Reich der Spiele

FTW?!

FTW?! - Ausschnitt - Foto von 2F-Spiele

Nanu – ist das ein Schreibfehler? Das muss doch eindeutig andersherum heißen! Tatsächlich ist die erste Assoziation, die man mit den drei Buchstaben verbindet, die umgekehrte Schreibweise. Aber weit gefehlt. Denn FTW steht für „For the Win“, was – im Gegensatz zu WTF – in jedem Fall etwas Positives bedeutet, nämlich, dass man Sympathie mit jemandem oder etwas ausdrückt oder einfach nur Glück wünscht.

Ob man mit dem Kartenspiel FTW?! von Friedemann Friese (2F-Spiele) etwas Positives verbindet oder doch jemandem etwas an den Hals wünscht, verraten Euch die nächsten 761 Wörter – vorwärts gelesen.

So spielt man FTW?!

Gewohnt schlicht und mit schlanken Regeln kommen die von 1-60 durchnummerierten Karten auf den Tisch. (Bei weniger als fünf Spielern sind weniger Karten im Spiel.)  Alle Karten werden gleichmäßig verteilt, und dann gilt es, alle nicht nur schnell, sondern auch geschickt wieder loszuwerden.

Alle? Nein, eine Karte sollte man am Schluss übrighaben, und zwar möglichst genau eine. Nun ist es nicht die Herausforderung, eine Karte am Schluss auf der Hand zu haben, denn ein Durchgang endet automatisch, wenn einer nur noch eine Karte auf der Hand hat. Im Zweifel also der Startspieler. Wie viele die anderen dann noch haben, hängt aber auch von deren Taktik und – natürlich – ein Stück weit vom Glück ab.

FTW?! Spielkarten | Foto: Axel Bungart
FTW?! Spielkarten | Foto: Axel Bungart

Aller guten Dinge …

Dabei haben die Spieler bei FTW?! nur drei Möglichkeiten: Entweder sie legen eine Karte am Ende der allgemeinen Kartenreihe an, die höher ist als die zuletzt gespielte. Können oder wollen sie das nicht, legen sie eine niedrigere Karte vor sich in die eigene Auslage und nehmen sich eine beliebige aus der Kartenreihe auf die Hand (worauf hin die restliche Reihe abgeworfen wird). Damit werden sie aber in ihrem Zug keine Karte los. Oder sie legen eine niedrigere Karte am Ende der Kartenreihe an und bilden zusammen mit einer in der eigenen Auslage liegende Karten (aus einer Vorrunde) eine Summe, sodass sie doch wieder höher ist als die zuvor gelegte. Aber: Nur virtuell. Das Spiel wird mit der niedrigeren Zahl in der Reihe fortgesetzt. Die zur Erhöhung verwendete Karte wird abgeworfen.

… ist eins

Am Ende des Durchgangs zählt der Wert der letzten Karte auf der Hand positiv (Pluspunkte). Hat man mehr als eine, zählt die größte als Plus, alle anderen als Minus. Wer nach einer festgelegten Anzahl Durchgänge die meisten Punkte hat, gewinnt FTW?!.

Einfach und doch verzwickt

Wie so oft bei Friedemann Frieses Kartenspielen sind die Regeln so unausdenklich einfach, dass man kaum glauben möchte, dass dabei ein neues Kartenspiel herauskommt. Wobei, was das Auslegen der Karten angeht, man ehrlicherweise gewisse Ähnlichkeiten zu Split erkennt. Und, was nicht immer der Fall ist, hier sind die Regeln auch vollständig und gut. Wie aus so wenig Zutaten ein unterhaltsames Kartenspiel wird, ist jedenfalls immer bemerkenswert.

FTW?! - Spielkarten | Foto: Axel Bungart
FTW?! – Spielkarten | Foto: Axel Bungart

Die drei Möglichkeiten, eine Karte auszuspielen, lassen die Spieler immer wieder darüber nachdenken, was nun der bessere Zug ist. Solange man noch viele hohe/höhere Karten auf der Hand hat, ist die Entscheidung meist klar. Eine Karte in die eigene Auslage zu legen, ist aber ebenso verlockend, da man sie später gut einsetzen kann, um gegen Schluss eines Durchgangs eine niedrige Karte zu einer hohen zu pimpen. Klar ist aber, dass, sobald man eine Karte vor sich ausspielt und eine aus der Kartenreihe nimmt, man damit um eine Karte hinter denjenigen herhinkt, die immer schön in die Reihe legen. Also hat man im Zweifel am Schluss eine mehr.

Die Fallstricke zum Ziel

Nun ist es aber wie gesagt nicht das Ziel, eine Karte übrig zu behalten, sondern diese sollte eine möglichst hohe sein. Und da fängt es an, knifflig zu werden. Es gibt diverse Fallen, in die man nicht nur anfangs tappt. Denn leider spielen sowohl die Karten als auch die Gegner nicht immer so mit, wie man es bräuchte. Wer auf ein letztes optimales Handkartenpaar spielt, um die eine abzuwerfen, während die andere die Punkte ausspuckt, sieht sich plötzlich nicht mehr in der Lage, eine Karte auszuspielen und schon wird aus FTW?! WTF!

Mit Oma am Tisch

Hier hat das Spielsystem jedoch auch seine Schwäche. Bei drei Spielern ist es sehr viel wahrscheinlicher, dass ein Spieler die beiden höchsten Karten auf der Hand hat. Das macht ihn noch nicht automatisch zum Gewinner, aber es hilft schon mal, und beim Skat würden man sagen: Omablatt.

FTW?! spielt sich demnach besser zu fünft oder sechst. Dann läuft es runder und hat immer wieder diese verzwickten Momente, in denen man sich zwischen hoch oder niedrig entscheiden kann und muss. Wichtig ist immer auch, die Gegner zu beobachten. Haben sie schon Karten ausgelegt? Soll man den Kartenvorteil nutzen oder leistet man es sich, gleichzuziehen, um eine Reserve zu schaffen? Es ist das ständige Abwägen, das Hin und Her, eine hohe Karte zu behalten, weil sie Pluspunkte bringt, oder sie loszuwerden, weil Minuspunkte drohen könnten.

FTW?! - Schachteldesign - Foto von 2F-Spiele

An die Klasse eines Fünf Gurken oder Foppen kommt FTW?! nicht heran. Doch das sind Stichspiele, in denen mehr taktische Feinheiten stecken. Ohne Frage funktioniert aber dieses kleine Kartenspiel sehr gut, besonders in größerer Besetzung, und es reicht für eine unterhaltsame halbe Stunde, in der man sich über die eigenen Pläne freuen oder über die der Mitspieler ärgern kann.

Infos zu FTW?!

  • Titel: FTW?!
  • Verlag: 2F Spiele
  • Autor: Friedemann Friese
  • Spieleranzahl (von bis): 2-6
  • Alter (ab oder von bis in Jahren): 8
  • Dauer in Minuten: 30
  • Jahrgang: 2023

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