Tierisch bedroht

eine Spielerezension von Melanie Pausch - 21.05.2017
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Kartenspiel Tierisch bedroht - Foto von Mogel Verlag
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Bei dem Spiel Tierisch bedroht gehst du, wie der Name schon vermuten lässt, unter die Tierschützer. Deine Aufgabe ist es, mit deinen Mitspielern gemeinsam so viele Tiere wie möglich zu retten. Tierisch bedroht ist ein kooperatives Kartenspiel für zwei bis vier Spieler ab zehn Jahre.

Wie wird Tierisch bedroht gespielt?

Ziel des Spieles ist es, durch das richtige Auspielen von Ressourcen die Tiere, die in der Tischmitte ausliegen, zu retten und ihren entsprechenden Lebensräumen zuzuordnen. Dies hört sich aber leichter an, als es ist.

Jedem Tier sind Ressourcen zugeordnet, die benötigt werden, um das Tier zu retten. Die Spieler müssen gemeinsam diese Ressourcen den entsprechenden Tieren zuordnen. Dies wird erschwert, indem in den unterschiedlichen Phasen des Spieles zwar immer mehr Informationen über die eigene Tierkarten bekannt werden, man aber immer weniger kommunizieren darf, um die Informationen an die Mitspieler weiterzugeben. 

In der ersten Phase sind nur die Lebensräumen der zu rettenden Tiere und die Handkarten der Spieler bekannt. Die Spieler können gemeinsam absprechen, welche Hilfsaktion sie verwenden wollen, um sich einen Vorteil zu verschaffen. In Phase 2 darf jeder Spieler seine Karten anschauen, er darf aber nicht bekannt geben, welche Karten er auf der Hand hat. Es wird nun ausgesucht, welche Karten man für das Retten der Tiere einsetzen will, die restlichen Karten werden für die nächste Spielrunde auf die Seite gelegt. Dies wird reihum beginnend mit dem Startspieler von jedem durchgeführt. Diese Entscheidung ist aber nicht einfach, da kein Spieler weiß, wie stark oder schwach die Karten der Mitspieler sind. Spart man sich eine starke Karte auf oder muss man Risiko gehen?

Zum Abschluss muss nun reihum je eine Karte ausgelegt werden, mit deren Hilfe die Tiere gerettet werden sollen. Dies wird solange gemacht, bis alle Karten ausgespielt sind. Auch hier ist keine Kommunikation erlaubt.

Nun kommt es zur Auswertung. Tiere, denen genug Ressourcen zugeordnet wurden, kommen auf den "Gerettet"-Stapel, die anderen kommen auf den "Bedroht"-Stapel. Nach Abschluss aller Spielrunden geben die geretteten Tiere Siepunkte. Die bedrohten Tiere verursachen Minuspunkte. Das Endergebnis verrät einem, wie erfolgreich man war. In unseren Spielrunden sind wir allerdings nicht annähernd an die Bestwertung herangekommen.

Fazit: Lohnt sich das Kartenspiel Tierisch bedroht?

Tierisch bedroht ist ein gelungenes kooperatives Spiel. Der Schwierigkeitsgrad des Spieles ist hoch, man muss schon einige Runden Erfahrung sammeln, bevor man höhere Punkteergebnisse erreichen kann. Die kurze Spielzeit ermöglicht es, mehrere Runden hintereinander zu spielen, einer Punktejagd steht also nichts im Wege.

Gelegenheitsspieler sollten diesem "Punktewahn" nicht verfallen. Wenn man dieses Spiel nur gelegentlich spielt, sind die niedrigen Ergebnisse sehr frustierend. In diesem Fall sollte man die Vergleichsliste ignorieren und versuchen, seinen eigenen Bestwert zu schlagen. Das Spiel macht auf diese Weise mehr Spaß, da der Schwierigkeitskeit dadurch einfacher ist. Auf diese Weise eignet sich das Spiel auch als Mitbringspiel. 

Die Karten sind sehr schön ilustriert. Auf der Rückseite sind die unterschiedlichen Lebensräume sehr gut dargestellt und dadurch gut unterscheidbar. Die unterschiedlichen Tierarten sind schön dargestellt und man lernt dabei auch das ein oder andere bisher nicht bekannte Tier kennen.

Das Kommunikationsverbot kennt man schon von Spielen wie The Game. Bei Tierisch bedroht wechselt die Erlaubnis und das Verbot zur Kommuniktionsich regelmäßig ab, dies ist schon sehr außergewöhnlich. Genau dies macht das Spiel schwer, diszipliniert zu bleiben, erhöht aber gleichzeitig den Spielspaß.

Tierisch bedroht ist ein schnelles Spiel für zwischendurch. Die Regeln sind einfach und verständlich. Es kann nicht mit den großen Vertretern der kooperativen Spiele mithalten, dafür fehlt die Spieltiefe. Wem aber kooperative Spiele gefallen, für den lohnt es sich auf jeden Fall, auch Tierisch bedroht in die Spielesammlung mit aufzunehmen. Vielleicht als Absacker nach einer langen kooperativen Spielerunde?!

Video: 

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2-4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
10
Spieldauer (Minuten): 
20-40
Jahrgang: 
2016
Spielkategorisierung
Spielethema: 
Spielegattung: 
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