Space Escape

SOS - Schlangenalarm!

eine Spielerezension von Jörn Frenzel - 18.02.2019
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Kinder- und Familienspiel Space Escape - Foto von Jörn Frenzel
Lesezeit: ca. 4 Minuten

Matt Leacock hat uns schon eine Menge kooperative Spiele beschert. Dabei ist für mich immer noch ein Höhepunkt in der Geschichte der kooperativen Spiele: Pandemie. Auch Die verbotene Insel oder Die vergessene Stadt wussten mich zu überzeugen und haben uns schon so einige gemeinsame Schlachten gegen das Spiel antreten lassen. Er versteht also sein Handwerk, was die kooperativen Spiele angeht und ich ging voller Spannung an sein neuestes Werk: Space Escape von Game Factory. Retro kommt die Verpackung daher und eigentlich im Sinne eines Kinderspiels, als ich das Cover so betrachte. Als ich die Rückseite anschaue, fühle ich mich an das alte gute Leiterspiel erinnert, denn der Plan ähnelt diesem. Aufgepeppt mit einem Weltraumthema versuchen wir als Nacktmulls, die Notfallausrüstung einzusammeln, um sie zur Rettungskapsel zu bringen.

Space Escape - Foto von Game FactoryWas für ein schräges Thema? Die hässlichsten Tiere der Welt in einem Spiel als Figuren hatte man bisher wohl noch nicht und hässlich war hier wohl auch angesagt. Denn schön ist was anderes, nur die Nacktmulls sind super ausgearbeitet, mit ihren Rucksäcken hinten dran. Der Rest ist von der Qualität eher befriedigend. Aber worum geht es nun?

Spielprinzip von Space Escape

Ziel in diesem kooperativen Spiel ist es nun, die auf dem Plan ausliegenden vier Ausrüstungsplättchen einzusammeln und in die Rettungskapsel zu bringen. Alle verlieren, wenn einer unser Nager zum zweiten Mal von einer Schlange gebissen wurde, ein Nager ins Weltall rutscht, eine Schlange die Rettungsapsel betritt oder die Karten ausgehen. Der Plan erinnert stark an das alte Leiterspiel des letzten Jahrhunderts - Leitern, die nach oben führen und Schächte die uns nach unten rutschen lassen.

Spielbrett Space Escape - Foto von Jörn FrenzelEs gilt, über fünf Stockwerke in die Rettungskapsel zu kommen und dabei den Schlangen auszuweichen, die uns beißen und im Zweifel auscheiden lassen, sobald das ein zweites Mal passiert. Dargestellt werden diese durch Chips auf dem Plan und erreichen dadurch nicht das süße Niveau der Nacktmulls. Jeder bekommt eine Karte, die zweigeteilt ist. Der erste, obere Zug, lässt uns einen Nackmull bewegen und der Zweite gibt den Schlangen verschiedene Möglichkeiten. Die Bewegungsrichtungen werden dabei vorgegeben.

Man spielt also eine Karte aus, bewegt Nager und versucht im Sinne des Leiterspiels, zu den benötigten Utensilien für die Raumkapsel zu kommen. Diese liegen natürlich erst auf der vierten von fünf Ebenen. Dargestellt durch Pappplättchen, packt man diese dann in den Rucksack des Nacktmulls und versucht, zur Rettungskapsel zu gelangen. Dabei gibt es im Spiel wirklich nur fünf bis sechs Möglichkeiten.

Auf Leitern klettern Nacktmulls und Schlangen hoch, in Luftschächten rutschen sie runter. Die Ausrüstung sammeln nur die possierlichen Nager ein. Andere Nager werden im Zusammentreff weitergeschoben, es sei denn, man trifft mit einer Schlange zusammen, dann wird der Nager gebissen. Für einen Biss hat jeder ein Medipack zum heilen, beim zweiten  Biss ist dann Schluss. Ist man in der Rettungskapsel, kann man nur noch den anderen Mitspielern helfen. Aus Schlangen lassen sich noch Stapel bilden, da im Laufe des Spiels immer mehr auftauchen. Denn ist eine Karte ausgespielt, folgt die nächste.

Fazit: Lohnt sich Space Escape?

Karten Space Escape - Foto von Jörn FrenzelEgal wie man es spielt: Space Escape bleibt für mich ein Kinderspiel. Und von der Aufmachung her soll es das wohl auch sein. Viele bekannte Elemente aus anderen kooperativen Spielen Leacocks treffen hier auf einen alten Kinderspielklassiker.

Als härtere Herausforderung hat man noch einen kleinen zusätzlichen Kartenstapel, den man erst nach drei Siegen öffnen soll. Ich spoiler hier mal nicht, aber man kann diese Karten durchaus gleich mit dazunehmen - es verändert nicht viel.

Zu zweit spielt hier jeder mit zwei Parteien, was ich als unbefriedigend empfand. In voller Besetzung macht es am meisten Spaß. Wobei der Spaß sehr von den Mitspielern abhängt, die Kinder sein sollten. In einer richtigen Spielerrunde fällt das Spiel durch. Dazu gibt es wesentlich bessere Spiele im kooperativen Bereich - gerade von Matt Leacock.

Detail Space Escape - Foto von Jörn FrenzelSpace Escape ist wirklich ein reines Familienspiel im Kreise einer Familie mit Kindern. Wer früher das Leiterspiel mochte, wird auch dieses mögen, da es nochmal um ein paar nette Nuancen aufgewertet wurde. Fragt man dann die Kinder (10 Jahre), sagen diese: Das ist schön. Fragt man die Hardcorespieler, dann kommt: Einmal und nie wieder! Das hat dafür zu wenig Potenzial, um einen wieder im Wettlauf gegen die Schlangen antreten zu lassen. Also bleiben gemischte Gefühle beim neuesten Streich von Matt Leacock. Hat man Kinder, werden die von den knuffigen Spielfiguren schon zum spielen animiert, spielt man öfter in Erwachsenenrunden, dann bleibt das Spiel nach einmaliger Anwendung in den Annalen des Spieleregals verschwunden und wird dort wohl auch nicht wieder auftauchen.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Grafik: 
Spielerzahl: 
2-4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
7
Spieldauer (Minuten): 
20-45
Jahrgang: 
2018
Spielkategorisierung
Fotos
Space Escape - Foto von Game Factory
Spielbrett Space Escape - Foto von Jörn Frenzel
Karten Space Escape - Foto von Jörn Frenzel
Detail Space Escape - Foto von Jörn Frenzel
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