planen und Bluffen trifft das Spielprinzip besser. Ob einem die neue grafische Gestaltung gefällt, ist letztendlich Geschmackssache.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2 - 5
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
10
Spieldauer (Minuten): 
60
Jahrgang: 
2010
Spielkategorisierung
Mehr zum Spiel