Sombrero!

eine Spielerezension von Bernhard Zaugg - 09.10.2010
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Sombrero von
Lesezeit: ca. 2 Minuten

Als Spieletester ist es nicht immer einfach. Gelegentlich schneit es einem Werke auf den Tisch, mit denen nicht viel angefangen werden kann. Selbstverständlich haben auch solche Spiele Anspruch auf eine hinreichende Anzahl Tests in unterschiedlichen Runden. Zudem ist eine möglichst objektive Würdigung des Ganzen anzustreben. Dennoch fällt es manchmal richtig schwer, Positives im zu besprechenden Spiel zu finden. Der Spieletester hat's bei Sombrero! (auf das Ausrufezeichen wird offenbar Wert gelegt) probiert und nichts entdeckt.

Dass man Bierdeckel vom Tischrand hochschnippen und anschließend mit einer Hand wieder auffangen kann, ist altbekannt. Dazu bräuchte es eigentlich keinen Spielekauf. Immerhin verschafft Sombrero! einen Mehrwert in Form von Spielkarten. Diese bestimmen, was für lustige Dinge mit den Sombrero-Plastikdeckeln gemacht werden sollen. Beispielsweise geht es darum, bis zum Ablaufen einer Sanduhr möglichst viele erfolgreiche Hochschnipper, in der Spielanleitung Flip genannt, auszuführen. Oder jeder soll mit dem eigenen Deckel auf die Spielkarte in der Tischmitte zielen. Oder man flippt sich die Deckel gegenseitig zu.

Zu Beginn jeder Runde wird eine der 24 Herausforderungskarten vom Nachziehstapel aufgedeckt und die Vorgabe vorgelesen. Die Spieler legen anschließend gemeinsam eine von drei Strafaktionen für den Fall eines Fehlversuches fest. In Frage kommen dabei das Aufsagen eines einfachen spanischen Satzes oder aber der Spurt zu einem bestimmten Ziel oder das Umrunden des Spieltisches im Laufschritt, was beides entsprechende Platzverhältnisse voraussetzt und in einer durchschnittlichen Stube kaum zu realisieren sein dürfte. Eventuelle Partner und/oder Gegner sind zu bestimmen, jeder Mitwirkende erhält drei Spielkarten als persönlichen Nachziehstapel, dann kann's losgehen.

Wer alleine oder mit seinem Partner die Herausforderung gewinnt, zieht eine Spielkarte von je einem der Verlierer, bis jemand sechs Karten hat und das Spiel gewinnt. Raum für taktische Überlegungen oder anderweitige Entscheidmöglichkeiten gibt es so kaum. Inhalt des Spiels ist tatsächlich die alleinige Fähigkeit, unter mehr oder weniger erschwerten Umständen und dem eventuellen Druck einer ablaufenden Sanduhr die hochgeschnippte Plastikscheibe erfolgreich wieder auffangen zu können. Das ist alles und daher kaum lustig. Oder höchstens dann, wenn zuvor genügend Alkohol oder was auch immer geflossen war. Doch dann dürften nur die wenigsten noch Lust auf ein Geschicklichkeitsspiel haben. Der Spieletester hatte auch sonst keine. Und seine Mitspieler auch nicht.

 

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Grafik: 
Spielerzahl: 
2 - 8
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
7
Spieldauer (Minuten): 
20
Jahrgang: 
2009
Spielkategorisierung
Spielethema: 
Spielegattung: 
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